Last-Minute-Transfers: Rückkehrer, Raubeine und Risikokäufe
Bundesliga-Transfers Panische Powershopper
Hamburg - So langsam dürfte auch Felix Magath mit dem Zählen Probleme bekommen. Bislang tummelten sich beim VfL Wolfsburg bereits mehr als 30 Profis in der Bundesliga-Mannschaft. Am Mittwoch sind noch einmal drei Spieler hinzugekommen. Magath, der Powershopper, hat erneut zugeschlagen und kurz vor dem Ende der Transferfrist einen Verteidiger, einen Mittelfeldregisseur und einen Stürmer verpflichtet. Jetzt wird er beim Training wohl Mühe haben, die Vollständigkeit des Kaders zu überprüfen.
Dass Magath nachbessert, verwundert angesichts des schwachen Saisonstarts (drei Punkte, Platz 15) nicht. Schon eher irritieren die Namen der Zugänge. Chris? Ein verletzungsanfälliger Verteidiger, der in der abgelaufenen Saison mit Eintracht Frankfurt abgestiegen war. Alexander Hleb? Der Mittelfeldmann kann seit Jahren nicht mehr an seine Leistung beim VfB Stuttgart (2000 bis 2005) anknüpfen. Rasmus Jönsson? Der junge schwedische Stürmer dürfte eher ein perspektivischer Transfer sein. Können diese Spieler die Wende einleiten?
Die großen Namen fehlen nicht nur bei Magath. Wer beim Last-Minute-Shopping auf einen echten Kracher hofft, braucht viel Geld - oder viel Glück. Am Ende der Transferperiode sind bezahlbare Verstärkungen rar. Schließlich versuchen potentielle Käufer im Blitztempo nachzuholen, was zuvor in der Sommerpause verpasst wurde. Nicht umsonst war neben Wolfsburg auch der zweite kriselnde Nordclub auf dem Transfermarkt besonders aktiv.
Wilde Deals in Hamburg
In Hamburg haben die Verantwortlichen erkannt, dass nach dem katastrophalen Saisonstart (ein Punkt, Platz 18) eine Horrorsaison ansteht. Für den niederländischen Nationalspieler Eljero Elia kassiert der HSV zehn Millionen Euro von Juventus Turin. Als Ersatz kommt für vier Millionen Euro Ivo Ilicevic vom 1. FC Kaiserslautern. Er soll das lahme Offensivspiel beleben. Blöd nur, dass der Kroate gerade wegen einer Roten Karte für vier Spiele gesperrt worden ist.
Solche Sorgen haben die großen Clubs wie der FC Bayern, Borussia Dortmund oder Bayer Leverkusen nicht. Sie haben auf Zugänge verzichtet. Andere, wie Mainz 05, justieren mit Augenmaß nach. Stürmer Mario Gavranovic (kommt auf Leihbasis von Schalke 04) und Torwart-Talent Loris Karius (Leihe von Manchester City) komplettieren den Kader von Trainer Thomas Tuchel. In Bremen dürfte hingegen die Angst umgehen. Die ohnehin löchrige Abwehr wird nach dem Verkauf von Kapitän Per Mertesacker zum FC Arsenal geschwächt. Ein Ersatz für die Innenverteidigung wurde trotz der Ablösesumme von etwa zehn Millionen Euro nicht verpflichtet.
Bei den Abgängen der Bundesligisten fehlen übrigens zwei Namen: Die Bankdrücker Michael Ballack (Bayer Leverkusen) und Patrick Helmes (VfL Wolfsburg) haben keinen neuen Verein gefunden. Bis zum Januar müssen die beiden nun bei ihren Clubs durchhalten. Erst dann geht der Transfer-Wahnsinn erneut los. Magath hat bestimmt schon wieder einige Namen auf der Liste.
Verstärkung oder Verzweiflungstat? Welcher Zugang den Clubs weiterhilft, wer nur den Kader auffüllt und welcher Abgang Sinn macht, lesen Sie hier.