Hakan Calhanoglu spricht über Angriff mit Waffe - DER SPIEGEL
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Calhanoglu-Auftritt im ZDF "Beweg dich nicht, sonst erschieß ich dich"

Der Gesprächsstoff hätte für fünf Interviews gereicht: Leverkusen-Profi Hakan Calhanoglu hat im ZDF erstmals beschrieben, wie er im Umfeld der türkischen Nationalmannschaft mit dem Tod bedroht wurde. Auch über seinen Ex-Klub HSV packte er aus.
Leverkusen Calhanoglu: "Ich hatte Panik"
Leverkusen Calhanoglu: "Ich hatte Panik"

Leverkusen Calhanoglu: "Ich hatte Panik"

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP
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Hamburg - ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein nannte das Interview bemerkenswert, in den sozialen Netzwerken herrschte Fassungslosigkeit. Hakan Calhanoglu hat am Samstagabend einen denkwürdigen Auftritt im "Aktuellen Sportstudio" gehabt.

Der Profi von Bayer Leverkusen sprach über angebliche Wortbrüche des ehemaligen HSV-Sportchefs Oliver Kreuzer, seine ominöse Krankschreibung und eine Räuberpistole rund um die türkische Nationalmannschaft.

Zu dem abenteuerlichen Vorfall, an dem der ehemalige HSV-Spieler Gökhan Töre maßgeblich beteiligt gewesen sein soll, äußerte sich Calhanoglu erstmals öffentlich.

"Beweg dich nicht, sonst erschieß ich dich"

Nach einem Spiel im Oktober 2013 sei es in einem Hotel in Istanbul zu der Auseinandersetzung gekommen. Bei dem Streit sei es um einen Freund von Calhanoglus heutigem Bayer-Teamkollegen Ömer Toprak und die Ex-Freundin von Töre gegangen. Dieser habe, in Begleitung eines weiteren Mannes, in besagter Nacht an die Tür von Topraks Zimmer geklopft, in dem sich auch Calhanoglu und der Freund von Toprak befanden.

"Ich weiß nicht, wie es mit dem Töre war, ob der was genommen hat oder so. Auf jeden Fall war der stinkesauer", beschrieb Calhanoglu die Szene. "Ich habe dann schon Panik bekommen", so der 20-Jährige. Der Begleiter Töres habe Toprak und ihn mit einer Waffe bedroht. "Ich lag in einer Ecke, er ist zu mir gekommen und hat zu mir gesagt: Beweg dich nicht, sonst erschieß ich dich", sagte Calhanoglu.

"Ich war sehr nervös und konnte mich kaum bewegen. Wir waren zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort", sagte der 20-Jährige. Er habe zunächst öffentlich zu den Vorkommnissen geschwiegen, weil er Töre, der derzeit beim türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul unter Vertrag steht, nicht habe schaden wollen.

"Kreuzer ist mir in den Rücken gefallen"

Zudem attackierte Calhanoglu den ehemaligen HSV-Sportchef Oliver Kreuzer. "Ich habe ihm vertraut, und er hat mich im Stich gelassen. Er ist mir in den Rücken gefallen", sagte Calhanoglu, der in der vergangenen Saison für die Hamburger in 32 Spielen elf Tore schoss und vier vorbereitete.

Sein Treuebekenntnis zum HSV rund um die Vertragsverlängerung im Februar 2014 habe er vor allem gegeben, um dem unter Beschuss geratenen Kreuzer ein Erfolgserlebnis zu verschaffen. "Ich habe das eigentlich nur für Herrn Kreuzer getan", sagte Calhanoglu.

Hinter den Kulissen sei aber ausgemacht gewesen: Bei einem guten Angebot könne er gehen. Davon habe Kreuzer später nichts mehr wissen wollen. "Somit stand ich einfach dumm da. Und die Fans wussten nicht, worum es geht", sagte Calhanoglu.

Die Krankschreibung zum Saisonstart in Hamburg begründete Calhanoglu auch mit Anfeindungen durch Fans. "In Hamburg konnte ich kaum mehr rausgehen. Ich wurde von allen Seiten beleidigt. Mein Auto wurde kaputtgeschlagen. Im Internet habe ich Beschimpfungen bekommen. Dann war ich mental auch nicht mehr so stark. Und deswegen habe ich eine professionelle Unterstützung gebraucht", so Calhanoglu.

Der neue Vertrag in Leverkusen habe ihm anschließend neue Motivation gegeben.

Das komplette Interview mit Hakan Calhanoglu im "Aktuellen Sportstudio" finden Sie in der ZDF-Mediathek. 

Mit Material von sid und dpa