Bundesliga: Bayern feiern, Bremen-Boss schlägt Alarm - DER SPIEGEL
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Bundesliga Bayern feiern, Bremen-Boss schlägt Alarm

Erfolgreiche Aufholjagd: Bayern München lag gegen Wolfsburg früh klar zurück - und siegte dennoch. Gleiches gelang Frankfurt in Cottbus. Schalke holte nur einen Punkt, ebenso wie Bremen. Werders Vorstandsvorsitzender Born hat nun Angst vor dem Mittelmaß.
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Hamburg - Bayern München feierte gegen Wolfsburg einen 4:2-Erfolg. Dabei drehten die Münchner einen 0:2-Rückstand. Schalke trennte sich gegen die lange in Unterzahl spielende Mannschaft von Arminia Bielefeld 0:0. Werder Bremen holte beim 1:1 (1:1) bei Hannover einen Punkt. Eintracht Frankfurt drehte einen 0:2-Rückstand bei Energie Cottbus zu einem 3:2-Erfolg. Unter ihrem neuen Coach Hans Meyer besiegte Borussia Mönchengladbach den Karlsruher SC 1:0 (0:0).

Michael Rensing bewahrte seine Bayern vor einem frühen Rückstand, als er in der 15. Minute gegen den frei vor ihm auftauchenden Jonathan Santana parierte. Nach einem Foul von Martin Demichelis an Edin Dzeko an der Strafraumgrenze gab es Elfmeter für den VfL, den Grafite (31.) sicher verwandelte. Knapp zwei Minuten später war es dann Dzeko selbst, der per Kopf zum 2:0 traf. Franck Ribéry kam dann in der 41. Minute beim ersten richtig gefährlichen Angriff aus 20 Metern zum erfolgreichen Torschuss und seinem ersten Saisontreffer.

Nachdem Zé Roberto in der 50. Minute noch an VfL-Keeper Diego Benaglio gescheitert war, gelang Mark van Bommel mit einem Kopfball aus zwölf Metern drei Minuten später der Ausgleich. Der eingewechselte Tim Borowski sorgte mit einem Flachschuss schließlich für die Bayern-Führung (63.), die neun Minuten später fast wieder Geschichte gewesen wäre, doch Marcel Schäfer traf nur die Latte. Bastian Schweinsteiger vollendete nach Vorarbeit von Zé Roberto und Miroslav Klose schließlich zum 4:2 (80.).

Andreas Ottl vergab 60 Sekunden später das 5:2 - er traf nach einem Konter nur den rechten Pfosten. "Wir haben vor dem Spiel gesagt, dass wir von der ersten Sekunde an auf der Hut sein müssen. Das waren wir aber nicht und waren deshalb plötzlich mit zwei Toren hintendran. Deshalb mussten wir noch mehr Aufwand betreiben. Ich muss der Mannschaft aber ein Kompliment machen, wie sie das Spiel gedreht hat. Das war viel, viel Arbeit und nichts für schwache Nerven", sagte Bayern-Coach Jürgen Klinsmann. VfL-Trainer Felix Magath gab zu: "Es ist alles wie gehabt, der VfL kann in München nicht gewinnen."

Bremens Vorstandschef ist alarmiert

Für Werder Bremens Vorstandsvorsitzenden Jürgen L. Born war mit dem 1:1 bei Hannover 96 der Zeitpunkt gekommen, den Vize-Meister wachzurütteln. "Wir sind nur noch in Zugzwang, wir müssen jetzt in der Bundesliga gegen Leverkusen, im Pokal in Dortmund und in der Champions League gegen Athen gewinnen", mahnte der Clubboss. Auch im Nordderby in der mit 49.000 Zuschauern ausverkauften WM-Arena von Hannover konnten sich die Bremer nicht aus dem Liga-Mittelmaß befreien, einen Sieg hätten sie auch nicht verdient gehabt. Vor allem letzteres missfiel Born offenbar: "Wenn man ganz oben sein will, muss man die bessere Mannschaft sein, wenn man in Hannover spielt. Man wartet auf eine Explosion und die kommt nicht. Irgendwie fehlt die letzte Prise Salz."

