Champions League: Deutschen Clubs droht Debakel - DER SPIEGEL
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Champions League Deutschen Clubs droht Debakel

Die Fußball-Bundesliga wird voraussichtlich - erstmals seit der Spielzeit 1994/95 - schon im Viertelfinale der Champions League nicht mehr vertreten sein. Nachdem Bayern München in der Vorrunde ausschied und Bayer Leverkusen die Zwischenrunde schon abgeschrieben hat, droht Borussia Dortmund nach der Niederlage in Madrid ebenfalls das vorzeitige Aus.
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Madrid - Nur widerwillig kam Gerd Niebaum seiner Pflicht als Gastgeber in der Fremde nach. Zum fünften Mal hatte Borussia Dortmund nach einem Europapokal-Auswärtsspiel zum Bankett geladen, zum fünften Mal gab es eine Niederlage. Die Ansprache im Anschluss an das verdiente 1:2 (1:1) bei Real Madrid in der Gruppe C der Champions League bereitete dem BVB-Präsidenten im edlen Ambiente des Hesperia Hotels deshalb keine Freude: "Über dieser Veranstaltung scheint ein Fluch zu liegen. Jetzt muss ich schon wieder eine Beerdigungsrede halten."

Wie schon in den Vorjahren in Porto, Liverpool, Rotterdam und London gab es zu mitternächtlichen Stunde nichts zu feiern. Die Gegentore von Raul (43.) und Ronaldo (55.) schlugen den geschlagenen Gästen schwer aufs Gemüt. Torhüter Jens Lehmann verordnete sich nach der vermeidbaren Niederlage der Borussia vorsichtshalber einen Maulkorb: "Ich sage jetzt besser nichts. Das würde ansonsten zu krass ausfallen."

Dabei wandelte der BVB nach der 1:0-Führung durch Jan Koller (30.) auf den Spuren des FC Bayern München, der das Bernabeu-Stadion als bisher einziger Bundesligist als Sieger (2000: 4:2, 2001: 1:0) verlassen konnte. Doch individuelle Fehler in der Deckung sorgten dafür, dass der deutsche Meister auf den dritten Tabellenplatz der Zwischenrundengruppe abrutschte. Geht auch das Rückspiel gegen Madrid am kommenden Dienstag im Westfalenstadion verloren, dürfte die Runde der letzten Acht seit Einführung der Viertelfinals in der Champions-League-Saison 1994/1995 erstmals ohne deutsche Beteiligung stattfinden. Neben Tabellenfüher AC Mailand hätte dann Titelverteidiger Real Madrid die besten Chancen aufs Weiterkommen.

Dass dem Siegtreffer von Ronaldo am Mittwochabend ein Regelverstoß vorangegangen war, sorgte für zusätzlichen Gesprächsstoff. Figo hatte mit einem dem BVB zustehenden Einwurf den Angriff zum 2:1 eingeleitet. "Es bringt aber nichts, Protest einzulegen. Schließlich handelt es sich um eine Tatsachenentscheidung", kommentierte Matthias Sammer den folgenschweren Fauxpas von Referee Lubos Michel (Slowakei).

Den BVB-Coach ärgerte die fehlende Abgeklärtheit seiner Profis. "Es war noch nie so leicht, in Madrid etwas zu machen", sagte Sammer. Statt den Gegner nach der 1:0-Führung durch Konter weiter zu verunsichern, ließ man sich komplett in die Defensive drängen. "Wir Abwehrspieler hatten vor der Pause alle einen Puls von 200. Da sind uns die Bälle nur so um die Ohren geflogen", beschrieb Christoph Metzelder die Real-Angriffswellen, in denen die Borussia sehenden Auges unterging.

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