Bundesliga: Nürnberg gegen Wolfsburg abgebrochen - DER SPIEGEL
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Bundesliga Nürnberg gegen Wolfsburg abgebrochen

Das gab es in der Bundesliga seit 32 Jahren nicht mehr: Die Partie zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem VfL Wolfsburg ist nach der ersten Halbzeit abgebrochen worden - wegen schlechten Wetters. Die Begegnung muss jetzt neu angesetzt werden.
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Nürnberg - Starker Regen in Nürnberg: Die Partie zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem VfL Wolfsburg wurde beim Stand von 1:0 für den Gastgeber und 45 gespielten Minuten um 22.15 Uhr von Schiedrichter Jochen Drees wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgebrochen. Das Begegnung wird in voller Länge an einem noch zu bestimmenden Termin nachgeholt. Insgesamt war es der sechste Spielabbruch in der deutschen Eliteliga überhaupt.

"Wir sehen es nicht als gewährleistet an, das Spiel regulär zu beenden. Wir haben die Informationen vom Wetteramt ausgewertet, den Platz an verschiedenen Stellen besichtigt und sind zu der Entscheidung gekommen, die Partie abzubrechen", sagte Drees. "Ein Spielabbruch ist immer die letzte Entscheidung. Der reguläre Ablauf des Spiels und die Gesundheit der Spieler müssen gewährleistet sein. Das war nicht mehr der Fall." Die Entscheidung traf er nach einer rund einstündigen Unterbrechung, in der Helfer vergeblich versucht hatten, den vom Dauerregen durchtränkten Platz wieder bespielbar zu machen.

"Der Ball muss rollen und die Gesundheit der Spieler muss gewährleistet sein. Der Abbruch war eine Entscheidung der Vernunft", sagte Manfred Ammerell, Sprecher der deutschen Schiedsrichter. Zuletzt war am 27. November 1976 ein Punktspiel abgebrochen worden, damals musste die Begegnung zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Fortuna Düsseldorf beim Stand von 0:1 in der 76. Minute wegen Flaschenwürfen der Zuschauer vorzeitig beendet werden.

Wolfsburgs Coach Felix Magath zeigte Verständnis für die Entscheidung: "Die Bedingungen waren nicht mehr regulär, von daher ist der Abbruch in Ordnung", schob aber hinterher: "Wir hätten auch weiter gespielt." Nürnbergs Trainer Thomas von Heesen akzeptierte die Entscheidung ebenfalls, sagte jedoch: "Die Spieler wollten alle weiterspielen - ein Kampfspiel ist doch auch mal schön anzusehen." Club-Stürmer Marek Mintal hätte die Partie ebenfalls gerne beendet: "So ein bisschen Wasser auf dem Platz ist doch nicht schlimm."

Fünf Minuten vor dem Anpfiff war über dem Nürnberger Stadion ein kräftiger Wolkenbruch abgegangen. Nach etwa 20 Minuten bildeten sich auf dem Rasen zahllose riesige Pfützen. Die Profis hatten danach mehr mit den widrigen Verhältnissen zu tun, jeder Zweikampf wurde zu einem Risiko für die Gesundheit. Pässe und Schüsse auf das Tor blieben in den Wasserlachen hängen, Erinnerungen an das legendäre Duell zwischen Deutschland und Polen (1:0) bei der WM 1974 in Frankfurt am Main wurden automatisch wach.

Zur Halbzeit stand es vor 40.000 Zuschauen durch ein Tor von Ivan Saenko (35.) 1:0 für den abstiegsbedrohten Club, nachdem der Brasilianer Marcelinho in der 11. Minute mit einen Foulelfmeter an Nürnbergs Keeper Jaromir Blazek gescheitert war. In der Pause begannen die zahllosen Helfer, mit allen Mitteln den Platz vom Wasser zu befreien. Sogar mit Bier-Tischen und -Bänken, Harken und Schiebern schippten sie das Wasser vom Rasen. Auch Löcher wurden gebohrt, damit das Wasser im Boden versiegt. Kleine, motorisierte Walzen wurden zusätzlich zur Bekämpfung der Wassermassen herangezogen, allerdings war alles vergeblich. Nach dem Abpfiff gingen die Nürnberger Spieler in die Fankurve, um die enttäuschten Anhänger zu besänftigen.

fsc/sid

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