CL-Qualifikation BVB knackt tschechischen Tresor
Teplice - Christian Nerlinger hat für das Millionen-Ensemble von Borussia Dortmund die Tür zur Champions League weit geöffnet und Trainer Michael Skibbe ein siegreiches Europacup-Debüt beschert. Dank des Tores ihres 26-jährigen Mittelfeldspielers gewannen die Westfalen am Mittwoch das Qualifikations-Hinspiel beim tschechischen Vizemeister FK Teplice mit 1:0 (0:0) und stehen damit mit einem Bein in der europäischen Königsliga. Vor 16.000 Zuschauern hatte der BVB erhebliche Anlaufschwierigkeiten, kam aber dank Nerlingers Treffer in der 66. Minute zu seinem Wunschergebnis. Beim Rückspiel in zwei Wochen genügt ein Unentschieden, um sich die 5,4 Millionen Mark Mindesteinnahme für das Erreichen der Champions League zu sichern. Im Hinblick auf den Bundesliga-Start am Samstag beim 1. FC Kaiserslautern ließ der BVB spielerisch allerdings noch viele Wünsche offen.
"Das Siegtor war eine Befreiung", strahlte Matchwinner Nerlinger, der die Partie auf den Punkt brachte: "Es war sehr schwer, weil Teplice sehr defensiv war und die Räume eng gemacht hat. Da hat es jede Mannschaft der Welt schwer." Ein erleichterter Skibbe sprach mit Blick auf die Dortmunder Auswärtsschwächen in der vergangenen Saison von einem "guten Ansatz für die neue Saison". Der Coach warnte aber auch: "Noch sind wir nicht weiter." Eine bessere Ausgangsbasis verpasste Andreas Möller, als er in der Schlussminute das leere Tor nicht traf.
Skibbe setzte nicht auf seine Angriff-Variante mit drei Stürmern, sondern ließ Möller wie gewünscht hinter den neu eingekauften Spitzen Fredi Bobic und Victor Ikpeba agieren. Skibbes Hoffnung, Möller könnte so Lücken in die dicht gestaffelte Abwehr der Tschechen reißen, erfüllte sich jedoch über weite Strecken nicht. Weil Möller trotz großer Laufbereitschaft seine Freiheiten nicht umzusetzen verstand und auch Lars Ricken und Dede auf den Außenpositionen drucklos agierten, mangelte es dem Dortmunder Spiel lange Zeit an Ideen und Torgefährlichkeit.
Lediglich eine einzige Chance hatte der BVB in der ersten Halbzeit, als Nationalverteidiger Christian Wörns in der 4. Minute an Torhüter Libor Machacek scheiterte. Danach schaffte es die ganz auf Defensive eingestellte Teplice-Elf immer wieder, die Dortmunder Angriffe schon im Keim zu ersticken. Auf der Gegenseite wurden die nominell nur mit einem Stürmer agierenden Gastgeber bei ihren Kontern immer frecher und gefährlicher. Gleich zweimal bügelte Torhüter Jens Lehmann vor der Pause Fehler seiner Vorderleute aus und bewahrte den Bundesligisten vor einem Rückstand: In der 28. Minute lenkte er einen Schuss von Petr Fousek um den Pfosten, in der 40. Minute rettete er in höchster Not gegen den technisch starken Pavel Verbir.
Personell unverändert, aber mit deutlich mehr Entschlossenheit, nahm Dortmund die zweite Halbzeit in Angriff. In der 48. Minute prüfte Dede mit einem Heber Machacek, danach trat Nerlinger zunächst per Kopfball und dann mit einem 20-Meter-Schuss gefährlich in Erscheinung. Der Mittelfeldspieler war es in der 66. Minute auch, der das Teplice-Bollwerk erstmals knackte, als er eine Kopfballvorlage von Bobic aufnahm und mit seinem schwächeren rechten Fuß zum, 1:0 abschloss. Die Gastgeber waren in der Schlussphase kräftemäßig nicht in der Lage, das Blatt zu wenden, hatten aber durch Divecki nach kapitalem Kohler-Fehler trotzdem die Ausgleichschance.