Dänemark - Tschechien Der doppelte Smicer
Lüttich - Mit seinen Toren in der 64. und 67. Minute zum 2:0 (0:0) sorgte der tschechische Nationalstürmer Vladimir Smicer (FC Liverpool) für die einzigen Höhepunkte im trostlosen 16. Duell zwischen Tschechien und Dänemark, nach dem die Skandinavier weiter auf den ersten Sieg warten müssen. Der erneut schwache Europameister von 1992, der künftig von Morten Olsen trainiert wird, verabschiedete sich als einzige Mannschaft ohne Punkt und Tor aus dem Turnier.
Im Duell der "Geschlagenen" der Vorrundengruppe D blieben beide Teams den Nachweis internationaler Klasse schuldig. Fehlpässe und Missverständnisse prägten die auf ganz schwachem Niveau stehende Partie. Die Dänen waren zwar bemüht, dem scheidenden Trainer Bo Johansson ein würdiges Abschiedsgeschenk zu präsentieren, doch das Spiel der Nordeuropäer wirkte wie schon bei den 0:3-Schlappen gegen Frankreich und Holland zu hausbacken. Lediglich Jon Dahl Tomasson konnte sich gegen die tschechische Abwehr vereinzelt gefährlich in Szene setzen, scheiterte aber gleich drei Mal am aufmerksamen Torwart Pavel Srnicek.
Der Vize-Europameister von 1996 wirkte nach den unglücklichen Niederlagen gegen den Weltmeister (1:2) und den EM-Gastgeber (0:1) müde, setzte sich am Ende aber dennoch nicht unverdient durch. Zwar fehlte dem in den ersten beiden Vorrundenpartien gesperrten Mittelfeld-Strategen Patrik Berger jegliche Bindung zum Spiel, in dem sich auch die anderen Akteure vergeblich um Zuschnitt bemühten, doch sein Clubkollege Smicer stand Mitte der zweiten Halbzeit zwei Mal goldrichtig. Erst vollendete der 27-Jährige eine schöne Kombination über Pavel Nedved und Karel Poborsky, dann überwand er Dänemarks Torwart-Oldie Peter Schmeichel in dessen 124. Länderspiel nach Kopfball-Vorlage von Jan Koller.
Die Tore nahmen dem Spiel die Schärfe, die nach der Pause von beiden Mannschaften hineingetragen worden war. Eine Reihe von Fouls und Nickligkeiten sorgte immer wieder für Diskussionen und kleinere Handgreiflichkeiten, erst nach Smicers Doppelschlag beruhigten sich die Gemüter wieder.