Bundesliga: Hertha erobert die Tabellenspitze - DER SPIEGEL
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Bundesliga Hertha erobert die Tabellenspitze

Dank eines 1:0-Erfolgs bei 1860 München haben die Berliner Fußballer die Führung in der Bundesliga übernommen. Der Siegtreffer fiel in der 90. Minute durch Herthas Isländer Eyjölfur Sverrisson.
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München - Ausgerechnet im Münchner Olympiastadion hat Hertha BSC Berlin den FC Bayern an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga abgelöst. Eyjölfur Sverrisson sicherte mit einem Kopfballtreffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit den schmeichelhaften 1:0 (0:0)-Erfolg über 1860 München und damit den besten Bundesligastart seit 30 Jahren. Die "Löwen" befinden sich weiter im Abwärtstrend und kassierten die vierte Pflichtspielniederlage hintereinander.

Die Berliner überzeugten vor 27.600 Zuschauern im Münchner Olympiastadion allerdings nur in den ersten 20 Minuten durch gefällige Kombinationen. Mehr als zwei Schüsse von Sebastian Deisler aus 15 Metern (8.) und Stefan Beinlich aus rund 30 Metern (16.) sprangen jedoch nicht heraus. Beide Male war der nicht immer sichere Simon Jentzsch im "Löwen"-Tor auf dem Posten - ebenso bei einem Kopfball von Eyjölfur Sverrisson, den Jentzsch über die Latte lenkte (40.).

Die Gastgeber begannen zunächst verunsichert. Zu allem Überfluss spitzten sich die ohnehin akuten Abwehrprobleme bereits nach fünf Minuten weiter zu, als Mannschaftskapitän Marco Kurz mit einer Oberschenkelverletzung das Feld räumen musste. Trainer Werner Lorant brachte dafür Uwe Ehlers, der anschließend nicht nur eine überzeugende Partie bot, sondern gemeinsam mit seinen Nebenleuten auch einen ruhigen Vorabend verlebte. Hertha BSC verstand es nicht, die "Löwen"-Abwehr in große Verlegenheit zu bringen.

Dagegen kamen die Sechziger nach 20 Minuten immer besser ins Spiel und bestimmten über weite Strecken das Geschehen. Zwangsläufig kamen sie dabei auch zu zahlreichen Chancen, allerdings hatte Torhüter Gabor Kiraly im Berliner Tor einen glänzenden Tag erwischt. In der ersten Halbzeit entschärfte der ungarische Nationaltorhüter zunächst eine Kopfball von Ehlers, den anschließenden Nachschuss von Harald Cerny (19.) sowie einen 30-Meter-Freistoß von Roman Tyce. In der 36. Minute kam ihm bei einem Freistoß von Thomas Häßler der Pfosten zu Hilfe.

"Wir spielen sehr gut, aber der Gegner steht tief. Wir brauchen Geduld", sagte Münchens Trainer Lorant vor der zweiten Halbzeit, in der seine Mannschaft nicht immer einfallsreich, aber engagiert den Weg in den Berliner Strafraum suchte. Wie schon in den ersten 45 Minuten taten sich dabei zahlreiche Lücken in der Hintermannschaft von Hertha BSC auf, im Ernstfall war jedoch erneut auf Kiraly Verlass. So in der 58. Minute, als Martin Max den Ball fast ins Tor "gewürgt" hätte, Herthas Torhüter den Ball aber gerade noch von der Linie schlug. Auch bei zahlreichen Schüssen der "Löwen" bewies er ein gutes Stellungsspiel.

Kiraly war zugleich auch der einzige Herthaner, der über die gesamte Spielzeit eine gute Leistung bot. Dagegen bauten Deisler, der in der 69. Minute ausgewechselt wurde, sowie Beinlich nach guten Beginn immer mehr ab. Neben Ehlers konnte bei den Gastgebern vor allem der enorm engagierte Norweger Erik Mykland gefallen.

Von Thomas Häberlein, sid

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