Weniger kritisch sah Werder-Coach Thomas Schaaf die Partie: "Die Leistung der Mannschaft war in Ordnung, wir haben ganz klar sicherer gestanden als zuletzt", stellte Schaaf, "auf beiden Seiten wären mehr Tore möglich gewesen, es war ein sehr intensives Spiel. Leider konnten wir in den wichtigen Situationen nicht den entscheidenden Punkt setzten."

Der Versuch, möglichst lange ohne Gegentreffer zu bleiben, war für Bremen bereits in der neunten Minute beendet. Nach einer Ecke war Christian Schulz gegen seinen früheren Club per Kopf erfolgreich. Die Gäste hatten danach mehr vom Spiel, aber Hugo Almeida sorgte in der 41. Minute für den Ausgleich. Er schlenzte den Ball an Torhüter Florian Fromlowitz vorbei ins Gehäuse. Den zweiten Durchgang eröffneten die Bremer mit guten Chancen durch Mesut Özil und Aaron Hunt. Anschließend vergab auch Markus Rosenberg die Möglichkeit für den Werder-Führungstreffer, während von Hannover nicht mehr viel zu sehen war. Am Ende trennten sich beide Teams 1:1.

Jermaine Jones (2.) und Rafinha (4.) hatten schon früh im Spiel die Chance zum ersten Treffer für Schalke, versäumten es aber, das Tor zu erzielen. Bielefeld kam danach besser in die Partie und hatte seinerseits durch Artur Wichniarek eine Möglichkeit, der knapp am Tor vorbeiköpfte (29.). Fünf Minuten später hatte Schalkes Kevin Kuranyi Pech, als er per Kopfball nur den Pfosten traf. Zu Beginn der zweiten Hälfte hatten beide Teams Gelegenheiten, den Führungstreffer zu erzielen. Nach einem Foul an Rafinha aber sah Jonas Kamper Gelb-Rot (60.). Trotz fast 30 Minuten Überzahl aber schafften es die Königsblauen nicht, den Siegtreffer zu erzielen. Dementsprechend fiel das Fazit von Trainer Fred Rutten aus: "Ich bin unzufrieden mit dem Ergebnis. Wenn man gewinnen will, muss man Tore machen. Das hat heute gefehlt. Wir haben viele Chancen gehabt. Wir haben bis zur 93. Minute Kraft und Moral gehabt, noch den Sieg zu schaffen, aber das ist uns nicht gelungen."

Cottbus dreht Spiel, Meyer-Comeback erfolgreich

Die Cottbuser Führung hatte Dimitar Rangelov erzielt (8.). Vorausgegangen war ein Ausrutscher von Aaron Galindo an der Strafraumgrenze. Sieben Minuten später war es erneut Rangelov, der traf, dieses Mal per Kopf. Michael Fink verkürzte mit einem Schuss aus rund 25 Metern in der 38. Minute zum 1:2. in der 57. Minute vereitelte Gerhard Tremmel den Ausgleich durch Nikos Liberopoulos. In der 68. Minute jedoch sah der Keeper nicht ganz glücklich beim Ausgleich durch den kurz zuvor eingewechselten Martin Fenin aus. Fünf Minute später gab es für den Energie-Schlussmann bei einem Liberopoulos-Kopfball nichts zu halten.

Nach gutem Beginn in der ersten Halbzeit musste der KSC in Mönchengladbach fünf Minuten nach dem Seitenwechsel das 0:1 durch Patrick Paauwe hinnehmen. Die Gäste drückten danach auf das Remis, wurden für ihre Bemühungen aber nicht belohnt. So konnte Coach Hans Meyer ein erfolgreiches Comeback bei den Gladbachern feiern. "Wenn man dreimal zu Hause verloren hat, braucht man dringend ein Erfolgserlebnis. Wir haben mit viel Kampf und viel Glück gewonnen. Vier Tage reichen nicht aus, um alles rüberzubringen. Wir wissen, dass wir in Zukunft anders Fußball spielen müssen", sagte Meyer nach der Partie.

mti/sid