Bundesligafinale: "Samstag fällt die Entscheidung" - DER SPIEGEL
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Bundesligafinale "Samstag fällt die Entscheidung"

Während die Bayern zum Saisonfinale die Euphorie aus dem Real-Spiel mitnehmen wollen, versucht die Mannschaft von Schalke 04 im Kampf um die Meisterschaft kühlen Kopf zu bewahren.
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Gelsenkirchen - Showdown im Meisterkampf, Säbelrasseln um die internationalen Plätze, Dramatik im Abstiegskampf - die Bundesliga steht wieder einmal vor einem fesselnden Finale. Vor allem das Fernduell zwischen Tabellenführer FC Schalke 04 und Verfolger Bayern München verheißt Hochspannung. "Am Samstag fällt die Entscheidung", orakelte Schalke-Abwehrspieler Tomasz Waldoch vor der Reise seines Teams zum VfB Stuttgart.

Fast so knapp wie 1978


Ganze fünf Tore trennen die Schalker zwei Spieltage vor Saisonschluss von den Bayern, die drei Tage nach dem Triumph über Real Madrid vor heimischer Kulisse gegen den 1. FC Kaiserslautern noch einmal nachsetzen wollen. Nur in der Saison 1977/78 ging es noch enger zu, als sich der 1. FC Köln mit einer Differenz von drei Treffern vor Borussia Mönchengladbach ins Ziel rettete. Sollten Schalke und Bayern auch am 19. Mai die Tabelle noch punktgleich anführen, würde die deutsche Meisterschaft zum insgesamt siebten Mal (1978, 1983, 1984, 1986, 1992, 2000) über das Torverhältnis entschieden.

Trotz dieser nervenaufreibenden Ausgangslage bewahrt die seit acht Begegnungen ungeschlagene Schalker Mannschaft kühlen Kopf. "Wenn die Öffentlichkeit meint, wir hätten Druck, dann kann ich darüber nur lachen", demonstriert Schalkes Coach Huub Stevens Gelassenheit. Mit allen Mitteln kämpft er dagegen an, dass sein Team angesichts der historischen Chance auf den ersten Meistertitel seit 1958 beim Spiel im ausverkauften Gottlieb-Daimler-Stadion verkrampft: "Wir haben unser Saisonziel bereits erreicht, der Rest ist Spaß und Freude. Genau das versuche ich meiner Mannschaft zu vermitteln."

"Die machen sich mehr Gedanken"


Selbst vereinzelte Sticheleien aus München können die Königsblauen nicht aus der Reserve locken. "Das klingt wie das Pfeifen im Walde", spottete Spielmacher Andreas Möller, "die Bayern machen sich mehr Gedanken über uns als wir selbst." Der Ehrgeiz seiner Mannschaftskameraden scheint ungebrochen. "Der zweite Platz würde mich nicht zufrieden stellen. Ich will Meister werden", betont Torjäger Ebbe Sand. Die Euphorie der Fans bestärken Möller & Co. in ihrem Optimismus: "Was sich hier im Moment abspielt, ist der nackte Wahnsinn." Für das Spiel in Stuttgart haben sich 20.000 Schalker Anhänger angesagt.

Ähnlich zuversichtlich geht es auch beim FC Bayern zu. Der 2:1-Sieg über Real Madrid hat beim Champions-League-Finalisten für Lust auf mehr gesorgt. "Es ist wichtig, dass wir jetzt deutscher Meister werden. Das wäre ein unglaublich großer Vorteil für das Finale gegen Valencia", meinte Vizepräsident Karl-Heinz Rummenigge, Regisseur Stefan Effenberg pflichtete ihm bei: "Jetzt kann es nicht unser Ziel sein, zweimal Zweiter zu werden."

Keine Weißwürste für den VfB


Leisten die Stuttgarter die erhoffte Schützenhilfe, will Manager Uli Hoeneß jedoch auf eine Art Erfolgsprämie verzichten: "Vergangenes Jahr haben wir extrem viel Ärger bekommen, als wir Weißwürste und Weißbier nach Unterhaching geschickt haben - das bringt nur Scherereien", sagte er in einem Interview mit den "Stuttgarter Nachrichten". Gleichwohl setzen die Münchner auf eine ähnliche Dramaturgie wie im Vorjahr, als sie den Leverkusenern dank der Mithilfe der benachbarten Spielvereinigung in letzter Minute die schon sicher geglaubte Meisterschaft entrissen.

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