Champions League Monaco im Torrausch
Monaco - Während der spanische Traditionsclub Deportivo La Coruna bei der 3:8-Pleite beim AS Monaco eine "schwarze Nacht" und die bislang höchste Niederlage in der Geschichte der Champions League hinnehmen musste, träumt Arsenals Teammanager Arsene Wenger nach dem Last-Minute-Tor von Andy Cole (88.) beim 1:0-Sieg gegen Dynamo Kiew wieder vom Einzug in die Runde der letzten 16. Den hat Vorjahresfinalist Juventus Turin als zweites Team nach Real Madrid indes bereits sicher.
"Wir sind in einer ganz engen Gruppe noch immer am Leben. Ich habe den Glauben bis zum Tor nie verloren, denn meine Jungs haben alles gegeben. Jetzt liegt es an uns, die Wende einzuleiten", so Wenger, der mit seinem Team mit nunmehr vier Zählern aber immer noch am Tabellenende der Gruppe B rangiert. Die "Gunners" gewannen auch dank einer fehlerfreien Leistung von Torwart Lehmann das erste Heimspiel in der Champions League nach zuvor sieben Partien im Highbury Park ohne Sieg.
In der kommenden Partie bei Inter Mailand, das nach einer insgesamt enttäuschenden Vorstellung gegen Lokomotive Moskau nicht über ein 1:1 hinaus kam, zählt für Arsenal nur ein Sieg. Denn Inter liegt derzeit noch mit sieben Zählern dicht vor Kiew (6) und Moskau (5) an der Tabellenspitze. "Ein Unentschieden reicht nicht, wir müssen und werden in Mailand gewinnen", so Wenger.
Für das absolute Highlight des vierten Vorrundenspieltages sorgte allerdings der AS Monaco. Die Mannschaft von Didier Deschamps sorgte mit dem Kantersieg gegen La Coruna für einen Tor-Rekord in der europäischen "Königsklasse" und übernahm mit neun Zählern auch die Tabellenspitze in Gruppe C. Hauptdarsteller in Monaco war Geburtstagskind Dado Prso, der gegen die Spanier an seinem 29. Jahrestag gleich viermal einnetzte.
"Das war der reinste Terror"
Die spanische Presse unterstellte den Galiziern daraufhin, "nur als Touristen nach Monaco gereist zu sein" (Marca). "Das war der reinste Terror", titelte die Sporttageszeitung AS und der spanische Fernsehsender TVE meinte: "Dieses Desaster wird in die Geschichte des spanischen Fußballs eingehen...Leider!"
La Coruna, das weiterhin sieben Punkte auf dem Konto hat, muss nach dem Fiasko nun sogar ums Weiterkommen fürchten, denn der niederländische Meister PSV Eindhoven rückte durch einen 2:0-Sieg gegen Besiktas Istanbul bis auf einen Zähler an den spanischen Meister von 2000 heran.
Juventus, im vergangenen Jahr im Finale nur knapp dem Ligarivalen AC Mailand unterlegen, genügte am Mittwoch ein torloses Remis beim spanischen Vizemeister Real Sociedad San Sebastian, der mit sieben Zählern ebenfalls mit einem Bein im Achtelfinale steht, zum Weiterkommen. "Jetzt haben wir keinen Druck mehr, aber wir wollen auf jeden Fall Gruppenerster werden", sagte Juve-Coach Marcello Lippi, der seinem Team eine "taktische Meisterleistung" attestierte.