Bundesliga: Blitzstart für Leverkusen - DER SPIEGEL
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Bundesliga Blitzstart für Leverkusen

Nach einem klaren 3:0 gegen Duisburg hat Bayer Leverkusen Anschluß zu Tabellenführer Bayern München gefuden. Dagegen hält in Bielefeld die Talfahrt nach einer erneuten Niederlage weiter an.
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Hamburg - Panik bei Borussia Dortmund, die Fortsetzung des Kopf-an-Kopf-Rennens an der Tabellenspitze und wachsende Verzweiflung bei den Abstiegskandidaten - der Rückrundenauftakt der Fußball-Bundesliga hatte es in sich. Dortmund verlor bereits nach der 0:1-Heimpleite gegen den 1. FC Kaiserslautern die Nerven und will nach der Trennung vom umstrittenen Trainer Michael Skibbe mit dem neuen Chefcoach Bernd Krauss noch in den Titelkampf eingreifen.

Im Gegensatz zu Dortmund erwischte Bayer Leverkusen bei der Jagd auf Meister Bayern München einen gelungenen Start ins neue Jahrtausend. Beim 3:0 gegen "Kellerkind" MSV Duisburg schoss sich der "Vize" bereits auf das Gipfeltreffen am Mittwoch bei den Bayern ein, die am Sonntagabend durch ein 0:0 im Spitzenspiel beim Hamburger SV den schärfsten Rivalen aber wieder von der Tabellenspitze verdrängten. Bayern-Kapitän Stefan Effenberg leistete sich den Luxus, in der 68. Minute einen Foulelfmeter zu verschießen. HSV-Schlussmann Hans-Jörg Butt wehrte den Strafstoß ab.

Der Paukenschlag in Dortmund stellte das Geschehen an der Spitze allerdings in den Schatten. Nach dem peinlichen Fehlstart in die Rückrunde gegen die zuvor viermal in Serie geschlagenen Lauterer sahen Skibbe und die BVB-Führung keine gemeinsame Zukunft mehr: "Es war kein perpektivisches und erfolgreiches Arbeiten mit mir als Trainer mehr möglich. Es fehlte die Akzeptanz der Fans", gestand der 34-jährige Skibbe sein Scheitern ein.

Krauss, seit seiner Entlassung beim spanischen Erstligisten Real Sociedad San Sebastian im vergangenen Oktober arbeitslos, soll den früheren Weltpokalsieger noch auf Platz drei oder vier und damit zumindest in die Qualifikation zur Champions League führen. "Das ist nicht einfach, aber realistisch", meinte der in Dortmund geborene Ex-Trainer von Borussia Mönchengladbach.

Das Kontrastprogramm zu Dortmund bieten die Verantwortlichen bei Arminia Bielefeld. Beim Tabellenletzten forderten die Fans nach dem 1:2 gegen Schalke 04 ebenfalls den Rauswurf von Trainer Hermann Gerland. Das Präsidium indes hält weiter zum umstrittenen Coach, der sogar einen Spieleraufstand verkraften musste. "Wir lassen uns nicht erpressen. Wir sind überzeugt, dass wir den Weg mit Gerland zu Ende gehen wollen", betonte Manager Heribert Bruchhagen trotz der siebten Niederlage in Folge.

Während die Arminia mit nur elf Punkten aus 18 Spielen weiter in Richtung Zweite Liga absackt, hat Schalke plötzlich wieder die Uefa-Cup-Plätze im Visier. 17-Millionen-Mark-Einkauf Emile Mpenza feierte einen gelungenen Einstand und hatte großen Anteil am Ende der Negativserie von zuvor acht Spielen ohne Sieg.

Dagegen misslang das Debüt von Felix Magath als Trainer des Tabellenvorletzten Eintracht Frankfurt. Der "Schleifer" sah eine 0:1-Niederlage bei der SpVgg Unterhaching, die siebte Pleite der Hessen in Folge. Der Bundesliga-Neuling, der seit dem 2. August 1998 zu Hause ungeschlagen ist, feierte seinen sechsten Heimsieg in der Eliteklasse.

In Leverkusen hatte die Bayer-Elf ein echtes Fußball-Feuerwerk entfacht. Bernd Schneider sowie zweimal Stefan Beinlich sorgten für die Tore. Beinlichs Treffer zum 3:0 war zugleich das 35.000. Bundesliga-Tor seit 1963. "Wir haben uns eine gewisse Lockerheit angeeignet, die mir die Gewissheit gibt, dass wir in München bestehen", sagte Kapitän Jens Nowotny.

Im eigenen Stadion nicht gepunktet hat 1860 München beim 1:2 gegen den VfL Wolfsburg und rutschte vom vierten auf den fünften Rang ab. Schon werden bei den "Löwen" Erinnerungen an die Vorsaison wach, als sie ebenfalls als Vierter überwintert hatten und nach nur zwei Siegen und vier Unentschieden in der Rückrunde durchgereicht wurden.

"Löwen"-Profi Thomas Riedl hat zwar "keine Angst vor einer Negativserie". Doch die Fans machten ihrem Unmut schon nach 20 Minuten mit Pfiffen lautstark Luft und brachten Trainer Werner Lorant damit auf die Plame: "Unfair" und "unbegreiflich", motzte der Coach nach der fünften Pleite in Folge gegen den Angstgegner. Wolfsburg kam dank der beiden Tore von Andrzej Juskowiak zum ersten Auswärtssieg der Saison.

Den Platz getauscht haben die Sechziger mit Werder Bremen. Die Hanseaten besiegten den VfB Stuttgart 2:1 und halten damit Kurs in Richtung Europapokal-Plätze. Bei den Schwaben sorgte einmal mehr Regisseur Krassimir Balakow für Unruhe. Nach seiner Auswechslung verschwand der 69-malige bulgarische Nationalspieler wutentbrannt in der Kabine.

Glücklich vom Platz gingen hingegen die Spieler vom SC Freiburg nach dem 2:0 gegen Aufsteiger SSV Ulm, bei dem Joachim Stadler nach einer Tätigkeit die Rote Karte sah. Einziges Problem bei den Breisgauern: Marco Weißhaupt verschoss einen Elfmeter. Es war bereits der fünfte Fehlschuss der Freiburger bei acht Versuchen in dieser Saison. Im vorderen Mittelfeld setzte sich derweil Hertha BSC Berlin nach dem 1:0 am Freitag bei Hansa Rostoch fest.