Cottbus - Köln 0-2: Vollbremsung durch Lienen - DER SPIEGEL
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Cottbus - Köln 0-2 Vollbremsung durch Lienen

Aufsteiger 1. FC Köln hat durch den ersten Auswärtssieg der Saison seinen Aufwärtstrend bestätigt. Cottbus bleibt nach der 0:2-Pleite auf einem Abstiegsplatz.
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Cottbus - Für Ewald Lienen vollzieht sich der Wandel des 1. FC Köln vom Abstiegskandidaten zum Anwärter auf einen Uefa-Cup-Platz zu schnell: "Es ist schön, die Tabelle fünf Minuten im Bus anzuschauen. Dann wird sie weggeschmissen", dämpfte der Coach nach dem 2:0 (1:0)-Sieg der Rheinländer im Aufsteiger-Duell bei Energie Cottbus die aufkommende Euphorie angesichts des Vorstoßes in die etwas besseren Etagen des Oberhauses.

Der steile Aufstieg von Platz 16 in die höheren Regionen innerhalb von nur fünf Spielen ist für Lienen nur eine Momentaufnahme. "Grob fahrlässig wäre es, sich jetzt auf den Erfolgen auszuruhen. Wenn wir uns jetzt von Gefühlen leiten lassen, verlieren wir allzu schnell den Bezug zur Realität", warnte der Coach: "Und die Realität ist, dass wir weiter mit dem Rücken zur Wand stehen. Wir wollen 40 Punkte, und auch wenn wir jetzt schon 21 haben, ist das keine Gewähr, dass wir am Ende unser Ziel erreichen."

Geradezu eisern halten die Kölner am Klassenerhalt als Saisonziel fest, obwohl die in Cottbus erneut vom überragenden Duo Dirk Lottner/Christian Timm angeführte Mannschaft größeres Potenzial zumindest andeutete. Doch zu schmerzlich ist noch die Erfahrung vom 0:6 beim VfL Wolfsburg. "Schlimmer ging es nicht mehr", erinnert sich Lienen, sieht in der Pleite aber nachträglich auch Positives: "Das war aber auch die Initialzündung. Das Spiel hat uns die Augen geöffnet. Wir haben es bis zum Gehtnichtmehr analysiert."

In den fünf Spielen ohne Niederlage seit dem "negativen Höhepunkt" (Lienen) haben die "Geißböcke" vier Siege gefeiert. Beim ersten Auswärtserfolg der Saison entschieden einmal mehr Timm (14.) mit seinem sechsten Saisontreffer und der zum siebten Mal erfolgreiche Lottner (70.) die Begegnung.

Timm, an dem Kölns Ligarivale Hertha BSC Berlin und angeblich auch Meister Bayern München interessiert sind, nutzte in Cottbus die Gunst der Stunde und setzte angesichts der bevorstehenden Vertragsverhandlungen mit den Rheinländern zumindest sein Pokerface auf: "Ich will die Herausforderung, international zu spielen."

Dass Timm und auch Lottner als Kölns Parade-Duo der vergangenen Wochen noch nicht über das Saisonende hinaus an Köln gebunden sind, hält Lienen nicht für problematisch: "Wir tun gut daran, erst im Winter zu verlängern. So schießen die beiden wenigstens weiter die wichtigen Tore."

Sein Energie-Kollege Eduard Geyer dagegen war gar nicht zum Scherzen zu Mute. "Ich bin erschrocken über unsere schlechteste Saisonleistung. Es macht mich sehr nachdenklich, dass wir in dieser entscheidenden Phase so auftreten", meinte Geyer. Schonungslos sprach der Coach die Mängel seines Teams an: "Zu lethargisch! Es fehlte der Biss, den man braucht, um in der Bundesliga zu bleiben. Gegen Hansa Rostock müssen wir wieder unsere Tugenden zeigen: Kampfgeist, Engagement, Laufbereitschaft und Mut."

Von Michael Kölmel, sid


Energie Cottbus - 1. FC Köln 0:2 (0:1)
0:1 Timm (14.)
0:2 Lottner (70.)
Cottbus: Piplica - Sebök - Hujdurovic, Beeck - Latoundji, Vata, Micevski (64. Micevski), Matyus (75. Kobylanski) - Miriuta - Helbig, Franklin
Köln: Pröll - Cichon - Cullmann, Sichone - Scherz, Dziwior, Lottner, Springer, Keller - Kurth (67. Arweladse), Timm (89. Donkow)
Schiedsrichter: Berg (Konz)
Zuschauer: 19.618
Gelbe Karte: Kurth (4)

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