Bundesliga: VfB Stuttgart - DER SPIEGEL
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VfB-Sieg gegen Werder: Das irre Spiel des Martin Harnik

Foto: Marijan Murat/ dpa

Sieg über Werder Stuttgart darf wieder hoffen

Beim VfB Stuttgart herrscht wieder Aufbruchstimmung. In einer aufregenden Partie besiegte das bisherige Schlusslicht der Liga Werder Bremen in der letzten Minute 3:2 und verließ das Tabellenende.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Oben in der Bundesliga, da scheint sechs Spieltage vor dem Saisonende alles mehr oder weniger entschieden. Es steht fest, wer die ersten vier Plätze belegen wird. Aber unten im Keller, da kann es noch richtig interessant werden. Nachdem der SC Paderborn am Samstag nachösterlich von den Liga-Toten auferstanden ist, legte der VfB Stuttgart, bis zu diesem Nachmittag Schlusslicht, nun nach. Das Team von Huub Stevens besiegte Werder Bremen 3:2 (1:0) in einer dramatischen Partie, in der es hin und her ging, und gab den letzten Rang an den Hamburger SV weiter. (Die aktuelle Tabelle finden Sie hier.)

Kapitän Christian Gentner mit einem sehenswerten Fernschuss hatte in der 16. Minute den Anfang gemacht. Davie Selke glich kurz nach dem Seitenwechsel aus (51. Minute). Daniel Ginczek nutzte einen Torwartfehler von Raphael Wolf zum 2:1-Führungstreffer (71.). Jannik Vestergaard schlug vier Minuten vor dem Ende noch einmal zurück (87.), in der letzten Minute vollendete erneut Ginczek zum umjubelten 3:2.

"Ich habe viel erlebt, aber was sie mir heute wieder angetan haben - unglaublich", sagte VfB-Trainer Stevens. Bremens Coach Viktor Skripnik zeigte sich zwar "enttäuscht", blickte aber nach vorne: "Wir müssen das abhaken und uns auf das Derby gegen den HSV konzentrieren."

Es war ein verdienter Sieg, der VfB setzte seinen spielerischen Aufwärtstrend der vergangenen Wochen fort. Und was vor einem Monat noch trost- und hoffnungslos aussah, ist jetzt einer regelrechten Aufbruchstimmung gewichen.

Werder bleibt auf Platz neun hängen

Werder dagegen verpasste es, näher an den Europa-League-Platz sechs heranzurücken. Dabei hatte die Bremer Konkurrenz von Augsburg über Dortmund, Hoffenheim bis Frankfurt zuvor gepatzt. Werder konnte die Gunst des Spieltages aber nicht nutzen und verharrt auf Platz neun mit weiter vier Zählern Rückstand auf die sechstplatzierten Augsburger.

Von Beginn an waren die Gäste unter Druck, der VfB, bei dem Nationalspieler Antonio Rüdiger erstmals seit seiner Verletzung aus dem Oktober wieder von Beginn an mitwirken konnte, war die spielbestimmende Mannschaft. Man merkte dem Team von der ersten Minute an, dass es wieder an seine Chance glaubt.

Die Führung zur Pause war denn auch hochverdient, sie hätte gar noch höher ausfallen müssen, Martin Harnik allein vergab zwei gute Einschussgelegenheiten.

Ganz anders das Bild nach dem Wechsel. Die Bremer nutzten einen Fehler von VfB-Mittelfeldspieler Serey Dié eiskalt aus. Der gerade erst eingewechselte Selke verwandelte eine Flanke von Clemens Fritz zum Ausgleich.

Dann kamen die Minuten des Martin Harnik. Der Österreicher stand zweimal völlig frei vor dem Bremer Tor und vergab zweimal aus kürzester Distanz. Chancen, die man eigentlich gar nicht vergeben kann. Harnik, der in Hamburg aufgewachsen ist, der in Bremen gespielt hat. Dieses Spiel ist auch seine Geschichte. Vor allem, weil er in der 82. Minute auch noch Gelb-Rot sah.

Vor vier Wochen hätte der VfB nach solchen vergebenen Riesenchancen vermutlich verzagt. Mittlerweile jedoch setzt das Team nach und wurde belohnt. Allerdings mit gnädiger Mithilfe von Werder-Keeper Wolf. Er verschätzte sich beim Herauslaufen an der Seitenlinie - natürlich gegen Harnik, und dessen Hereingabe konnte Ginczek in das verwaiste Tor einköpfen.

Doch das war immer noch nicht der Sieg. Direkt nach Harniks Feldverweis köpfte Vestergaard eine Freistoßflanke ins VfB-Tor. Und als alles schon mit dem Remis rechnete, schlug Ginczek zu.

In Stuttgart herrscht jetzt wieder Hoffnung. Am letzten Spieltag geht es übrigens nach Paderborn.

VfB Stuttgart - Werder Bremen 3:2 (1:0)
Tore:
1:0 Gentner (16.)
1:1 Selke (50.)
2:1 Ginczek (70.)
2:2 Vestergaard (87.)3:2
Ginczek (90.)
VfB Stuttgart: Ulreich - Klein, Rüdiger, Niedermeier, Hlousek - Serey Die, Gentner - Harnik, Maxim (86. Schwaab), Kostic (78. Werner) - Ginczek
Werder Bremen: Wolf - Gebre Selassie, Lukimya, Vestergaard, Sternberg - Bargfrede - Fritz (79. Öztunali), Junuzovic - Aycicek (58. Kroos) - Di Santo, Bartels (46. Selke)
Gelb-Rote Karten: Harnik

aha