Bundesliga Jörg Berger im Interview
sid
"Sie sind als "Feuerwehrmann" zu Eintracht Frankfurt geholt worden. Wie wollen Sie
den Traditionsklub vor dem Abstieg retten?"
Jörg Berger:"Ich hätte dieses Amt nicht übernommen, wenn ich nicht überzeugt wäre, daß
der Klassenerhalt machbar ist. Allerdings nur, wenn die Mannschaft an einem Strang zieht. Ich will das
Unmögliche möglich machen. Das geht nur über eine läuferische und kämpferische Bereitschaft, zu
mehr bleibt einfach keine Zeit. Es wird eine sehr harte Zeit für die Spieler, aber auch für mich. Die
Mannschaft hat jetzt kein Alibi mehr."
sid"Was werden Sie bis zum wichtigen Spiel am Samstag gegen Hansa Rostock
verändern?"
Berger: "Die Mannschaft muß umdenken und darf nicht so auftreten wie in Leverkusen und
zuletzt in München. Es heißt nicht umsonst Abstiegskampf und nicht Abstiegsspiel. Wir werden
wahrscheinlich von Donnerstag bis Samstag ins Trainingslager gehen. Ich werde viele
Einzelgespräche führen und muß dafür sorgen, daß die Mannschaft enger zusammenrückt. Die
Ansetzung der Spiele eröffnet die Chance, daß wir uns aus eigener Kraft aus der
Situation befreien."
sid"Sie kamen in der vergangenen Saison in einer ähnlichen Situation zum Karlsruher SC und
konnten die Badener nicht vor dem Abstieg bewahren. Gibt es Parallelen zu ihrem Engagement in
Frankfurt?"
Berger: "Das kann man gar nicht vergleichen. In Karlsruhe wußte ich damals nicht, welche
Spieler bleiben und welche gehen. Viele hatten schon Verträge bei anderen Vereinen und wußten,
wo sie im Falle des Abstiegs hingehen. Diesbezüglich bin ich ein gebranntes Kind. Es hat meinem
Ansehen als Trainer geschadet, so etwas darf in Frankfurt nicht passieren. Ich habe es als Bedingung
für meine Zusage gemacht, daß die Mannschaft auch in der Zweiten Liga nicht substantiell
geschwächt wird."
sid"Könnte es ein Probleme in der Zusammenarbeit mit dem Technischen Direktor Gernot
Rohr geben? Bislang hatten Sie in ihren Vereinen immer das alleinige
Sagen in sportlichen Dingen."
Berger: "Das wird auch so bleiben. Wie es mit dieser
Zusammenarbeit aussehen soll, werden wir in einem Gespräch klären."