Champions League Hertha ist draußen
Prag - "Die Mannschaft hat alles gegeben", sagte ein entkräfteter Hertha-Manndecker Marko Rehmer nach den 90 Minuten von Prag. Mit 0:1 hatte Hertha beim tschechischen Meister durch ein Tor in der Schlussminute verloren und sich damit vorzeitig aus der Champions League verabschiedet. Auch Berlins Trainer Jürgen Röber waren die finalen Konsequenzen des Treffers von Sparta-Mittelfeldspieler Milan Fukal bewusst: "Jetzt spielen wir noch gegen Porto und Barcelona, und dann wollen wir mal sehen, wen wir noch ärgern können."
Mit einer "Reserve-Mannschaft" hatte Röber vor 9100 Zuschauern versucht, die ohnehin nur noch theroetischen Chancen seiner Mannschaft auf den Einzug ins Viertelfinale zu wahren. Aber die umgekrempelte Verlegenheits-Formation blieb am Dienstagabend in einem unansehnlichen Spiel zweier schwacher Mannschaften auch im sechsten Champions-League-Auftritt in Folge sieglos.
Gleich auf sieben Positionen hatte die Hertha-Elf gegenüber dem 2:1-Arbeitssieg am Samstag gegen die SpVgg Unterhaching ein anderes Gesicht. Doch die von Röber als schonungsbedürftig eingestuften Stammkräfte Preetz, Wosz, Sverrisson, van Burik sowie der gesperrte Deisler mussten ebenso wie der Coach erkennen, dass der zweite Anzug hinten und vorne nicht passte.
Zwar mangelte es dem zusammengewürfelten Team nicht an Einstellung und Laufbereitschaft, wohl aber an spielerischer Klasse und zunächst an Durchsetzungsvermögen. Ohne ordnende Hand und zündende Ideen entpuppte sich das Hertha-Spiel in der ersten Halbzeit als ein destruktives Fehlpass-Festival. Der Niederländer Bryan Roy war mit der Rolle als Wosz-Vertreter im Mittelfeld völlig überfordert, fand überhaupt nicht ins Spiel und entpuppte sich durch ständige Ballverluste als Sicherheitsrisiko.
Indisponiert präsentierten sich auch die Sturmspitzen Ali Daei und Alex Alves, die von ihren Verteidigern klar beherrscht wurden. Befriedigende Noten verdiente sich allein der vom umstrittenen Norweger Kjetil Rekdal organisierte Deckungsverband. Zu allem Übel schied Kai Michalke bereits nach 20 Minuten mit einer Platzwunde am Kopf aus.
Nur einmal hatten die Gäste den Ansatz einer Chance zur Führung, als Sparta-Libero Novotny nach einer Hartmann-Flanke per Kopf seinen eigenen Torhüter Blazek auf die Probe stellte. Ansonsten aber waren die Prager die tonangebende Mannschaft, obwohl auch sie nicht annähernd Champions League-Niveau erreichten. Die erste große Chance bot sich dem agilen Libor Sionko in der 18. Minute, als er Hertha- Keeper Christian Fiedler ausspielte, Verteidiger Hendrik Herzog aber den Ball vor der Linie abfing. Weitere Möglichkeiten zur Pausenführung ließen Baranek, Rosicky und Lokvenc ungenutzt.
In der Pause hatte Röber seine Formation offenbar wachgerüttelt, denn in der zweiten Halbzeit ging der Bundesligist weitaus aggressiver und entschlossener zu Werke. In der 58. Minute hatten Alves und Konstantinidis sogar gute Chancen zum 1:0, doch sie scheiterten ebenso wie fünf Minuten später der eingewechselte Veit. Die Tschechen bauten indes mit zunehmender Spielzeit mehr und mehr ab, schienen in der Schlussphase kräftemäßig am Ende. Doch dann schlugen sie in der letzten Minute zurück.