Champions League Kahn schimpft, Werder träumt
Hamburg - Mit der Maximalausbeute von neun Punkten thront der FC Bayern nach dem 1:0 (1:0)-Erfolg bei Sporting Lissabon ohne Gegentor weiter an der Spitze der Gruppe B. Ein Sieg im Rückspiel gegen Sporting am 31. Oktober würde reichen, um Platz eins zu zementieren - und den schwereren Gegnern im Achtelfinale aus dem Weg zu gehen.
"Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden", sagte Kapitän Kahn. "Aber es darf nun bloß keiner glauben, dass wir schon ganz oben sind. Wir haben noch nichts erreicht." Der Torhüter störte sich an einer Phase Ende der ersten Hälfte, in der die Bayern nach der Führung durch einen Distanzschuss von Bastian Schweinsteiger (19.) den Gegner wieder ins Spiel kommen ließen.
"Das war fatal und darf uns nicht passieren", sagte er, "wir müssen im Kopf brutaler gegen uns selbst werden." In der K.-o.-Runde der Champions League könne man sich derartige Durchhänger nicht mehr erlauben, weshalb die Mannschaft "in den Bereichen Konzentration und Disziplin" an sich arbeiten müsse, so Kahn.
Dennoch hielt die Mannschaft trotz der Gelb-Roten Karte gegen Schweinsteiger bis zum Abpfiff den Vorsprung. "Da hat die Mannschaft gezeigt, dass sie eine Mannschaft ist und bravourös gekämpft", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Eine interne Strafe für sein Vergehen muss Schweinsteiger nicht fürchten. "Das erste Foul war keines", sagte Trainer Felix Magath. "Die Karte war mir insofern ein Rätsel."
Bremen hofft aufs Endspiel gegen Barcelona
Nach dem Erfolg gegen Lewski Sofia schielt Werder Bremen noch aufs Achtelfinale. "Ich glaube, wir haben eine Chance, zu Hause auch gegen Chelsea zu gewinnen, und dann kann es zum großen Endspiel in Barcelona kommen", sagte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs. Der 49-Jährige wagte sogar ein kühnes Rechenspiel: "Wenn alles optimal läuft, könnte es sogar schon vor dem letzten Spieltag entschieden sein. Aber die Voraussetzung dafür ist, dass wir auch in Sofia gewinnen."
Die Niederlage des Titelverteidigers aus Barcelona in Chelsea ließ bei Werder die Hoffnungen blühen. "Es sieht so aus, als sei Barcelona unser direkter Konkurrent - und die sind zu packen. Wir haben ja schon im ersten Spiel gezeigt, dass wir mithalten können", sagte Jurica Vranjes. Vor drei Wochen hatten sich Bremen und Barcelona im Weserstadion 1:1 getrennt. "Dieses Unentschieden hat uns insgesamt viel Selbstvertrauen gegeben", so Werder-Trainer Thomas Schaaf.
Mit dem Arbeitssieg konnte Schaaf leben: "Wir können nicht immer Traumfußball spielen. Man muss auch mal glanzlos gewinnen können." Für das Bundesliga-Spitzenspiel gegen Meister Bayern München am Sonntag im Weserstadion ist dennoch eine Leistungssteigerung nötig. "Da werden wir anders auftreten müssen, um zu bestehen", sagte Torsten Frings.
bri/sid