Bundestrainer Klinsmann Nur Assauer meckert weiter
Hamburg - Rund 9.000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen dem amerikanischen Bundesstaat Kalifornien und Deutschland. Es ist die Entfernung, die Klinsmanns Wahlheimat von der Bundesliga trennt. Während der Bundestrainer die Distanz für inspirierend hält, bedeutet sie für Assauer eine mangelhafte Berufsauffassung.
"Klinsmann verdient sehr viel Geld beim DFB, dafür hat er das ganze Jahr hier zu sein, um sich jeden Tag zu erkundigen. Oder glaubt er etwa, dass das dadurch geregelt ist, dass Oliver Bierhoff und Joachim Löw ab und zu die Vereine besuchen und guten Tag sagen", monierte Assauer in einem Interview mit "Sport-Bild", dass der Bundestrainer die Bundesligapartien zumeist nur im Fernsehen verfolgt.
Klinsmann reagierte auf die neuerlichen Vorwürfe des Schalke-Managers gelassen. "Von mir wird erwartet, dass ich positiv, inspirierend bin, Energie ausstrahle. Wenn du jeden Tag auf Kleinigkeiten reagieren musst, zermürbt dich das. Deswegen ist es enorm wichtig, dass ich mir den Blick von außen bewahre", erklärte der Wahlamerikaner und fügte an: "Ich brauche Gelassenheit für die WM 2006, denn da kommen viel Druck und Stress auf uns zu."
Doch Assauer wirft Klinsmann noch weitere Fehler vor. Seiner Meinung nach habe sich dieser auch im Streit um das WM-Quartier in Leverkusen nicht gut verhalten. "Da kann ich nicht hingehen - auch nicht als Bundestrainer, wenn ich neu bin - und sagen: Das mach ich nicht." Allerdings sei auch der DFB zu feige gewesen, Klinsmann, der 2006 die Unterbringung seiner Mannschaft in Berlin favorisiert, in die Schranken zu weisen. Stattdessen habe der DFB rumgeeiert.
Assauer dagegen lässt sich nicht so leicht auf die Seite des Bundestrainers ziehen. Er tritt auf die Euphoriebremse. "Alles Momentaufnahme. Lasst doch mal gucken, wohin der Weg geht. Es ist doch immer die gleiche Kiste: Am Anfang schwärmen sie immer über alles. Ich kann heute schon sagen, es kommt der Tag X, da wird der eine oder andere Spieler 'Scheiße' sagen, weil er nicht spielt, und sich beschweren", mutmaßte Assauer.