CL-Qualifikation Bayer darf weiter träumen
Belgrad - Bayer Leverkusen hat in der Qualifikation zur Vorrunde der Champions League ein 0:0 bei Roter Stern Belgrad erreicht und kann sich damit Hoffnungen für das Rückspiel am 21. August in der BayArena machen. Vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Marakana-Stadion verdienten sich die Bayer-Spieler mit engagiertem Spiel das torlose Remis beim jugoslawischen Rekordmeister, der sich trotz fantastischer Kulisse im Rücken nicht entscheidend durchsetzen konnte.
Beim ersten internationalen Auftritt unter dem neuen Trainer Klaus Toppmöller präsentierte sich die Leverkusener Elf, die in blauen Trikots angetreten war, auch im Europapokal konzentriert. Ohne die verletzten Michael Ballack (Zehenbruch) und Ze Roberto (Jochbeinbruch), aber mit dem brasilianischen Nationalspieler Lucio, um dessen Einsatz es vor der Partie großen Wirbel gab, behielten die Leverkusener bei Temperaturen um die 30 Grad gegen die zweikampfstarken und elanvollen Gastgeber von Beginn an kühlen Kopf.
"Die Moral hat gestimmt"
Zwar bemängelte Toppmöller insgesamt die zu verhaltene Spielweise seiner Elf ("Über die Außenbahnen ist zu wenig gekommen"), doch Kapitän Jens Nowotny zog ein positives Fazit. "Die Moral bei uns hat aber dennoch gestimmt", so der Nationalspieler. "Beim Rückspiel in Leverkusen haben wir mit den Fans im Rücken gute Chancen."
Mit Boris Zivkovic für Ze Roberto besetzte Toppmöller, der die Jugoslawen zwei Mal in den Qualifikationsspielen gegen Omonia Nicosia beobachtete, nur eine Position im Team neu. Nationalspieler Oliver Neuville konnte trotz einer im Abschlusstraining erlittenen Adduktorenzerrung neben Routinier Ulf Kirsten auflaufen. Der wieselflinke Stürmer unterstrich seine Gefährlichkeit dann auch gleich zu Beginn, als er nach Flanke von Zoltan Sebescen in der 13. Minute aus kurzer Distanz die größte Tormöglichkeit im ersten Abschnitt vergab.
Gefährliche Distanzschüsse
Gegen die junge Elf des 22-maligen jugoslawischen Meisters, der 1991 in Bari gegen Olympique Marseille den Europapokal der Landesmeister gewann, kamen die Rheinländer aus einer kompakten Vierer-Abwehrreihe dennoch immer wieder zu guten Aktionen. Die Gastgeber versteckten sich allerdings nicht und ließen vor allem bei Distanzschüssen von Spielmacher Milenko Acimovic Gefährlichkeit aufblitzen. Doch Bayers neuer und international erprobter Torhüter Hans-Jörg Butt bewies auch bei Belgrads erster guter Chance durch Mihailo Pjanovic (49.) gute Form.
Butt - Retter in der 90. Minute
Mit zunehmender Spieldauer verstärkte Roter Stern seine Offensivbemühungen. Bei Angriffen der beweglichen Spitzen Pjanovic und Branko Jelic, der in der 65. Minute mit einem Schuss von der Strafraumlinie knapp scheiterte, musste die Leverkusener Hintermannschaft bis zuletzt auf der Hut sein. In der letzten Minute entschärfte Butt einen gefährlichen Fernschuss von Marcovic und ließ so seinem Team für das Rückspiel alle Möglichkeiten offen.
Roter Stern Belgrad - Bayer Leverkusen 0:0
Belgrad: Disljenkovic - Vukomanovic, Matijasevic, Lalatovic - Markovic, Ilic (59. Bratic), Lerinc, Gvozdenovic - Acimovic (81. Boskovic) - Jelic, Pjanovic (87. Spalevic)
Leverkusen: Butt - Zivkovic (76. Vranjes), Nowotny, Lucio, Placente - Sebescen, Ramelow, Schneider - Bastürk - Neuville, Kirsten (71. Brdaric)
Schiedsrichter: Jan Wegereev (Niederlande)
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Markovic, Jelic, Bratic - Lucio, Neuville, Bastürk