Daum-Prozess: Kokain als Weihnachtsgeschenk - DER SPIEGEL
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Daum-Prozess Kokain als Weihnachtsgeschenk

Im Strafverfahren vor dem Landgericht Koblenz hat der ehemalige Leverkusener Bundesligatrainer Christoph Daum erstmals detailliert über seinen Kokainkonsum berichtet.
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Koblenz - "Ich habe erstmals mit Rüdiger Klemens Kokain geschnupft", erklärte Daum am Freitag, "dafür schäme ich mich zutiefst und bin bereit, für meine massiven Fehler die Verantwortung zu übernehmen. Dazu gehören mein Konsum und auch meine Lügen."

Klemens ist Hauptangeklagter im Koblenzer Strafverfahren und sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft Daum vor, von dem 40-Jährigen in 63 Fällen Kokain erworben und außerdem seinen mutmaßlichen Dealer zum Kauf von 100 Gramm der Droge angestiftet zu haben.

Ehefrau setzte Daum vor die Tür

Rund 20 Minuten lang machte Daum am zehnten Verhandlungstag vor der Ersten Großen Strafkammer konkrete Angaben zu seinem Drogenkonsum. Klemens habe ihm Weihnachten 1998 erstmals Kokain angeboten. Seit dem Sommer 2000 sei er clean, versicherte Daum. Als Grund für sein Verhalten nannte der 48-Jährige private Probleme: "Als ich meine Familie wegen meiner Freundin verloren hatte, war mein Privatleben am Boden zerstört."

Nachdem ihn seine Frau Ursula 1998 nach 27 Ehejahren vor die Tür gesetzt hatte, habe er sich ins Kölner Bonotel einquartiert, sagte Daum. "Dort war ich alleine, bis ich in Klemens jemanden gefunden hatte, mit dem ich über meine privaten Probleme reden konnte. Ich kam mir verlassen vor. Ich hatte Schuldgefühle, Ärger und Ängste zugleich." Klemens war zum damaligen Zeitpunkt als Bonotel-Hausmeister tätig. Es habe ein "echtes Vertrauensverhältnis" zwischen ihnen gegeben, sagte Daum.

"Ein- oder zweimal im Monat"

"In der Zeit, in der ich Kokain zu mir genommen habe, habe ich jeweils die Menge konsumiert, die mir Klemens angeboten hatte. Wir haben dabei nie über Geld gesprochen, Klemens verlangte nie etwas", gestand Daum. Den Vorwurf der Anklage, Klemens zum Kauf von weiteren 100 Gramm Kokain angestiftet zu haben, wies der Fußballcoach vehement zurück.

"Das ist völlig absurd", sagte Daum, der zugab, von Herbst 1999 bis Mitte 2000 "ein-oder zweimal im Monat" Kokain konsumiert zu haben: "Klemens hat mir nichts aufgedrängt, und ich habe ihn nicht beauftragt, mir irgendwelche Mengen zu beschaffen."

"Habe mir selbst am meisten geschadet"

Daum betonte, dass ihn seine Drogen-Affäre sehr belaste und er sich "selbst am meisten geschadet" habe. Er habe sich seinen Lebenstraum zerstört, Bundestrainer zu werden, und wolle sich bemühen, seine Fehler wieder gutzumachen: "Ich hoffe, dass mir die Möglichkeit eines Neubeginns gegeben wird."

Der Prozess in Koblenz wird am 2. Januar 2002 fortgesetzt - allerdings ohne Daum. Aus gesundheitlichen Gründen wurde der Trainer des türkischen Clubs Besiktas Istanbul freigestellt. "Wegen der Strapazen durch die wöchentlichen Reisen zwischen Köln und Istanbul hat sich mein Mandant eine schwere Bronchitis mit Nebenwirkungen eingefangen", begründete Daum-Anwalt Rolf Stankewitz seinen Antrag, dem das Gericht stattgab.