Cottbus - Freiburg: Das Team der Stunde - DER SPIEGEL
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Cottbus - Freiburg Das Team der Stunde

Mit einem klassischen Doppelpack hat der Franzose Regis Dorn den SC Freiburg auf einen UEfa-Cup-Platz geschossen. Trainer Volker Finke indes will seine Saisonziele nicht korrigieren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Cottbus - Seine Mannschaft eilt von Sieg zu Sieg, doch für Trainer Volker Finke bleibt der Europapokal das Tabu-Thema beim SC Freiburg. "Wenn man die erste Halbzeit gesehen hat, dann verstehe ich die Frage nach dem Uefa-Cup nicht", meinte der Coach der Breisgauer nach dem 2:0 (0:0)-Erfolg bei Energie Cottbus.

Mit Händen und Füßen wehrte sich der Pädagoge dagegen, das Saisonziel nach oben zu korrigieren. "Wir haben keinen Grund, vollmundige Ziele zu formulieren - mit einer jungen, guten Mannschaft, die aber noch nicht stabil genug ist", erklärte Finke weiter. Ablehnen würde der Coach eine Wiederholung des Europa-Abenteuers von 1995 allerdings nicht: "Am Ende nehmen wir gerne das, was kommt."

Zehn Spiele ohne Niederlage


Die Fakten sprechen für die Breisgauer. Mit einer Serie von zehn Spielen ohne Niederlage sammelte die jüngste Mannschaft der Liga emsig 22 Punkte. Zudem hat der SC nur noch fünf Auswärtspartien, aber sieben Heimspiele, und die Abwehr um den auch offensiv starken Libero Sebastian Kehl ist mit nur 21 Gegentoren die sicherste der Liga. Auch wenn der Auftritt in Cottbus im ersten Durchgang wahrlich schwach war, Finkes Truppe ist das Team der Stunde. Der Mann der Stunde im Stadion der Freundschaft war Regis Dorn, der mit seinen Toren (50./90.) die Partie fast im Alleingang entschied. Sein Trainer brachte mit seiner Einwechslung zur Halbzeit den Schwung zum Sieg. "Ich brauchte einen schnellen Mann im Sturm", begründete Finke sein Handeln. Matchwinner Dorn nahm sein Dasein als Ergänzungsspieler ebenso bescheiden. "Es ist mir egal, ob ich Jokertore mache oder andere. Außerdem waren die leicht rein zu machen", so der 21-jährige Franzose nach seinen Saisontreffern drei und vier gelassen.

"Mit meinen Winterstiefeln..."


Gelassenheit ging Energie-Coach Eduard Geyer nach einer glänzenden ersten Halbzeit seiner Auswahl, einem Dutzend vergebener Hochkaräter und einem verschossenen Foulelfmeter von Laurent-Aurelian Reghecampf (67.) gänzlich ab. "Der rollt den Ball zurück. Mit meinen Winterstiefeln hätte ich nicht schlechter schießen können. Diese Niederlage tut schon sehr weh", schimpfte Geyer.

Wieder auf einem Abstiegsplatz geraten die Cottbuser, die nur noch fünf Heimspiele haben, immer mehr unter Erfolgsdruck. "Wir haben eine Riesenchance verspielt und haben jetzt nur noch Finalspiele", erklärte Geyer. Sein Regisseur Vasile Miriuta, der sich um die Verantwortung beim Strafstoß drückte, gab sich anschließend trotzig: "Jetzt müssen wir eben sechs Punkte auswärts holen. Wir hoffen bis zum Schluss." Bei bislang nur zwei Punkten in der Fremde wird das ein schweres Unterfangen.

Michael Kölmel, sid

Energie Cottbus - SC Freiburg 0:2 (0:0)
0:1 Dorn (50.)
0:2 Dorn (90.)
Cottbus: Piplica - Vata - Beeck, Hujdurovic - Reghecampf, Thielemann, Akrapovic (75. Latoundji), Kobylanski (75. Ilie) - Miriuta - Helbig, Labak (59. Franklin)
Freiburg: Golz - Konde (68. Müller), Diarra - Kehl - Zkitischwili, Zeyer, Coulibaly, But (85. Ramdane), Kobiaschwili - Sellimi (46. Dorn), Weißhaupt
Schiedsrichter: Sippel (München)
Zuschauer: 14.133
Gelbe Karten: Helbig (5/1), Thielemann (5), Akrapovic (4), Kobylanski (2), Miriuta - Konde (5), But (2), Dorn (2), Golz
Bes. Vorkommnis: Golz hält Foulelfmeter von Reghecampf (67.)

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