Borussia Dortmund gewinnt gegen Krasnodar - DER SPIEGEL
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BVB-Sieg über Krasnodar Da ist noch Luft nach oben

Erst in letzter Minute hat Borussia Dortmund sein Europa-League-Spiel gegen FK Krasnodar gewonnen. Einige der Spieler wirkten nach dem starken Saisonstart erschöpft. Es spricht für den BVB, dass er derzeit auch solche Spiele gewinnt.
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Mats Hummels reagierte geradezu empört, als jemand nach dem 2:1 (1:1) von Borussia Dortmund gegen den FK Krasnodar die These formulierte, dass es sich um einen glücklichen Erfolg gehandelt habe. Der Gedanke war nicht ganz abwegig, schließlich hatte Jo-Hoo Park den Siegtreffer erst in der dritten Minute der Nachspielzeit erzielt, aber Hummels sagte: "Das Tor war kein Glück! Das war ein herausgespieltes Tor!"

Dieser entschlossene Einspruch des Kapitäns erzählt viel über die Dortmunder in dieser ersten Phase der Saison. Die Mannschaft wird getragen von einem ganz bemerkenswerten Vertrauen in die eigene Spielweise. "Wir haben das ganz in Ruhe runter gespielt", sagte Hummels weiter, niemand wollte etwas erzwingen. Und niemand wurde unruhig, obwohl es sich zweifellos um eines der schwächeren Dortmunder Spiele in der nun auf zehn Siege ausgeweiteten Erfolgsserie handelte.

Der BVB hat das Vertrauen in die eigene Spielweise wiedergefunden, das in den letzten drei Jahren unter Jürgen Klopp mehr und mehr geschrumpft war. Viele Spieler sind gereift an den gemischten Erlebnissen der Vergangenheit. Diese Reife war in den rauschhaften Torspektakeln in der Bundesliga zu sehen, vor allem aber an diesem Abend, als es zäh und schwierig wurde.

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BVB in der Europa League: Müder Auftakt, starkes Comeback

Foto: INA FASSBENDER/ REUTERS

"Wenn das hier letztes Jahr im November gewesen wäre, hätten wir nicht noch das 2:1 gemacht", sagte Hummels, aber der finstere Herbst des Jahres 2014 liegt im Dortmunder Empfinden sehr, sehr weit in der Vergangenheit. In diesem Jahr haben sie wieder diese Mentalität von selbstbewussten Gewinnern, und so freute sich auch Thomas Tuchel darüber, dass sein Team "vor allem in der zweiten Halbzeit sehr dominant gespielt" habe.

Im Video: Ilkay Gündogan bewertet die BVB-Leistung

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Wobei der Trainer natürlich genau wusste, dass man sich diesem Spiel ebenso gut von einer anderen, weniger wohlwollenden Seite nähern konnte. Tuchel hatte sein Team grundlegend umgebaut, die Neuzugänge Park und Adnan Januzaj standen erstmals in der Startelf, außerdem spielten mit Roman Weidenfeller und Gonzalo Castro zwei weitere Profis, denen in den imposanten Bundesligaspielen der ersten Saisonphase keine zentrale Rolle zugefallen war. Das sah dann lange holprig und träge aus, in dieser "neuen neuen Zusammensetzung waren nicht alle Räume so fließend und schnell besetzt", räumte Tuchel ein.

Castro war nicht in der Lage, das Spiel so klug und umsichtig zu lenken, wie es der junge Julian Weigel seit Wochen tut, und Januzaj fehlte noch ein wenig die Anbindung ans Spiel. Aber die Etablierten hatten eben auch seltsam gehemmt gespielt.

Tuchel fand, dass sein Team "in der Präzision und in der Körpersprache Luft nach oben" gehabt habe, irgendwie fehlte die Leichtigkeit der vergangenen Wochen. Ilkay Gündogan wirkte vor der Pause matt, auch Henrich Mchitarjan wirkte nicht so leichtfüßig wie sonst, und Matthias Ginter hätte die Hilfe des unaufmerksamen Sokratis gebrauchen können, als er sich vor Pawel Mamajews 0:1 ausspielen ließ.

Im Video: Matthias Ginter über das "Gurkenspiel"

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Ginter, der dann wenigstens kurz vor der Pause das 1:1 geköpft hatte, sprach später gar von einem "Gurkenspiel". Und als Tuchel gefragt wurde, ob diese Leistung mit dem ungewohnt leeren Stadion (nur 55.200 Zuschauer) zusammenhängen könne und damit, dass möglicherweise auch einige Spieler nicht so viel Leidenschaft für die Europa League empfinden, wurde der Trainer ärgerlich. "Wir haben eine große Lust auf diesen Wettbewerb, wir wissen, dass ein langer Weg vor uns liegt und dass da auch Etappen auf uns warten, die uns alles abverlangen", sagte Tuchel.

Die Erwartungen an die Dortmunder sind schon wieder derart hoch, dass so ein bodenständig und ohne glamouröses Feuerwerk herausgearbeiteter Sieg von einigen Beobachtern sofort als Zeichen der Schwäche betrachtet wird. Aber Spieler wie Januzaj und Park, der neben seinem Siegtreffer auch noch die Vorlage zum 1:1 beigesteuert hatte, konnten Spielpraxis im neuen Umfeld sammeln, auch das ist eine Menge wert. Am Samstag gegen Bayer Leverkusen wird dann ohnehin wieder die erfolgsgewohnte Stammelf auflaufen.

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