Bundestrainer Klinsmann will nur bis 2006
Frankfurt am Main - Nach Informationen der "Bild"-Zeitung würde Klinsmann, der zurzeit mit der Verbandsführung über Detailfragen verhandelt, spätestens am 9. Juli 2006, dem Tag des WM-Finales in Berlin, letztmals auf der Bank der deutschen Mannschaft sitzen.
Klinsmann soll in den kommenden Tagen als Nachfolger des am 24. Juni als Teamchef zurückgetretenen Rudi Völler vorgestellt werden. Der 55-jährige Holger Osieck, der erst am Dienstag aus Toronto zurückkehrt und danach mit dem DFB und Klinsmann Gespräche führen wird, soll als Trainer mit weit reichenden Kompetenzen an Klinsmanns Seite arbeiten. Zudem ist der frühere Nationalmannschaftskapitän Oliver Bierhoff für das Amt des Teammanagers vorgesehen.
Bei der derzeit ebenfalls von der "Bild"-Zeitung lancierten Diskussion über die Einbürgerung des brasilianischen Stürmers Ailton sind Klinsmann und Osieck verschiedener Meinung: "Er macht Tore. Wenn man einen solchen Stürmer haben kann, ist es immer positiv", sagte Osieck im Interview mit dem Fachmagazin "Kicker". Klinsmann selbst hält nicht viel von einer Einbürgerung des Bundesliga-Torschützenkönigs: "Ich bin ein Fan von ihm, er ist ein toller Spieler und ein Schlitzohr. Aber die Verbindung zwischen ihm und der deutschen Nationalmannschaft sehe ich nicht."
Ailton möchte gerne
Der Brasilianer Ailton, der im Sommer von Double-Gewinner Werder Bremen zu Schalke 04 gewechselt war, hatte vergangene Woche Bereitschaft signalisiert, bei der WM 2006 für Deutschland spielen zu wollen. "Ich würde sofort für Deutschland spielen. Ich wäre sogar richtig stolz, den Adler auf der Brust zu tragen. Für die WM würde ich dann den deutschen Pass beantragen", hatte der 31 Jahre alte Stürmer erklärt.
Im März hatte sich Ailton, der noch nie für die brasilianische Nationalmannschaft gespielt hat und einmal gerne bei einer WM dabei sein will, vergeblich um eine Einbürgerung in Katar bemüht, das mit Millionenbeträgen lockte. Doch die Fifa lehnte einen entsprechenden Antrag mit der Begründung ab, eine Spielberechtigung für eine andere Nation könnte nicht ohne Zusammenhang in die Wege geleitet werden. Der Spieler müsse eine konkrete Beziehung zu dem Land haben, für das er spielen will. Entweder müsse er eingeheiratet sein oder eine längere Zeit in dem Land gelebt haben. Ailton spielte seit 1998 für Werder Bremen in der Bundesliga, ehe er im Sommer nach Gelsenkirchen wechselte.