Copa-Finale: Brasilien deklassiert Argentinien - DER SPIEGEL
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Copa-Finale Brasilien deklassiert Argentinien

Das Finale der Copa América war eine überraschend eindeutige Angelegenheit. Titelverteidiger Brasilien ließ dem Erzrivalen Argentinien im Prestigeduell keine Chance. Zum Matchwinner avancierte der Bruder eines ehemaligen Bundesligaspielers.
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Maracaibo – In Venezuela verteidigte Brasilien den Titel des Meisters der Copa América durch einen überzeugenden 3:0 (2:0)-Sieg im Endspiel gegen Argentinien. Beide Teams hatten sich schon bei der Copa vor drei Jahren im Endspiel gegenüber gestanden, 2004 gewann Brasilien im Elfmeterschießen.

Für den Rekordweltmeister war es der vierte Triumph bei den vergangenen fünf Auflagen des ältesten Fußball-Kontinentalturniers, das seit 1916 ausgetragen wird. Insgesamt gewann Brasilien die Copa zum achten Mal, die meisten Siege haben Argentinien und Uruguay (jeweils 14). Mit dem Erfolg qualifizierte sich Brasilien außerdem für den Konföderationen-Cup 2009 in Südafrika.

Der Sieg der Brasilianer war vor 45.000 Zuschauern Stadion "José Pachencho Romero" verdient. Selbst ohne die Superstars Kaká und Ronaldinho, die beide vor dem Turnier um "Sonderurlaub" gebeten hatten, war Brasilien abgeklärter als die Argentinier. Bereits nach drei Minuten lag die Mannschaft von Trainer Carlos Dunga vorn: Julio Baptista kam nach langem Pass von Elano am linken Strafraumeck an den Ball und erzielte mit einem fulminanten Schuss in den rechten Torwinkel das 1:0.

Die Argentinier hatten zudem beim 0:2 Pech. Abwehrroutinier Roberto Ayala grätschte in der 39. Minute in eine Flanke von Dani Alves und lenkte den Ball ins eigene Tor. Alves machte dann mit seinem Tor in der 69. Minute alles klar. Der 24-Jährige steht derzeit bei Uefa-Cup-Sieger FC Sevilla unter Vertrag, er ist der Bruder des früheren Hertha-Spielers Alex Alves.

Vor dem Finale hatte Argentinien als Favorit gegolten. Die "Albiceleste" hatte alle fünf Turnierspiele gewonnen und dabei 16:3 Treffer erzielt. Brasilien dagegen hatte unter anderem in der Vorrunde gegen Mexiko (0:2) verloren und stand im Elfmeterschießen im Halbfinale gegen Uruguay kurz vor dem Aus. "Man hat uns unterschätzt, aber wir haben auf dem Rasen die Antwort gegeben", freute sich Torschütze Baptista.

Die argentinischen Stars wie Juan Riquelme und Lionel Messi konnten im Finale nicht an ihre zuvor so starken Turnierleistungen anknüpfen. Bei Brasilien war der sonst so treffsichere Stürmer Robinho nicht in Form. Die bei Hertha BSC spielenden Mineiro und Gilberto boten eine ordentliche Vorstellung. Bremens Spielmacher Diego, der eine schwache Copa spielte, wurde erst zweieinhalb Minuten vor dem Abpfiff eingewechselt.

ach/dpa