Bundesliga: Werder erlebt Debakel gegen HSV - DER SPIEGEL
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Bundesliga am Samstag: Bremen blamabel, Wolfsburg glücklos

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Bundesliga Werder erlebt Debakel gegen HSV

Die Krise von Werder Bremen weitet sich aus: Im Nord-Derby beim Hamburger SV blieb die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf ohne Chance und kassierte vier Gegentore. Der VfL Wolfsburg verlor beim SC Freiburg, Spitzenreiter Dortmund und Hannover gewannen souverän.
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Hamburg - Die Szene war bezeichnend: Halbherzig trottete Werder Bremens Per Mertesacker Mladen Petric hinterher. Ohne Not hatte der Nationalspieler zuvor den Ball an den Stürmer des Hamburger SV verloren. Der Kroate steuerte auf das Bremer Tor zu, legte quer auf Paolo Guerrero, der zum 2:0 erhöhte. So lief es im Nord-Derby am 23. Spieltag über weite Strecken - und das sagt viel aus über die derzeitige Verfassung der Bremer. Letztlich verlor Werder völlig chancenlos 0:4 (0:1) und gerät immer tiefer in die Krise.

"Wir haben leider nicht das ausnutzen können, was wir in der ersten Halbzeit gezeigt haben. Dann fällt das Tor und wir mussten wieder hinterherlaufen", sagte Werder-Coach Thomas Schaaf. "Wenn du dann das zweite Tor bekommst, fehlt ein wenig der Glaube, da sprühst du nicht gerade vor Selbstvertrauen. Daran müssen wir weiter arbeiten."

Petric selbst vollendete in der ersten Halbzeit die erste sehenswerte Aktion eines mittelmäßigen Spiels zum 1:0 (42.). Mikael Silvestre und Mertesacker hatten den Ball am Strafraum gegen HSV-Kapitän Heiko Westermann verloren, der zu Jonathan Pitroipa weiterleitete. Die Flanke des 24-Jährigen verwertete Petric per Volleyschuss.

Klare Angriffsaktionen, schnelle Kombinationen und Torgefahr gab es bis zu diesem Zeitpunkt in Hamburg nur selten. Der HSV hatte zwar deutlich mehr Spielanteile als die Gäste, ernsthaft gefährden konnte er das Bremer Tor jedoch zunächst nicht. Werder strahlte in der Offensive jedoch noch weniger Gefahr aus und offenbarte vor allem im Spielaufbau Schwächen. Bremens beste Chance vergab Clemens Fritz in der 31. Minute gegen HSV-Torwart Frank Rost.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Bremer Offensive harmlos. Ein Schuss von Kapitän Torsten Frings flog weit am Tor vorbei (55.), Verteidiger Dominik Schmidt verzog nach einer Ecke (76.). Mehr Gefahr ging von der Bremer Offensive an diesem Nachmittag nicht aus. Stattdessen agierte der HSV drei Tage nach der Derby-Niederlage gegen St. Pauli immer sicherer und erhöhte durch Tore von Guerrero (64./79.) und Ben-Hatira (87.) zum 4:0.

Dass Werder den 23. Spieltag nicht auf dem Relegationsplatz beenden wird, hatten die Bremer lediglich den Niederlagen von Wolfsburg und Kaiserslautern zu verdanken. Nach fünf Ligaspielen ohne Sieg wird die Abstiegsgefahr an der Weser dennoch immer größer. Geschäftsführer Klaus Allofs sprach Schaaf zum wiederholten Male in dieser Saison das Vertrauen aus: "Thomas Schaaf steht nicht zur Disposition", sagte Allofs und erteilte damit allen Spekulationen über eine mögliche Ablösung des langjährigen Coaches eine Absage.

Hamburger SV - Werder Bremen 4:0 (1:0)
1:0 Petric (42.)
2:0 Guerrero (64.)
3:0 Guerrero (79.)
4:0 Ben-Hatira (87.)
Hamburg: Rost - Demel, Kacar, Mathijsen, Aogo - Westermann, Zé Roberto - Pitroipa (90. Tesche), Son (83. Ben-Hatira) - Petric, Guerrero
Bremen: Mielitz - Schmidt, Mertesacker, Prödl, Silvestre - Fritz, Frings - Hunt (65. Borowski), Bargfrede, Marin - Arnautovic (65. Wagner)
Schiedsrichter: Meyer
Zuschauer: 54.121
Gelbe Karten: Aogo (2), Son, Westermann (3) - Arnautovic (3), Frings (5), Schmidt

Wolfsburg vergibt Chancen, Dortmund siegt souverän

Borussia Dortmund hat nach zuletzt zwei Unentschieden in Folge wieder einen Sieg gefeiert: 2:0 (1:0) gewann das Team von Trainer Jürgen Klopp gegen den FC St. Pauli. Lucas Barrios (39.) und Ralph Gunesch per Eigentor (49.) trafen für den BVB, der mit 55 Punkten souverän an der Tabellenspitze liegt. St. Pauli, das mit Thomas Kessler statt mit Stadt-Derby-Held Benedikt Pliquett im Tor spielte, ist Elfter.

Der SC Freiburg feierte einen glücklichen 2:1 (1:1)-Sieg gegen den VfL Wolfsburg. Zwar gingen die Gäste durch Patrick Helmes (28.) in Führung. Doch Freiburg spielte anschließend engagierter und kam durch Stefan Reisinger (43.) und das 16. Saisontor von Papiss Demba Cissé (69.) noch zu drei Punkten. Wolfsburgs Cicero köpfte in der 90. Minute an das Lattenkreuz. Damit wartet der VfL unter dem neuen Trainer Pierre Littbarski weiter auf den ersten Sieg. Wolfsburg hat nun vier Spiele in Folge verloren.

Schlaudraff erzielt Doppelpack für Hannover

Hannover 96 hält sich souverän auf den Europapokal-Plätzen. 3:0 (2:0) hieß es am Ende gegen chancenlose Kaiserslauterer. Mann des Tages war der ehemalige Nationalspieler Jan Schlaudraff, der zweimal traf (17., 57.). Den dritten Treffer erzielte Mohammed Abdellaoue (45.). Nach der zwölften Saisonniederlage liegt der FCK mit 23 Punkten auf Relegationsplatz 16.

Der 1. FC Köln machte bei 1899 Hoffenheim einen weiteren Schritt aus der Abstiegszone. Beim 1:1 (0:0) holte Köln den sechsten Auswärtspunkt der Saison. Youssef Mohamad (69.) sicherte den Gästen einen Punkt, nachdem Kölns Torjäger Milivoje Novakovic die Hausherren mit einem Eigentor (48.) in Führung gebracht hatte. Pech hatte Hoffenheims Stürmer Vedad Ibisevic, der zweimal am Pfosten scheiterte.

klu/ulz/luk/dpa/sid