Deutschland gegen Polen: Problemzone weggegrätscht - DER SPIEGEL
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Deutschland vs. Polen: Keine Tore im Stade de France

Foto: Clive Mason/ Getty Images

Deutschland vs. Polen Problemzone weggegrätscht

Zwei Mal zwei Minuten Hoffnung auf ein Tor. Mehr gab es beim Remis zwischen Deutschland und Polen nicht zu sehen. Einer hat es vorher gewusst: Oliver Kahn. Alles Wichtige zum zweiten Gruppenspiel der DFB-Elf.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Ausgangslage: Beide Mannschaften trafen bereits in der EM-Qualifikation aufeinander. Im ersten Duell siegte Polen 2:0, das Rückspiel gewann Deutschland 3:1. Bei der EM in Frankreich hatten sowohl Polen als auch Deutschland ihre Auftaktspiele ohne großen Glanz gewonnen. Die logische Folge: Das Spiel endet unentschieden (siehe #Kahnalyse des Abends).

Die #Kahnalyse des Abends: "Wer sowohl das Auftaktspiel der polnischen als auch das der deutschen Mannschaft gesehen hat, könnte zu dem Ergebnis kommen, dass diese Gruppenbegegnung heute mit einem Unentschieden endet", orakelte ZDF-Experte Oliver Kahn. "Beide Teams zeigten einige Stärken, aber eben auch einige Schwächen. Das Wort Problemzone kennen viele wohl eher aus Frauengesprächen. Aber ich sehe auch eine Problemzone bei unseren Jungs. Diese zu kaschieren, bringt wenig. Sie muss klar angesprochen und dann weggearbeitet werden", so Kahn. Wie sagte es William Shakespeare so schön: "Der Rest ist Schweigen."

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Das Ergebnis: 0:0. Hier gehts zum Spielbericht. Deutschland verpasst damit die vorzeitige Qualifikation für das Achtelfinale. Die Ukraine ist durch dieses Resultat ausgeschieden.

Die Startaufstellungen:
Deutschland: Neuer - Höwedes, Boateng, Hummels, Hector - Kroos, Khedira - Müller, Özil, Draxler - Götze.
Polen: Fabianski - Piszczek, Glik, Pazdan, Jedrzejczyk - Blaszczykowski, Krychowiak, Maczynski, Grosicki - Milik, Lewandowski.

Spoiler des Tages: Spielt er oder spielt er nicht - das war die große Frage um Mats Hummels vor dem Duell gegen Polen. Der Innenverteidiger, der vier Wochen verletzt war, spoilerte bereits am Mittag via Twitter:

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Kurze Zeit später relativierte er seinen Tweet und löste "Missverständnis-Alarm" aus. Sicherlich sehr zur Freude der DFB-Pressestelle.

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Gegen Polen lief er dann tatsächlich von Beginn an auf. Shkodran Mustafi, Torschütze zum 1:0 im Auftaktspiel gegen die Ukraine, musste dafür auf die Bank.

Die erste Hälfte: Sami Khedira ging etwas übermotiviert ins Spiel, sah bereits nach 2:26 Minuten und seinem zweiten (!) Foul die Gelbe Karte. Deutschland stand in der Defensive deutlich sicherer als gegen die Ukraine, kam aber vorne trotz 64 Prozent Ballbesitz kaum zu gefährlichen Aktionen. In der 38. Minute traf Mario Götze zwar aus 16 Metern den Pfosten, die Aktion wurde aber aufgrund einer Abseitsstellung des Passgebers Thomas Müller abgepfiffen.

Die zweite Hälfte: Begann furios. Kurz nach dem Wiederanpfiff verpasste Arkadiusz Milik eine gefährliche Flanke von Kamil Grosicki drei Meter vor dem Tor. Im Gegenzug spielte Toni Kroos in der Spitze Götze frei, der Münchner scheiterte allerdings aus elf Metern an Polens Torhüter Lukasz Fabianski. In diesen zwei Minuten war mehr in den Strafräumen los als in der gesamten ersten Halbzeit. Noch einmal durften sich die Fans beider Teams Hoffnung auf ein Tor machen, wieder waren es zwei Großchancen innerhalb von zwei Minuten: Erst verpasste Milik aus zehn Metern einen scharfen Flachpass (69.), eine Minute später scheiterte Özil aus 13 Metern an Fabianski.

Grätschen des Spiels: Zeigten beide deutschen Innenverteidiger. In der 52. Minute grätschte Hummels in einer gefährlichen Situation Milik ab, nur zwei Minuten später blockte Boateng seinen Bayern-Kollegen Lewandowski bei einem Versuch von der Strafraumgrenze. Da hätte selbst der ehemalige HSV-Verteidiger Carsten Kober (Spitzname: "Master of Grätsche") noch was lernen können.

Zahl des Spiels: Sie haben auf Robert Lewandowski als Torschützenkönig dieser EM gesetzt? Dann verabschieden Sie sich schon mal von Ihrem Einsatz. Nach 180 Minuten bei der EM hat der polnische Top-Stürmer noch nicht einen Schuss auf das gegnerische Tor abgeben. In Zahlen: 0.

Erkenntnis des Abends: Oliver Kahn hatte recht.

Public Viewing des Abends: Fand bei Regen in Freiburg statt. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.

Foto: Patrick Seeger/ dpa