Bundesliga: 9:1 - Leverkusen wie im Rausch - DER SPIEGEL
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Bundesliga 9:1 - Leverkusen wie im Rausch

Leverkusen bleibt den Bayern auf den Fersen. Mit einem Kantersieg über den Aufsteiger aus Ulm hat die Werkself die Meisterschaft wieder spannend gemacht.
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Ulm - Mit dem höchsten Sieg seiner Bundesliga-Geschichte hat Bayer Leverkusen den Druck auf den Meister und Titelverteidiger Bayern München weiter verstärkt. Dank des eigenen 9:1-Triumphes beim bedauernswerten SSV Ulm und des 1:1 des FC Bayern beim Hertha BSC Berlin schloss die Mannschaft von Trainer Christoph Daum am 25. Spieltag der Fußball-Bundesliga nach Punkten zum Tabellenführer aus München auf (beide 53 Zähler). Die Elf von Trainer Ottmar Hitzfeld konnte ihre Spitzenposition nur auf Grund der um fünf Treffer besseren Tordifferenz verteidigen. Zum Abschluss des Spieltages gab es einen zweiten Paukenschlag: Bei Borussia Dortmund verschärfte sich die Talfahrt durch eine 1:3-Heimniederlage gegen den "Fast-Absteiger" Arminia Bielefeld, der den letzten Tabellenplatz an den MSV Duisburg abtrat.

Andreas Möller hatte den BVB bei seinem Comeback per Elfmeter in Führung gebracht, ehe Dirk van der Veen, Thomas Stratos (Elfmeter) und Bruno Labbadia die Tore zur Dortmunder Blamage erzielten. In der zweiten Sonntagspartie, die große Bedeutung im Kampf um die Europapokal-Plätze hatte, besiegte der TSV München 1860 mit 1:0 Werder Bremen nach einem Tor von Marco Kurz. Die Münchner verbesserten sich auf den vierten Tabellenplatz.

"Man soll den Ball flach halten. Das war kein Wendepunkt. Bayern liegt immer noch vorn", blieb Daum trotz des Gala-Auftrittes seiner Leverkusener bescheiden. Die Wachablösung könnte schon am kommenden Wochenende stattfinden, wenn die Münchner den 1. FC Kaiserslautern empfangen und Leverkusen gegen den abstiegsbedrohten SC Freiburg in der BayArena die vermeintlich leichtere Aufgabe zu lösen hat.

Während Hitzfeld ("Das ist schon ein ungewöhnliches Resultat") und Bayern-Manager Uli Hoeneß ("Bemerkenswert, wie Leverkusen derzeit spielt") artig Komplimente an die in Bestform auftretende Konkurrenz verteilten, übten sich die Bayer-Verantwortlichen überwiegend in Understatement. "Wir sind wieder voll in der Verlosung. Aber Bayern bleibt Favorit", meinte Manager Reiner Calmund. Lediglich Jens Nowotny sprach offen aus, wie er die Situation an der Tabellenspitze einschätzt: "Ich glaube fest daran, dass wie Meister werden."

Während sich Bayern und Bayer ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen liefern, haben der Hamburger SV (2:0 beim SC Freiburg) als Dritter (45 Punkte), München 1860 und der 1. FC Kaiserslautern (3:2 über den MSV Duisburg) ihre Ansprüche auf die Teilnahme am internationalen Wettbewerb untermauert. Der Ex-Freiburger Rodolfo Cardoso vergrößerte mit zwei direkt verwandelten Freistößen die Sorgen der Breisgauer, die nur noch einen Punkt vom Abstiegs-Platz entfernt sind. Schon einen Schritt weiter ist der MSV Duisburg, der nach der neuerlichen Pleite in der Pfalz kaum noch Hoffnung auf den Klassenverbleib hat. "Wir sind so gut wie durch und können für die 2. Liga planen. Unmöglich, von neun Spielen sechs oder sieben zu gewinnen", lautete die realistische Einschätzung von Kapitän Thorsten Wohlert, obwohl der vierte Abstieg der "Zebras" rein rechnerisch noch nicht fest steht.

Angesichts des Comebacks der Bielefelder, die seit vier Spielen ohne Niederlage sind, sind auch Eintracht Frankfurt (25 Punkte) und Hansa Rostock (28), die sich bereits am Freitag mit 0:0 trennten, immer noch in der Nähe der Gefahrenzone. Vor allem für Eintracht-Coach Felix Magath war das Unentschieden wie eine Niederlage, weil man die Chance verpasste, aus eigener Kraft erstmals in diesem Jahr die Abstiegsränge zu verlassen. "Wir brauchen noch vier Siege und mindestens 38 Punkte", rechnete Magath vor, der seiner Elf vor allem fehlende Entschlossenheit und mangelnde Kampfbereitschaft vorwarf.

Einen Rückschlag im Kampf um die Europacup-Ränge, die zur Teilnahme am Europapokal berechtigen, musste neben dem VfL Wolfsburg (2:2 gegen die SpVgg Unterhaching) auch der VfB Stuttgart (0:3 beim FC Schalke 04) hinnehmen. Für die Schwaben war es die sechste Niederlage im achten Rückrundenspiel. Dagegen verbesserten die "Königsblauen" mit dem dritten Heimsieg nach der Winterpause vor dem Duell am kommenden Sonntag im Parkstadion gegen Frankfurt wieder ihre Ausgangsposition.