Bundesliga-Sonntag Schalke und HSV souverän
Gelsenkirchen - Der Hamburger SV gewann die durch die massiven Schneefälle von der Absage bedrohte Begegnung gegen den 1. FC Kaiserslautern 3:0 (0:0). Damit liegt das Team von Trainer Thomas Doll als neuer Zweiter nur noch sechs Punkte hinter dem FC Bayern München. Für die zuvor in sechs Spielen in Serie ungeschlagenen Pfälzer bedeutete die Niederlage derweil einen Rückschlag im Abstiegskampf.
Benjamin Lauth brachte Hamburg in Führung (55.). FCK-Youngster Fabian Schönheim sorgte mit einem Eigentor sechs Minuten später für das 2:0 des HSV. Für den Endstand sorgte Raphael van Vaart mit einem verwandelten Foulelfmeter (86. Minute), es war zugleich der siebte Saisontreffer des Mittelfeldstars. Ein Comeback nach vierwöchiger Pause beim HSV nach seinem Kieferbruch gab Stürmer Ailton, der in der 72. Minute eingewechselt wurde.
Den Anpfiff der Partie hatte erst der Einsatz der Hamburger Feuerwehr ermöglicht. Schiedsrichter Franz-Xaver Wack (Biberbach) war die Schneeschicht auf dem Dach der Hamburger WM-Arena ein zu hohes Sicherheitsrisiko. Die Beamten der Hochrettungstruppe sorgten allerdings für Abhilfe, sodass das Spiel mit 75-minütiger Verspätung beginnen konnte.
Kaiserslauterns Trainer Wolfgang Wolf war dennoch verärgert. "Man kommt nicht umhin, dem HSV einen Vorwurf zu machen. Der Schiedsrichter hat bereits um 10.30 Uhr auf die Missverhältnisse hingewiesen. Das Thema hätte schon im Laufe des Vormittags erledigt sein können", wetterte der Coach, "diese Spielverschiebung war absolut unnötig. Was hier abgelaufen ist, ist mir unverständlich. Deswegen haben wir aber nicht verloren. Man kommt nicht umhin, dem HSV einen Vorwurf zu machen." Wolfs Team musste wegen der Verspätung den Heimflug absagen und machte sich nach Abpfiff per Bus auf die achtstündige Rückfahrt in die Pfalz.
HSV-Teammanager Bernd Wehmeyer konterte: "Die Situation war für beide Mannschaften gleich." Doll sagte: "Wir sind von der ersten Minute an gut ins Spiel gekommen. Wir haben die Ordnung behalten und Geduld bewiesen. Ich kann den Ärger von Wolfgang Wolf verstehen. Wir müssen uns bei den Fans und beim Gegner für die Verzögerung entschuldigen."
Die Schalker nahmen mit dem 2:0 (0:0)-Sieg gegen Frankfurt auch Revanche für die 0:6-Niederlage im DFB-Pokal bei der Eintracht. Die Tore zum fünften Punktspielsieg in Folge erzielte Sören Larsen (52.) und der eingewechselte Ebbe Sand in der Nachspielzeit. Der Meisterschaftszweite kletterte damit erstmals in dieser Saison auf einen Champions-League-Platz, Trainer Slomka ist nun schon seit acht Partien ungeschlagen.
Unter den Augen von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der am Sonntag aus Kalifornien angereist war, verwertete Larsen eine Flanke von Rafinha per Kopf zu seinem achten Saisontreffer. Später legte der Angreifer in der ausverkauften Veltins-Arena für seinen Landsmann Sand zum 2:0 auf. Für die Hessen wird die Situation nach nun fünf Spielen mit nur einem Zähler immer bedrohlicher, die Abstiegsränge rücken näher.
"Wir spielen wirklich klasse. Jetzt wartet aber eine harte Woche auf uns. Wir müssen das Ding gegen Palermo noch umbiegen, dann können die Bayern kommen", sagte der Schalker Nationalspieler Gerald Asamoah, der das Zusammenspiel mit Sturmpartner Larsen lobte: "Wir sind zwei unterschiedliche Typen, aber das passt gut zusammen. Larsen Gegenspieler Marko Rehmer und auch Eintracht-Coach Friedhelm Funkel beklagten, dass dem Führungstreffer ein Foul von Larsen vorausgegangen war.
mc/sid