Deutsche WM-Gegner "Was für ein Desaster!"
Hamburg - So titelte die Zeitung "Al Dia" nach der 0:4-Niederlage des Teams in der Ukraine. "Was für eine Peinlichkeit, was für ein Fiasko, was für ein Desaster!" schrieb das Blatt weiter. Schon am Donnerstag hatte sich die Mannschaft beim 0:2 gegen eine katalanische Auswahl blamiert.
Derweil bemühte sich Trainer Alexandre Guimaraes, die schwache Vorstellung Costa Ricas zu erklären. "Ich habe experimentiert, aber es hat nicht so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe", sagte er und kündigte vor dem nächsten Test am Dienstag in Jablonec gegen Tschechien an: "Jetzt wird es nicht mehr so viele Wechsel geben. Die Mannschaft soll sich einspielen und so zur Sache gehen, als wenn es bereits um WM-Punkte ginge."
In Kiew offenbarte Costa Rica vor allem vor der Pause eklatante Schwächen und wurde vom WM-Neuling Ukraine auch ohne den verletzten Andrej Schewtschenko regelrecht vorgeführt. Sergej Nasarenko (35.), Andrej Worobjew (39.) und Maxim Kalinitschenko (40.) bestraften die haarsträubenden Abwehrfehler mit drei Toren. Nach der Pause und zahlreichen Auswechselungen legte nur noch Alexej Belik (55.) nach.
Andere Sorgen hat Ecuadors Trainer Luis Ferndando Suarez. Der Kolumbianer muss nämlich möglicherweise zum WM-Auftakt auf seinen Stürmer Carlos Tenorio verzichten. Der 27-Jährige erlitt bei der 1:2-Niederlage am Sonntag in Madrid gegen Mazedonien eine Wadenverletzung und musste in der zweiten Halbzeit vom Platz getragen werden. "Ich hoffe und bete, dass er bis zum WM-Start wieder fit ist", sagte Suarez.
Allerdings zeigte sich auch die Abwehr seines Teams nicht in bester Verfassung. Besonders Torhüter Edwin Villafuerte patzte: Nach der Führung durch Tenorio (25.) ließ der Keeper nach einer Flanke den Ball fallen und servierte Goran Maznov den Ausgleich quasi auf dem silbernen Tablett (28.). Ein verwandelter Foulelfmeter von Igor Mitrevski (73.) besiegelte die Niederlage der Südamerikaner.
"Es ist besser, jetzt diese Fehler zu machen als am 9. Juni", sagte Suarez. "Wenn wir dieselben Fehler dann machen, gibt es keinen Weg zurück mehr. Aber ich bin ganz ruhig und weiß, woran wir noch arbeiten müssen."
Deutschland spielt zum WM-Auftakt am 9. Juni gegen Costa Rica und trifft im abschließenden Gruppenspiel am 20. Juni auf Ecuador. Der dritte Vorrundengegner Polen probt am Dienstag in Chorzow gegen Kolumbien erstmals den WM-Ernstfall.
bri/sid