Bundesliga Nullnummer am Freitagabend
Berlin - Nach drei Siegen in Folge musste sich Hertha BSC Berlin am Freitagabend im Bundesliga-Duell der Europacup-Anwärter gegen den VfL Wolfsburg mit einem mageren 0:0 begnügen und verpassten damit die Chance, sich als Tabellen-Vierter von der Konkurrenz abzusetzen. Auch das Comeback von Sebastian Deisler, der 18 Tage nach seiner Leistenoperation in der letzten halben Stunde zum Einsatz kam, konnte Hertha vor 38.202 Zuschauern im Olympiastadion nicht zum Sieg verhelfen. Mit einer konzentrierten Leistung bauten die in Richtung UEFA-Pokal schielenden Wolfsburger ihre Erfolgsbilanz auf sechs ungeschlagene Spiele in Serie aus.
In Reihen der Herthaner wurde der gesperrte Dariusz Wosz an allen Ecken und Enden vermisst. Ohne den Spielmacher fehlte bei den Hausherren die zentrale Anspielstation im Mittelfeld. Weder Andreas Neuendorf noch Sixten Veit konnten in Wosz's Rolle schlüpfen. An Stelle des an einem Muskelfaserriss laborierenden Alex Alves hatte Hertha-Trainer Jürgen Röber völlig überraschend US-Boy Tony Sanneh als zweiten Angreifer neben Michael Preetz aufgeboten. Trotz der Umstellungen erarbeiteten sich die Berliner ein optisches Übergewicht und ein Plus an Torchancen. Die größte Gelegenheit vergab Michael Preetz (51.), der aus zwölf Metern über das Gäste-Tor schoss.
Gute Möglichkeiten hatte zunächst Marko Rehmer verpasst, der ähnlich viele Freiheiten wie im letzten Heimspiel gegen Frankfurt besaß, aber gleich zwei Mal (28./33.) in dem glänzend reagierenden VfL-Keeper Claus Reitmaier seinen Meister fand. Zuvor hatte Andreas Neuendorf nach nur 40 Sekunden den Pfosten des Wolfsburger Tores getroffen. Doch auch die Wolfsburger blieben im Olympiastadion jederzeit torgefährlich, obwohl ihnen nach dem Ausfall von Andrzej Juskowiak (Gehirnerschütterung) mit dem zwölffachen Saison-Torschützen Jonathan Akpoborie nur eine Spitze zur Verfügung stand. So zielte Zoltan Sebescen (38.) nur knapp am Hertha-Gehäuse vorbei.
Die Einwechslung von Deisler und Ali Daei, der erst am Morgen aus dem Iran kommend in Berlin eingetroffen war, sorgte nicht für die erhoffte Belebung des Hertha-Angriffsspiels. Die Berliner rannten sich immer wieder in der dicht gestaffelten Deckung der Gäste fest.