Deutscher Sieg gegen Spanien Dann lieber Gibraltar
Nationalspieler Kroos: Siegtor gegen Spanien
Foto: Matthias Hangst/ Bongarts/Getty Images
Die Ausgangslage
Der Europameister empfing den Weltmeister. Wahnsinn! Mehr geht fußballtechnisch nicht auf diesem Planeten. Duell der Giganten, mindestens. Wer bei diesem Spiel nicht einschaltete - hat absolut nichts verpasst.
Der Blick zurück I
Als die deutsche Mannschaft am 13. Juli dieses Jahres das WM-Finale 1:0 gegen Argentinien gewann, begannen diese elf Spieler: Manuel Neuer, Philipp Lahm, Jérôme Boateng, Mats Hummels, Benedikt Höwedes, Christoph Kramer, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Toni Kroos, Mesut Özil und Miroslav Klose. Und so sah die deutsche Startelf gegen Spanien aus: Ron-Robert Zieler, Antonio Rüdiger, Shkodran Mustafi, Höwedes, Sebastian Rudy, Erik Durm, Sami Khedira, Müller, Kroos, WM-Finaltorschütze Mario Götze und Kevin Volland. Drei Übereinstimmungen.
Der Blick zurück II
Iker Casillas, Jordi Alba, Sergio Ramos, Gerard Piqué, Álvaro Arbeloa, Xabi Alonso, Sergio Busquets, Xavi, Andrés Iniesta, Cesc Fàbregas und David Silva: Das waren die elf Starter im EM-Finale am 1. Juli 2012 beim 4:0 gegen Italien. Gegen Deutschland begannen diese Spieler: Casillas, Cesar Azpilicueta, Piqué, Ramos, Juan Bernat, Busquets, Bruno Soriano, Raúl García, Isco, Nolito und Alvaro Morata. Vier Übereinstimmungen.
Deutschlands Erfolg gegen Spanien: Zum Erfolg gerumpelt
Das Wetter
Nicht gut, im spanischen Vigo regnete es in einer Tour. So stellt man sich den Abschluss des Länderspiel-Jahres wahrlich nicht vor. Dabei hätte man es besser wissen können, schließlich ist Galizien bekannt für heftige Niederschläge im Winter. Aber wir schweifen ab.
Das Ergebnis
1:0 für Deutschland.
Die besondere Zahl
Thomas Müller absolvierte gegen Spanien sein 62. Länderspiel. Was bei anderen Spielern nicht weiter erwähnenswert wäre, aber der Bayern-Profi zog damit gleich mit seinem berühmten Namensvetter Gerd Müller. Der traf insgesamt 68-mal für die Nationalmannschaft, was einer Quote von 1,1 Toren pro Spiel entspricht. Thomas Müller kommt auf 26 Tore, also 0,4 Treffer pro Partie. Beide wurden Weltmeister und WM-Torschützenkönig, bei Gerd kommt noch der EM-Titel 1972 dazu, als er auch Torschützenkönig wurde. Aber wir schweifen schon wieder ab.
Deutschland in der Einzelkritik: Rüdiger mit Kerze, Müller mit Pferdekuss
Das Experiment
Deutschland spielte wie schon beim 4:0 gegen Gibraltar mit einer Dreierkette, dieses Mal bestehend aus Rüdiger, Mustafi und Höwedes. Aber das so ungleiche EM-Qualifikationsspiel in Nürnberg war, wenn auch spielerisch schwach, wenigstens unterhaltsam.
Die Höhepunkte
In der zwölften Minute lenkte Zieler einen Schuss von Nolito um den Pfosten. Acht Minuten später rettete Casillas gegen Götze. Das war's in Halbzeit eins. Nach der Pause hatten Nolito (59. Minute) und Pedro (82.) gute Chancen für die Spanier. Das Tor machte dann aber Deutschland, Kroos traf kurz vor Schluss unter gütiger Mithilfe des eingewechselten spanischen Torwarts Francisco Casilla.
Spanien in der Einzelkritik: Verwechselt!
Das war gut
Deutschland blieb ohne Gegentor, was gegen die offensiv starken Spanier keine Selbstverständlichkeit ist. Zudem liest sich ein Sieg gegen Spanien immer gut, unabhängig von der fußballerischen Klasse des Spiels. Und außer Thomas Müller (Prellung) verletzte sich niemand.
Das war nicht gut
Im Mittelfeld und Angriff klappte nicht viel, vor allem was die Kreativität angeht. Was sich gegen Irland und Gibraltar abgezeichnet hatte, bestätigte sich - trotz des Sieges - gegen Spanien: Gut, dass dieses Länderspiel-Jahr vorbei ist.
Der Spruch des Spiels
"Die linke Arschbacke hat's ziemlich erwischt." (Müller über seine Prellung)
Die Erkenntnis
Deutschland ist Weltmeister 2014. Alles andere, was in diesem Jahr bei der Nationalmannschaft passierte, interessiert bald niemanden mehr.