Chronologie: Vom Interimstrainer zur Dauerlösung - DER SPIEGEL
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Chronologie Vom Interimstrainer zur Dauerlösung

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

2. Juli 2000:

Zwölf Tage nach dem EM-Debakel der Nationalelf wird Rudi Völler bei einem Krisengipfel der deutschen Fußball-Funktionäre als Interims-Nachfolger von Erich Ribbeck aus dem Hut gezaubert. Völler ("vor dem Gespräch hatte ich damit nicht gerechnet") soll bis zum 31. Mai 2001 den Platzhalter für Bayer Leverkusens Trainer Christoph Daum spielen, der danach bis 30. Juni 2004 Bundestrainer werden soll.


27. Juli: Der DFB verpflichtet Michael Skibbe als Assistent von Völler. "Er war mein Wunschkandidat", sagt der Teamchef.


8. August: Völler beruft gleich 15 EM-Versager in sein 20-köpfiges Aufgebot für sein Länderspiel-Debüt gegen Spanien. "Es ist das Beste, was Deutschland aufzubieten hat", begründet er seine Wahl.


16. August: Deutschland besiegt Spanien in Hannover mit 4:1. 45.000 Zuschauer feiern vor allem Völler in Sprechchören. "Rudi ist eine Kultfigur", jubelt der designierte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder mit.


2. September: Auch der Start in die WM-Qualifikation glückt mit einem 2:0-Erfolg in Hamburg gegen Griechenland.


1. Oktober: Ein Zeitungsinterview mit Bayern-Manager Uli Hoeneß bringt den "Fall Daum" ins Rollen.


7. Oktober: Die deutsche Elf besiegt England beim letzten Spiel in Wembley mit 1:0. Völler-Mania in Deutschland.


21. Oktober: Leverkusen trennt sich von Trainer Daum nach dessen positiver Haaranalyse (Kokain) und ernennt Völler zum Interimscoach. Zum Einstand gewinnt dieser mit Bayer 2:0 gegen Borussia Dortmund.


9. November: Leverkusen verpflichtet Berti Vogts als neuen Coach. Sportdirektor Völler wird von Bayer 04 bis zur Weltmeisterschaft 2002 an den DFB ausgeliehen.


11. November: Völler beendet nach drei Siegen und einem Remis sein kurzes Bundesliga-Engagement als Bayer-Trainer mit einem 1:0-Erfolg beim SC Freiburg.


15. November: Völlers erste Niederlage als DFB-Teamchef: 1:2 in Kopenhagen im Freundschaftsspiel gegen Dänemark.


6. Juni 2001: Zum Abschluss seiner ersten Saison als Teamchef gelingt dem Weltmeister von 1990 ein 2:0-Sieg gegen Albanien in Tirana. DFB-Präsident Mayer-Vorfelder will den "Glücksfall für den deutschen Fußball" vorzeitig bis 2004 an den Verband binden.


1. September: Der schwärzeste Tag in Völlers noch kurzer Ära: Statt in München vorzeitig das WM-Ticket zu lösen, gibt es ein 1:5-Debakel gegen England. Und Völlers Vater Kurt (75) erleidet auf der Tribüne des Olympiastadions einen Herzanfall.


6. Oktober: Trotz griechischer Schützenhilfe gegen England (2:2) verspielt die deutsche Elf mit einem blamablen 0:0 gegen Finnland ein zweites Mal die direkte WM-Qualifikation. Fußball-Kritiker Günter Netzer spricht anschließend vom "Tiefpunkt der Ära Völler".


14. November: Nach dem triumphalen 4:1-Sieg gegen die Ukraine in Dortmund und dem doch noch gelösten WM-Ticket lässt ein von den Strapazen gezeichneter Völler seine Zukunft über die WM 2002 hinaus offen: "Das muss man erst einmal setzen lassen."


1. Dezember: Nach dem Losglück bei der WM-Auslosung in Busan - Saudi-Arabien, Irland und Kamerun sind die deutschen Gegner in der Vorrunde - kündigt Völler eine Entscheidung "bis Jahresende" an.


7. Dezember: Das Rätselraten ist vorbei: Rudi Völler verlängert seinen Vertrag per Handschlag bis zur Weltmeisterschaft 2006. Sein bis 2003 laufender Vertrag als Sportdirektor in Leverkusen wird zum 31. Dezember aufgelöst.