Bundesliga-Sonntag HSV erlegt die Wölfe
Hamburg - In der AOL-Arena drehte der HSV vor 48.000 Zuschauern das Spiel gegen den VfL Wolfsburg nach einem Rückstand noch um und gewann am Ende verdient mit 3:1 (2:1). Thomas Brdaric hatte die "Wölfe" nach 16 Sekunden mit dem fünftschnellsten Tor der Bundesligageschichte in Führung geschossen.
Doch der HSV schlug zurück: Abwehrchef Daniel van Buyten (40.) und Sergej Barbarez mit seinem vierten Saisontor sorgten noch vor der Pause für die Führung. Der Argentinier Bernardo Romeo traf in der Nachspielzeit zum Endstand. Wolfsburg verlor damit die Tabellenführung an den FC Bayern München und rutscht auf Platz 2.
"Wir haben versucht, die Führung zu verteidigen und Ruhe ins Spiel zu bringen. Eigentlich sollte eine Führung Flügel verleihen, aber wir haben es eben nicht über die Runden gebracht", erklärte Wolfsburgs Coach, "wichtig ist, dass wir die Heimspiele weiter gewinnen."
Fußball-Bundesliga: Sitzen, Fliegen, Rücken biegen
Thomas Doll machte die Siegesserie der vergangenen Wochen für die erfolgreiche Wende verantwortlich: "Wir haben in den letzten Spielen immer gute Ergebnisse gehabt, da hat man halt das Selbstbewusstsein. Wir haben ja unter meiner Regie noch nicht zurückgelegen, aber die Mannschaft hat nach dem 0:1 toll reagiert und das zeigt ihren Charakter", so der HSV-Trainer.
Mintal trifft schon wieder
Hannover 96 bleibt durch ein 1:1 (0:0) beim 1. FC Nürnberg weiter auf Platz fünf der Liga. Erst in der Schlussphase einer ereignisarmen Partie hatten die Nürnberger, die nun Zwölfter sind, den verdienten Ausgleich sichern können. Keines der beiden Teams wusste dabei spielerisch zu überzeugen, so dass auch keiner einen Sieg verdient gehabt hätte.
Es war der erste sehenswerte Angriff von Hannover 96 und eine der wenigen guten Szenen eines schwachen Bundesligaspiels. Nach 56 Minuten hatte sich Thomas Christiansen im Mittelfeld gegen gleich drei Nürnberger durchgesetzt und auf seinen Sturmpartner Daniel Stendel gepasst, der aus halbrechter Position ins lange Eck zur überraschenden Führung der Gäste einschoss - sein vierter Saisontreffer. Wenige Sekunden zuvor war Nürnbergs Markus Schroth mit der bis dato größten Tormöglichkeit des Spiels an der eigenen Technik gescheitert. Frei vor Hannovers Robert Enke sprang ihm das Leder zu weit vom Fuß, so dass der Schlussmann sich noch auf den Ball schmeißen konnte.
Neun Minuten vor dem Ende stellte Nürnbergs Torjäger Marek Mintal seine Qualitäten wieder einmal unter Beweis. Nach einer weiten Flanke von Tomas Hajto kam der Slowake an den Ball und glich im Nachschuss zum 1:1 aus. Mit elf Toren übernahm er damit die alleinige Führung in der Bundesliga-Torschützenliste vor dem Bielefelder Delron Buckley.
"Wir stecken wie drei Viertel der Liga mitten im Abstiegskampf", sagte Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf, "wer weiß, ob dieser Punkt am Saisonende nicht Gold wert ist." Auch Hannovers Coach Ewald Lienen war trotz vieler Fehler zufrieden: "In der ersten Halbzeit hatten beide Mannschaften viel Respekt voreinander, es gab nur wenige Torchancen. Das Gegentor fiel in unserer schlechtesten Phase nach einem Abwehrfehler. Nach unserem Führungstor hätten wir dominanter auftreten müssen."