Bundesliga-Sonntag Klose rettet Lautern den Sieg
Kaiserslautern - Mit drei Toren krönte Klose am Sonntagabend den Lauterer Sturmlauf und verhinderte den erneuten Sturz der Pfälzer in den Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga. Dank seiner Saisontore Nummer sieben bis neun war der
Nationalstürmer Wegbereiter des 4:2 (0:2)-Sieges gegen Hertha BSC.
Neben Klose (46./68./79.) traf für die im zweiten
Durchgang wie entfesselt auftrumpfenden Lauterer der Kameruner Bill Tchato (77.), der sein erstes Bundesliga-Tor erzielte. Für Klose war es der erste Dreierpack in der Bundesliga. "In diesem Stadion ist auch nach einem 0:2 immer noch alles drin. Der Trainer hat in der Halbzeit gesagt, wir müssen an uns glauben. Mit unseren Fans im Rücken haben wir das Spiel dann noch gedreht", sagte Klose nach dem Sieg. "So lange ich beim FCK bin, werde ich meine Leistung bringen und Tore schießen", kommentierte der Stürmer eventuelle Wechselgerüchte.
Durch den Bobic-Vertreter Nando Rafael (37.) und ein Eigentor von Aleksander Knavs (45.) waren die Berliner vor 34.000 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion scheinbar uneinholbar 2:0 in Führung gegangen. "Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll. Wir waren einfach unkonzentriert", gab Rafael zu. Wesentlich härter ging Hertha-Trainer Huub Stevens mit seinem Team ins Gericht. "Verteidigen gehört auch zum Fußball, das haben wir in der zweiten
Halbzeit nicht getan. Da haben einige Leute in der Abwehr
gestanden, aber nicht verteidigt", schimpfte der Niederländer, "wir haben Kaiserslautern stark gemacht."
Mit einer außergewöhnlichen Demonstration hatten die Lauterer Fans versucht, ihre Mannschaft für das Duell der Tabellennachbarn zu motivieren. Unter dem Motto "Werdet Eurem Erbe gerecht!" entrollten die Anhänger der Westkurve Transparente mit den Namen pfälzischer Identifikationsfiguren wie Fritz Walter, Horst Eckel oder Hans-Peter Briegel. Deren Nachfolger im roten Trikot wurden den Erwartungen 45 Minuten lang nicht gerecht. Doch nach Wiederbeginn setzten die Gastgeber, angeführt vom nicht zu bremsenden Klose, zu einem unwiderstehlichen Sturmlauf an, dem die Hertha nicht gewachsen war.
Bei den Berlinern schien sich die Maßnahme von Stevens, den zuletzt formschwachen Nationalstürmer Fredi Bobic erstmals in dieser Saison auf der Bank zu lassen und durch Rafael zu ersetzen, als Glücksgriff zu erweisen. Der 19 Jahre alte Angolaner, der im letzten Spiel der vorigen Saison beim 2:0 gegen den 1. FCK seine ersten Bundesliga-Treffer für die Hertha erzielt hatte, überlistete den
weit aus seinem Tor gelaufenen Tim Wiese mit einem gekonnten Heber und verpasste den Lauterern das erste Gegentor auf dem Betzenberg nach 362 Minuten. Wenig später folgte durch Knavs der nächste Schock. Der Slowene versuchte einen Pass von Bart Goor vor Rafael zu
erwischen und lenkte den Ball dabei über Wiese hinweg ins eigene Tor.
Doch mit dem Anschlusstreffer durch Klose, der eine Ecke von Mika Nurmela am zögernden Hertha-Torwart Gabor Kiraly vorbei einköpfte, schlug die Stimmung auf den Rängen um. Mit Halil Altintop für Thomas Hengen hatte FCK-Coach Erik Gerets einen weiteren Angreifer aufs Feld geschickt, der in der Berliner Deckung für viel Unruhe sorgte. Lohn für den unermüdlichen Kampfgeist der Lauterer war der Ausgleich durch Klose, der Kiraly nach einem Querschläger im Berliner Strafraum zum zweiten Mal das Nachsehen gab. "In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir noch etwas draufhaben", zog Gerets ein einfaches Fazit nach der Aufholjagd.
1. FC Kaiserslautern - Hertha BSC 4:2 (0:2)
0:1 Rafael (37.)
0:2 Knavs (45., Eigentor)
1:2 Klose (47.)
2:2 Klose (69.)
3:2 Tchato (77.)
4:2 Klose (79.)
Kaiserslautern: Wiese - Knavs, Lembi, Tchato, Hengen (46. Halil Altintop) - Grammozis, Nurmela, Hristov, Kosowski (89. Malz), Lincoln (86. Anfang) - Klose
Hertha BSC: Kiraly - A. Friedrich, Madlung, van Burik, Simunic - N. Kovac (80. Karwan), Schmidt, Mladenov, Goor - Rafael, Luizao (74. Bobic)
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
Zuschauer: 34.000
Gelbe Karten: Hengen (4), Nurmela (2) / N. Kovac (5), Mladenov (3), Friedrich