Bundesliga-Sonntag Bremen bleibt dran, Bayer erlebt Debakel
Hamburg - Ein Tor von Markus Rosenberg hat Werder Bremen im Titelrennen gehalten. Der Treffer des Schweden in der 75. Minute sicherte den Hanseaten einen hart erkämpften 1:0 (0:0)-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg. Damit festigten die Norddeutschen den zweiten Tabellenplatz mit weiterhin weiterhin zwei Zählern Rückstand auf Tabellenführer Schalke 04.
Für Bayer Leverkusen folgte drei Tage nach der höchsten Europacup-Heimniederlage der Clubgeschichte im zweiten Sonntagsspiel des 28. Spieltages der nächste herbe Rückschlag. Die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe verlor 1:4 (0:3) gegen den abstiegsbedrohten VfL Bochum, verteidigte aber immerhin den fünften Tabellenplatz.
Vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion taten sich die Bremer allerdings lange Zeit sehr schwer. Drei Tage nach dem torlosen Unentschieden im Uefa-Pokal bei AZ Alkmaar war dem Herbstmeister die fehlende Frische deutlich anzumerken. Mit gutem Kombinationsspiel konnten die Gäste die Partie lange Zeit ausgeglichen gestalten und hätten mit ein wenig mehr Glück im Abschluss schon in der ersten Halbzeit in Führung gehen können. So verpasste Robert Vittek in der 23. Minute das 1:0 für die Franken nur um Zentimeter, in der 61. Minute prüfte Jan Polak Bremens Torhüter Tim Wiese mit einem verdeckten Distanzschuss.
"Wir wussten, dass es eine schwere Partie für uns werden wird, weil die Nürnberger sehr laufstark sind. Aber es war ein wichtiger und auch verdienter Sieg", sagte Werder-Coach Schaaf. Dieser hofft zudem, dass sich der in der Schlussphase ausgewechselte Abwehrchef Per Mertesacker nicht allzu schwer verletzt hat. "Aber es sieht nicht gut aus", sagte Schaaf. Dagegen war Nürnbergs Marco Engelhardt nach der knappen Niederlage verärgert: "Defensiv haben wir gut gestanden, und dann kriegen wir so ein Drecks-Tor", so der Nationalspieler.
Wie schon in den vergangenen Wochen tat sich der insgesamt immer noch erfolgreichste Angriff der Liga auch diesmal wieder schwer. Klare Torchancen gab es insbesondere vor dem Seitenwechsel wenige. Auch WM-Torschützenkönig Miroslav Klose fand erneut nicht aus seinem Formtief heraus. Der 28-Jährige blieb im Abschluss erneut glücklos und wartet in der Liga nun bereits seit 785 Minuten auf einen Torerfolg.
20 Minuten vor dem Ende reagierte Werder-Coach Thomas Schaaf auf die Defizite in der Offensive und wechselte mit Rosenberg, der knapp fünf Minuten später mit seinem ersten Ballkontakt per Hacke traf, quasi den Sieg ein. Der Schwede hatte schon im Bundesliga-Spitzenduell der Bremer bei Bayern München (1:1) einen äußerst wichtigen Treffer für sein Team erzielt.
Gekas auf dem Weg zur Torjägerkanone
Vor 22.500 Zuschauern in Leverkusen verschliefen die Hausherren, die aus den vorangegangenen fünf Spielen 13 Punkte geholt hatten, wie schon am vergangenen Donnerstag beim 0:3 im Viertelfinalhinspiel gegen CA Osasuna die Anfangsphase komplett und gerieten innerhalb von nur 14 Minuten durch ein Eigentor von Verteidiger Karim Haggui (8.), Anthar Yahia (16.) und den griechischen Torjäger Theofanis Gekas (22.) vorentscheidend in Rückstand. Erneut Gekas gelang eine Minute vor dem Ende sogar noch der vierte Treffer. Der Grieche, der sich Spekulationen zufolge bereits mit Leverkusen über ein Engagement ab der kommenden Saison einig sein soll, führt die Torjägerliste der Bundesliga mit nunmehr 16 Treffern an.
"Wir haben erstmals zwei Mal hintereinander gewonnen. Das ist ein schönes Ostergeschenk und ein wichtiger Sieg für Moral und Psyche", sagte Bochums Trainer Marcel Koller, fügte aber auch hinzu: "Das ist kein Grund zur Euphorie."
Für die erneut enttäuschende Bayer-Elf traf lediglich der bis dahin schwache Nationalstürmer Stefan Kießling (61.). Als ob die Niederlage nicht schon genug gewesen wäre, muss Coach Skibbe im kommenden Bundesligaspiel beim deutschen Meister Bayern München auf Nationalspieler Bernd Schneider verzichten, der seine fünfte Gelbe Karte sah. Dazu erhielt Kießling in der 80. Minute von Schiedsrichter Peter Gagelmann die Rote Karte wecken Meckerns. Gegner Bochum konnte nach zuvor zwei Auswärtsniederlagen in Folge einen wichtigen Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt feiern und verbesserte sich mit 33 Punkten auf den elften Platz.
fpf/sid/dpa