Bremen "Zu viele Kindereien"
Bremen - "Es kann sein, dass es sehr lange dauern wird, bis der Verein wieder international mitmischen wird", sagte Ex-Kapitän Dieter Eilts nach dem Ausscheiden aus dem Uefa-Cup betrübt. Nach dem frühzeitigen K.o. im DFB-Pokal besitzen die in der Bundesliga am Rande der Abstiegszone dümpelnden Werderaner kaum noch eine Perspektive, um auch im kommenden Jahr im internationalen Geschäft dabei zu sein.
Statt ein erneutes Fußball-Wunder an der Weser zu feiern, mussten Trainer Thomas Schaaf und der sportliche Leiter Klaus Allofs eine bittere Bilanz ziehen. Dabei wurde auch ihnen klar, dass Werders Kader für europäischen Spitzenfußball nicht ausreicht. Das Fehlen der gesperrten oder verletzten Ailton, Torsten Frings und Frank Verlaat konnte nicht als Entschuldigung dafür herhalten, warum es gegen den Tabellendritten aus Frankreich nicht zum Weiterkommen reichte. Zu ungestüm, zu einfallslos und unpräzise war die Werder-Mannschaft ans Werk gegangen, um den 1:4-Rückstand aus dem Hinspiel wettzumachen. "Uns fehlte die Klarheit im Spiel. Der Wille war bei allen Akteuren vorhanden, aber es wurde zu unruhig gespielt", analysierte Schaaf.
"Bei uns hat jeder Probleme. Wir sind keine abgeklärte Mannschaft. Es gibt zu viele Kindereien im Team", kritisierte Andreas Herzog. Der österreichische Nationalspieler fügte hinzu: "Einige haben den Ernst der Lage bei uns noch gar nicht erkannt." Damit spielte Herzog auf die kommenden schweren Aufgaben in der Bundesliga an. Nach dem Heimspiel am Sonntag gegen den 1. FC Köln folgen die Treffen bei Hansa Rostock und dem FC Energie Cottbus, ehe am 20. Dezember das Nachholspiel bei der SpVgg Unterhaching auf dem Plan steht. "Da
müssen Punkte her, sonst überwintern wir auf einem Abstiegsplatz", rechnete Andy Herzog seinen Kollegen vor. Er ist sich der Problematik beim SV Werder durchaus bewusst: "Einige aber scheinen nicht zu merken, wie stark wir in dieser Saison gefährdet sind."
Werder Bremen - Girondins Bordeaux 0:0 (0:0)
(Hinspiel 1:4)
Bremen: Rost - Wicky (80. Skripnik), Ernst, Baumann, Krstajic - Eilts (57. Maximow), Stalteri (34. Banovic), Herzog, Bode - Pizarro, Bogdanovic.
Bordeaux: Roux - Grenet, Roche, Sommeil, Bonnissel - Legwinski, Smertin, Diabate, Battles (88. Basto) - Laslandes, Pauleta (78. Wilmots).
Schiedsrichter: Sarvan Oguz (Türkei)
Zuschauer: 16.166
Gelbe Karten: - Diabate (3), Grenet