Bundestrainer a.D. Klinsmann verhandelt mit US-Verband
Hamburg - Er führe "informelle Gespräche" mit dem US-amerikanischen Fußballverband, bestätigte Klinsmann der Nachrichtenagentur AP. Dabei geht es auch um einen möglichen Trainer-Auftrag für den ehemaligen DFB-Coach. Er habe bereits mehrfach mit dem US-amerikanischen Verbandschef Sunil Gulati gesprochen, erklärte Klinsmann. "Ich werde weiter mit ihm in Kontakt bleiben und sehen, wohin das führt", sagte der 42-Jährige, der nach der WM seinen Vertrag als Bundestrainer nicht verlängert hatte.
Was treibt Klinsmann, der nach dem dritten WM-Platz erklärte, ausgebrannt zu sein und sich vorerst nur seiner Familie widmen wollte? Ein Motiv ist natürlich seine Affinität zu den USA, in denen er bereits "seit acht Jahren" lebt, wie er betont. Zum anderen reizt Klinsmann die Herausforderung, in einem Land zu arbeiten, das fußballerisches Potenzial hat. In den USA liege ein "besonderer Akzent auf der fußballerischen Entwicklung der Spieler", betonte der Deutsche im Gespräch mit der AP. Schlussendlich scheint sich Klinsmann aber auch nicht gegen seinen Beruf und die Berufung wehren zu können. "Früher oder später muss ich wieder als Trainer arbeiten", sagte er.
Verbands-Chef Gulati wiederholte derweil, dass er sich Klinsmann gut als Nachfolger des nach dem enttäuschenden WM-Auftritt der US-Boys entlassenen Bruce Arena vorstellen könne: "Jürgen kennt unseren Fußball, hat Erfahrung und Führungsqualitäten. Er ist besser geeignet als jemand, der noch nie in den USA gelebt hat." Gulati will den neuen Coach bis Ende des Jahres vorstellen. Die Gespräche mit dem US-Verbandspräsidenten würden in einer sehr lockeren und entspannten Atmosphäre geführt, sagte Klinsmann.
goe/sid