Europa League Gladbach schafft Befreiungsschlag gegen Marseille
Hamburg - Borussia Mönchengladbach hat die Erfolsgserie der deutschen Clubs in Europa fortgesetzt. Das Team von Trainer Lucien Favre siegte dank eines verwandelten Handelfmeters durch Filip Daems (33. Minute) und einem Tor von Peniel Mlapa (67.) gegen Olympique Marseille. Es war erst der zweite Erfolg in den vergangenen zehn Spielen. Der VfB Stuttgart spielte hingegen unentschieden gegen den FC Kopenhagen.
Durch den Erfolg liegt Gladbach nun mit vier Punkten auf dem dritten Rang der Gruppe C, punktgleich mit Marseille und drei Zähler hinter Fenerbahce Istanbul, das gegen AEL Limassol 1:0 gewann. "Jetzt ist alles offen, wir müssen zu Hause gegen Limassol gewinnen. Es war schwer, aber wir haben intelligent verteidigt", sagte Favre.
Wermutstropfen waren die Verletzungen von Tony Jantschke, der ins Krankenhaus gebracht wurde und bei dem eine schwere Gehirnerschütterung diagnostiziert wurde. Jantschke war in der 31. Minute von Lucas Mendes mit dem Fuß am Kopf getroffen und wenig später ausgewechselt worden.
45.000 Zuschauer sahen im Borussia-Park eine spannende Partie, in der Marseille bis zum ersten Gegentor alles im Griff hatte. Schwächen offenbarte die Borussia besonders bei hohen Bällen. So auch in der 13. Minute, als eine lange Flanke beim ungedeckten Torjäger Loïc Rémy landete, dessen Volleyabnahme Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen klärte. Nur eine Minute später wurde es erneut gefährlich: Bei einer Ecke flog ter Stegen am Ball vorbei und hatte Glück, dass Rémys Kopfball aus sechs Metern knapp über die Latte ging (14.).
Mlapa trifft in seinem zweiten Einsatz
Anschließend verflachte die Partie. Während die Borussia vergeblich versuchte, Ordnung in ihr Spiel zu bekommen, und kaum einmal gefährlich vor das gegnerische Tor kam, blieb Marseille die bestimmende Mannschaft. Möglichkeiten des Bundesligisten resultierten einzig aus Distanzschüssen. In der 28. Minute war es Juan Arango, der es aus 30 Metern versuchte, aber weit über das Tor schoss. Fünf Minuten später zielte ein Mitspieler genauer: Nach einem klaren Handspiel von Charles Kaboré verwandelte Daems sicher vom Punkt.
Nach der Pause bemühte sich Marseille um den Ausgleich, blieb aber immer wieder in der kompakten Abwehr der Borussia stecken. Mit häufigen Fehlpässen brachten sich die Favre-Elf immer wieder selbst in Gefahr und hatte mehrfach Glück. Der starke Rémy nahm ein Geschenk von Lukas Rupp aber nicht an und scheiterte an ter Stegen (52.).
Besser machte es auf der Gegenseite der lange verletzte U-21-Nationalspieler Mlapa. Er erkämpfte sich zwei Minuten nach seiner Einwechslung den Ball und erzielte mit einem Gewaltschuss aus 22 Metern das 2:0. Es war erst sein zweiter Einsatz im VfL-Trikot.
Borussia Mönchengladbach - Olympique Marseille 2:0 (1:0)
1:0 Daems (33., Handelfmeter)
2:0 Mlapa (67.)
Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke (35. Brouwers), Stranzl, Dominguez, Daems - Nordtveit, Marx - Rupp, Arango - Herrmann (81. Hanke), de Jong (65. Mlapa)
Marseille: Mandanda - Abdallah (84. Cheyrou), Fanni, Nkoulou, Mendes - Kabore, Barton - Amalfitano, Valbuena (77. Raspentino), Jordan Ayew - Rémy(65. Andre Ayew)
Schiedsrichter: Serge Gumienny (Belgien)
Zuschauer: 45.000
Gelbe Karten: - Kaboré
Stuttgart torlos im Heimspiel gegen Kopenhagen
Stuttgart bleibt in der Europa League sieglos: Dem VfB droht nach einem enttäuschenden 0:0 gegen den FC Kopenhagen das Aus nach der Gruppenphase. Nach dem uninspirierten Auftritt gegen Dänemarks Rekordmeister bleibt der Bundesligist mit nur zwei Punkten aus drei Spielen Letzter der Gruppe E. Spitzenreiter ist Steaua Bukarest mit sieben Punkten, das 2:0 gegen Molde gewann. Kopenhagen folgt mit vier Punkten, die Norweger aus Molde haben dank ihres Erfolgs über den VfB drei Zähler.
