BVB-Sparplan: Ausputzen vor der Hauptversammlung - DER SPIEGEL
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BVB-Sparplan Ausputzen vor der Hauptversammlung

Der in Finanznöte geratene Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat ein Sparkonzept vorgestellt, mit dem bereits in zwei Jahren wieder schwarze Zahlen geschrieben werden sollen. Vor der anstehenden Jahreshauptversammlung versucht der scheidende Präsident Niebaum, so die hitzige Atmosphäre der letzten Wochen zu entschärfen.
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Dortmund - Der Sparplan sieht vor allem die Neustrukturierung der kritisierten Stadionfinanzierung, die Stärkung der Eigenkapitalbasis sowie den Abbau des Schuldenbergs vor, wie die Borussia Dortmund KGaA heute mitteilte. Damit will der angeschlagene Fußballbundesligist die aus dem Ruder gelaufenen Kosten wieder in den Griff bekommen.

BVB-Präsident Gerd Niebaum erklärte vor Journalisten in Dortmund, die Umstrukturierung sei vor allem deshalb nötig, weil wegen fehlender sportlicher Erfolge in den kommenden eineinhalb Jahren nicht mit den dringend benötigten Einnahmen aus internationalen Spielen gerechnet werden könne. Das Ziel sei es nun, bis zur Saison 2005/06 ein ausgeglichenes Ergebnis zu erzielen. In der vergangenen Saison hatte der BVB einen Rekordverlust von 67 Millionen Euro verbucht. Die Schulden stiegen zugleich auf fast 120 Millionen Euro.

Drei Meistertitel und die Champions League

Bei der am Sonntag in der Dortmunder Westfalenhalle stattfindenden Jahreshauptversammlung, zu der rund 2000 der insgesamt rund 20.000 Mitglieder erwartet werden, rechnet Niebaum deshalb mit scharfer Kritik. "Wenn die Mitglieder jetzt nicht kritisch fragen, wann dann? Ich stelle mich, denn es stehen auch personelle Fragen an", so Niebaum, der nach 18 Jahren seinen Stuhl dem designierten Nachfolger Reinhard Rauball überlassen wird. Der Rechenschaftsbericht wird dennoch einem Kampf um seinen Ruf gleichkommen.

Durch zahlreiche Schlagzeilen und negative Berichte, unter anderem über vermeintliche Nebengeschäfte und undurchschaubare Bilanzen, fühlt sich Niebaum von der Öffentlichkeit zu Unrecht an den Pranger gestellt. Denn trotz immensen Verbindlichkeiten, die den Bundesligaclub derzeit in die Knie zwingen, kann der scheidende BVB-Präsident auf die sportlich erfolgreichste Phase des im Dezember 1909 gegründeten Vereins zurückblicken. Unter Niebaums Führung wurde der BVB dreimal deutscher Meister (1995, 1996 und 2002) und gewann 1997 die Champions League sowie den Weltpokal. Doch der im Jahre 2000 durchgeführte Börsengang, Völlerei auf Spielermarkt und eine missglückte Stadionfinanzierung haben die Schulden zuletzt in die Höhe getrieben.

15 Millionen Euro Stadionmiete pro Saison

Das von der Münchner Unternehmensberatung Metrum erarbeitete Konsolidierungsprogramm soll durch strikte Einsparungen in allen Geschäftsbereichen schon in der laufenden Saison den Verlust auf rund neun Millionen Euro (Vorjahr: 67 Millionen) Euro) reduzieren, um im Geschäftsjahr 2006/07 wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Angedacht ist auch eine Umstrukturierung der Stadionfinanzierung, entweder durch eine neu gegründete Stadiongesellschaft oder eine Anleihe von rund 120 Millionen beim Londoner Investmentbanker Stephen Schechter. Bislang zahlt der BVB 15 Millionen Euro netto Leasinggebühr pro Saison für die Benutzung des Stadions, das der Bundesligist vor zwei Jahren an den Commerzleasing-Fonds Molsiris veräußerte. Einen eventuellen Bundesliga-Abstieg sehen die Konzepte jedoch nicht vor.

"Es werden gewaltige Anstrengungen nötig sein, um wieder in die Gewinnzone zu erreichen", ließ ein Metrum-Berater wissen. Demnach sollen in den nächsten Wochen alle Ausgaben geprüft werden, vor allem die Gehälter der Spieler, die mit 55 Millionen Euro pro Saison zu Buche schlagen. Niebaum kündigte in diesem Zusammenhang an, als Sparbeitrag von Januar bis Juni 2005 auf seine Bezüge (rund 1,1 Millionen Euro) verzichten zu wollen.

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