Chilavert Paraguay durch Revolte im WM-Achtelfinale
Asuncion - "Wir waren bei der WM auf uns allein gestellt. Maldini hatte schon vor unserem letzten Gruppenspiel gegen Slowenien Flugtickets nach Japan zu Italiens Achtelfinale mit seinem Sohn Paolo gebucht", erklärte Kapitän Chilavert. "In der Halbzeit des Spiels gegen Slowenien haben wir Spieler nach dem 0:1-Rückstand in unserer Indianer-Sprache Guarani beschlossen, voll auf Angriff zu spielen und Maldinis Anweisungen nicht mehr zu beachten. Deshalb konnten wir noch 3:1 gewinnen und weiterkommen."
Den Sprung in die Runde der besten 16, in der Paraguay gegen den späteren Finalisten Deutschland durch ein Tor des Leverkuseners Oliver Neuville zwei Minuten vor dem Abpfiff unterlag, empfindet Chilavert auch im Rückblick noch als Genugtuung: "Das Schönste war, dass alle Mitglieder der offiziellen Delegation hinterher umbuchen mussten."
Der exzentrische Schlussmann hatte vor dem WM-Turnier zu den größten Befürwortern von Maldinis Verpflichtung gehört. Der italienische Coach hatte die Südamerikaner gegen starke Widerstände als Nachfolger des entlassenen Uruguayers Sergio Markarian Anfang 2002 übernommen. Nach Paraguays WM-Aus kehrte Maldini in seine Heimat zurück.