Bitter zudem für den Bundesligisten: Der Einsatz von Tunay Torun im Spiel am Sonntag (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen Eintracht Frankfurt ist fraglich. Er hat sich nach seiner Einwechslung gegen Kopenhagen eine Muskelverletzung zugezogen. "Das tut weh bei einem so kleinen Kader", sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia.
Lediglich 15.300 Zuschauer in Stuttgart sahen eine Partie mit nur wenigen Höhepunkten. Die Gastgeber konnten nicht an ihre gute Leistung vom 1:0-Erfolg in Hamburg anknüpfen. "Insgesamt sind wir ein bisschen zu passiv und müssen mehr tun", sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic nach der ersten Hälfte.
Der Spitzenreiter der dänischen Liga verteidigte sehr geschickt und ließ kaum eine Lücke in der Defensive. Stuttgart spielte zu statisch und wurde nur in Ansätzen gefährlich. Den Anspielen in die Spitze zu Vedad Ibisevic fehlte jedoch immer wieder die Genauigkeit.
Schwache Offensive auf beiden Seiten
Die einzige Stuttgarter Möglichkeit der ersten Hälfte besaß Ibrahima Traoré, der den Ball nicht richtig traf (15.). Die Dänen waren genauso harmlos: Der Ex-Club des Stuttgarter Mittelfeldsspieler William Kvist fiel nur auf, als César Santin vor dem Tor den Ball verpasste (41.).
Erstmals Aufregung im Gäste-Strafraum gab es, als Torhüter Johan Wiland einen Ibisevic-Schuss abprallen ließ. Der zur Pause eingewechselte Tunay Torun kam beim Nachsetzen gegen Wiland zu Fall, bekam aber keinen Elfmeter, sondern die Gelbe Karte für eine angebliche Schwalbe (48.). Auf der anderen Seite rettete Kvist gegen den frei stehenden Thomas Kristensen (53.).
Der VfB wirkte nun energischer und war bemüht, das Tempo und den Druck zu erhöhen, doch die Ungenauigkeiten blieben. Nach 20 Minuten der zweiten Hälfte verfiel der Tabellen-Zwölfte der Bundesliga wieder in den Trott der ersten 45 Minuten. Auch Ibisevic konnte keine Akzente setzen, obwohl seine Mitspieler verstärkt versuchten, den Bosnier einzusetzen. Die Flanken der Kollegen erreichten ihn jedoch nicht.
Eine Prüfung für Torwart Wiland gab es erst wieder durch einen Schuss von Cristian Molinaro (70.). Auch den Versuch des aktiven und um mehr Belebung bemühten Torun parierte der Keeper (78.). Mehr brachten die vergeblich anrennenden Gastgeber während ihrer Schlussoffensive gegen die diszipliniert stehenden Kopenhagener nicht zustande.
VfB Stuttgart - FC Kopenhagen 0:0
Stuttgart: Ulreich - Sakai (84. Hajnal), Tasci, Niedermeier, Molinaro - Kvist - Gentner, Holzhauser (46. Torun) - Harnik, Traoré (62. Okazaki) - Ibisevic
Kopenhagen: Wiland - Jacobsen, Stadsgaard, Sigurdsson, Bengtsson - Kristensen, Delaney - Bolanos, Claudemir, Gislason (80. Grindheim) - Santin (84. Cornelius)
Schiedsrichter: Artur Soares Dias (Portugal)
Zuschauer: 15.300
Gelbe Karten: Torun - Delaney (2), Bolanos