Bundesliga: Rückschlag für die Eintracht - DER SPIEGEL
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Bundesliga Rückschlag für die Eintracht

Eintracht Frankfurt hat den erhofften Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz verpasst. Die Hessen konnten im "kleinen Abstiegs-Endspiel" gegen Hansa Rostock den Aufwärtstrend nicht fortsetzen.
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Frankfurt am Main - Eintracht Frankfurt verschenkte mit dem 0:0 am Freitag in der Fußball-Bundesliga gegen Hansa Rostock den Sprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz und zwei Punkte, die in der Endabrechnung bitter fehlen könnten. "Wir haben gegen den Abstieg gespielt und nicht gekämpft", monierte Felix Magath die fehlende Entschlossenheit seiner Spieler. "Vielleicht", sinnierte der Coach, "waren die letzten Ergebnisse zu gut. Wir sind an den Konkurrenten dran und bleiben es auch mit dem 0:0. Doch wir dürfen nicht nur auf spielerische Mittel setzen. Kampf gehört dazu, wenn man unten steht." Sein Gegenüber, Andreas Zachhuber, sah seine Marschroute bestätigt: "Wir wollten punkten und unseren Drei-Punkte-Vorsprung auf Frankfurt halten. Das haben wir mit viel Kampfgeist geschafft."

Magath wertete die "Nullnummer" als leichten Rückschlag. "Unsere Aufgabe ist schwieriger geworden. Wir brauchen noch vier Siege und müssen mindestens 38 Punkte erreichen. Jetzt fehlen uns noch 13, dabei hätten es leicht nur noch elf sein können. Jetzt müssen wir die fehlenden zwei Zähler in Schalke holen." Chancen fast im Minutentakt wurden in der starken Anfangsphase leichtfertig vergeben. Über links stürzte die Eintracht die Gäste von einer Verlegenheit in die andere. "Das ständige Anrennen hat viel Kraft und auch Konzentration gekostet", nahm Magath seine Spieler in Schutz. Dazu kam die mangelhafte Zweikampfhärte. Hansa besaß ein deutliches Übergewicht.

Als nach 70 Minuten das erlösende Führungstor noch nicht gelungen war, schwante dem Frankfurter Trainer nichts Gutes. "In der Schlussphase wuchs die Gefahr, noch ein Gegentor einzufangen. Ich war schon froh, als der Schiedsrichter abpfiff", so Magath. Da ärgerte es ihn auch nicht mehr sonderlich, dass der Norweger Jan-Age Fjörtoft die letzte große Eintracht-Chance kläglich vergeben hatte. "In der ersten Halbzeit hätte er das Tor gemacht", war der Coach überzeugt.

Das 0:0 bestätigte Serien der Kontrahenten. Frankfurt ist unter Magath zu Hause weiter unbesiegt, muss aber gegen Rostock weiter auf den ersten Erfolg seit 1992 warten. Hansa bleibt in dieser Saison ohne Auswärtssieg, konnte bisher ganze fünf Punkte auf des Gegners Platz ergattern. "Wir haben uns den Punkt redlich verdient", lobte aber Rostocks Bester, Timo Lange, der Frankfurts künftigen A2-Nationalspieler Marco Gebhardt an die kurze Leine legte, sein Team. "Jetzt haben wir zwei Mal zu Null gespielt, wir sind auf Rekordjagd", freute sich auch Martin Pieckenhagen über die gute Abwehrarbeit. "Unser Sieg gegen Dortmund hat der Mannschaft Selbstvertrauen gegeben. Die Abwehr glaubt wieder an sich", so Zachhuber.

Die Magath-Schützlinge können weiter aus eigener Kraft den Klassenerhalt sichern, der Verein aber braucht Hilfe von außen, um auch in der nächsten Saison wirtschaftlich der Bundesliga anzugehören. Schatzmeister Rainer Leben hält sich immer noch bedeckt, wer denn nun den Retter von Frankfurt spielen soll. "Kein Kommentar" ist zur Zeit sein Lieblingsspruch. Die Zahlungsfähigkeit der Eintracht sei weiter gesichert, verriet Leben, der die Umwandlung des 17-Millionen-Mark-Darlehens in eine Barzuwendung nicht bestätigen wollte. "Die Eintracht hat wirtschaftlich große Fortschritte gemacht", erklärte der Schatzmeister lapidar. Das Warten auf den überlebenswichtigen strategischen Partner hält an.