Cottbus - Hertha: Um Tore gebettelt - DER SPIEGEL
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Cottbus - Hertha Um Tore gebettelt

Mit einer völlig verdienten Niederlage bei Aufsteiger Energie Cottbus hat Hertha BSC Berlin einen Rückschlag hinsichtlich der Teilnahme am europäischen Wettbewerb erlitten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Cottbus - Hertha-Kapitän Michael Preetz wollte überhaupt nichts mehr sagen. Sein Trainer Jürgen Röber brauchte auch ein bisschen Zeit, um wieder Worte zu finden. Dann offenbarte der agile 47-Jährige das schiere Unverständnis über die Leistung seiner Mannschaft bei der 0:3 (0:2)-Niederlage gegen Energie Cottbus: "Wir haben ja richtig gehend darum gebettelt, ein Tor zu bekommen."

Im "Stadion der Freundschaft" hatte Hertha BSC, selbsterklärter Teilnehmer am europäischen Wettbewerb, nach Worten Röbers keine Aggressivität, keine Leidenschaft und schon gar nicht "den Willen gehabt, das Spiel zu gewinnen". Berlins Bester, der zu Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselte Sebastian Deisler, teilte das Unverständnis seines Trainers: "So darf man keine drei Tore bekommen."

Standardsituationen und Ruhekissen

Was der Nationalspieler ansprach, waren die Tatsache, dass alle Tore der Cottbusser aus Standardsituationen herrührten. Den ersten gefährlichen Freistoß versenkte Vasile Miriuta mit seinem zehnten Saisontor direkt (19.), die anderen zirkelte er auf den Brasilianer Franklin (43.) sowie den eingewechselten Sebastian Helbig (72.).

Über die gesamte Spielzeit schienen die Berliner nicht bereit, im Rennen um die Europacup-Plätze den selben Einsatz zu zeigen wie Energie im Kampf um den Abstieg. Trotzdem wollte der Trainer der siegreichen Mannschaft Eduard Geyer den Erfolg im Berlin-Brandeburger Derby nicht überbewertet wissen: "Ich bin froh über drei Punkte, aber das ist kein Ruhekissen. Wir müssen auch einmal auswärts gewinnen." Die Aussichten auf eine kleine Serie könnten besser nicht sein. Am nächsten Spieltag gastiert Cottbus beim abgeschlagenen Schlusslicht VfL Bochum.

Energie Cottbus - Hertha BSC Berlin 3:0 (2:0)
1:0 Miriuta (19.)
2:0 Franklin (43.)
3:0 Helbig (72.)
Cottbus: Piplica - Vata - Beeck (24. Hujdurovic), Matyus - Reghecampf, Scherbe, Akrapovic, Kobylanski - Miriuta - Labak (56. Helbig), Franklin (56. Ilie)
Berlin: Kiraly - Schmidt, van Burik, Simunic (46. Deisler) - Konstantinidis, Dardai, Veit, Hartmann (74. Daei) - Wosz - Preetz, Alves (46. Reiss)
Schiedsrichter: Berg (Konz)
Zuschauer: 20.400 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Hujdurovic (5/1), Akrapovic (5), Franklin (3) / Dardai (4), Simunic (2)

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