Cottbus - HSV Geschenk in der Nachspielzeit
Cottbus - Als der Pfiff von Schiedsrichter Franz-Xaver Wack aus Biberbach im Stadion der Freundschaft ertönte, brach Jubel aus. Mehr als neunzig Minuten hatte Energie Cottbus mehr schlecht als recht versucht, dem Hamburger SV ein Tor einzuschenken, und als ob der Unparteiische Mitleid mit den Gastgebern gehabt hätte, belohnte er sie mit einem fragwürdigen Elfmeterentscheid. Wack wollte ein Foul des neuen HSV-Torwarts Martin Pieckenhagen an Energies Marko Topic gesehen haben. Mit dem Strafstoß, den Vasile Miriuta verwandelte, waren, wie man sich vorstellen kann nicht alle Teilnehmer zufrieden.
Während Pieckenhagen seine Unschuld beteuerte ("Er hat sich in mich reinfallen lassen"), polterte sein Trainer los. "Das war nicht das erste Mal. Wir haben schon unsere Erfahrungen mit ihm gemacht", sagte Frank Pagelsdorf, der aber die Schuld nicht ausschließlich beim Schiedsrichter suchen wollte: "Mit unserer Leistung bin ich nicht zufrieden, weil wir uns zu wenige Torchancen erarbeitet haben." Der Satz hätte angesichts eines insgesamt schwachen Spiels am Samstag genau so auch von Cottbus-Coach Eduard Geyer kommen können, aber die Äußerung eines Siegers formuliert sich anders: "Das Wichtigste war, die drei Punkte im eigenen Stadion zu behalten. Der Sieg war sicher glücklich, von den Chancenanteilen aber nicht unverdient."
Albertz ohne Ideen
Auch bedingt durch zahlreiche Ausfälle hatte Geyer zum zweiten Mal in der Bundesliga-Geschichte nur mit ausländischen Profis begonnen. Als einziger Neuzugang durfte der Pole Radoslaw Kaluzny beginnen, der sich meist um HSV-Rückkehrer Jörg Albertz kümmerte. Vom mit zehn Millionen Mark teuersten Einkauf der HSV-Vereinsgeschichte gingen kaum die so sehnlichst erhofften Impulse aus. Der Ausfall des verletzten Sergej Barbarez machte sich auf Seiten der Hamburger deutlich bemerkbar.
Für den Abstiegskandidaten aus Cottbus stehen die Zeichen. Vor einem Jahr noch war man mit drei Niederlagen in die Saison gestartet. "Es ist wichtig, dass gerade wir am Anfang etwas auf die Habenseite bekommen", sagte Eduard Geyer. Nächste Gelegenheit den Punktevorrat auszubauen bietet sich Energie bereits am kommenden Wochenende: Auswärts bei Werder Bremen.
Energie Cottbus - Hamburger SV 1:0 (0:0)
1:0 Miriuta (90., Foulelfmeter)
Cottbus: Piplica - Sebök - Hujdurovic, Matyus - Reghecampf, Kaluzny, Akrapovic, Kobylanski (87. Scherbe) - Miriuta - Franklin (62. Brasilia), Labak (62. Topic)
Hamburg: Pieckenhagen - Hertzsch, Hoogma, Panadic - Groth, Töfting, Hollerbach - Albertz - Mahdavikia, Meijer (61. Yeboah), Ketelaer (46. Heinz)
Schiedsrichter: Dr. Wack (Biberbach)
Zuschauer: 17.781
Gelbe Karten: Brasilia, Kobylanski / Mahdavikia, Pieckenhagen