Deutschland vs. Südkorea: "Ich brauch jetzt einen Drink!" - DER SPIEGEL
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Reaktionen auf das historische WM-Aus "Ich brauch jetzt einen Drink!"

"Ein ganz, ganz bitterer Abend": Für Deutschland ist die WM schon nach der Gruppenphase vorbei. So reagieren Spieler und Fans auf das Debakel.
Dirk Nowitzki
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Foto: Kim Raff / dpa
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Aus und vorbei! Titelverteidiger Deutschland ist bei der WM in Russland gescheitert. Verteidiger Mats Hummels sagte im ZDF nach der 0:2-Niederlage gegen Südkorea im letzten Gruppenspiel. "Wir haben den Ball heute nicht ins Tor gebracht. Das hat uns heute das Genick gebrochen, wir haben unsere Torchancen nicht genutzt."

"Wir haben uns mit dem Mexiko-Spiel in eine Situation gebracht, die wir heute gekriegt haben. Hätten wir da den Punkt geholt, hätten wir heute am Ende auch nicht so offengestanden", so Hummels. "Wir haben einige Punkte, bei denen wir ansetzen müssen, das werde ich öffentlich aber nicht mehr sagen. Ich glaube, das letzte überzeugende Spiel, das wir gemacht haben, war im Herbst 2017. Das ist ein bisschen lange her."

Hummels' Fazit: "Ein ganz bitterer Abend, für uns, für alle deutschen Fußballfans. Ganz, ganz, ganz bitterer Abend."

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DFB-Aus in Vorrunde: K.o.

Foto: MICHAEL DALDER/ REUTERS

Deutschland reihte sich damit in eine unrühmliche Bilanz ein. Bei vier der vergangenen fünf Turniere scheiterte der Titelverteidiger bereits in der Vorrunde.

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"Ich brauche jetzt einen Drink... oder zwei", twitterte Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder. Auch Basketballstar Dirk Nowitzki meldete sich via Twitter zu Wort. "Sprachlos. Ich werde etwas Zeit brauchen."

"Ich kann es nicht glauben", twitterte Eintracht-Frankfurt-Profi Kevin-Prince Boateng. Ex-Profi Mario Basler schrieb: "Wenn du dieses Spiel nicht gewinnst, hast du in einem Achtelfinale auch nichts verloren! Dann gehörst du da nicht hin! Fertig!"

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Die Antwort auf diesen Tweet lautet: Ja!

"Am Ende ist es einfach dann doch zu wenig und hat nicht gereicht", sagte Teammanager Oliver Bierhoff im ZDF - und zur Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw äußerte er sich so: "Ich gehe fest davon aus, dass Jogi weitermacht, und dann müssen wir wieder angreifen."

"Das ist jetzt auch zu früh für mich, die Frage zu beantworten", sagte Joachim Löw zu dem Thema. "Jetzt brauchen wir ein paar Stunden, um überhaupt mal wieder klarzusehen. Das hätte ich mir so jetzt auch nicht unbedingt vorstellen können, dass wir gegen Südkorea verlieren. Jetzt muss man morgen Gespräche führen, wie es weitergeht."

Das letzte Gruppenspiel bewerte der Bundestrainer so: "Wir konnten keine Dynamik erreichen in unserem Spiel, sodass wir die Gegner zu Fehlern zwingen. Wir haben es auch nicht verdient, weiterzukommen. Wir haben es nicht geschafft, ein Tor zu erzielen, in Führung zu gehen. Es herrscht natürlich eine riesige Enttäuschung, Totenstille."

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Einzelkritik Deutschland: Behäbig, ideenlos, unachtsam

Foto: DYLAN MARTINEZ/ REUTERS

Weltmeister Christoph Kramer analysierte im ZDF: "Ich fand, das war nicht der Fußball, den wir gewohnt sind, mit dem wir verwöhnt sind. Irgendwie passte es auf dem Platz mit der Chemie nicht so richtig."

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"Das Nationaltrikot wiegt für jeden mehrere Tonnen, wie eine Last, die auf den Spielern liegt", sagte Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn. "Man hat nicht das Gefühl gehabt, dass in dieser Mannschaft eine Achse vorhanden ist. Es bleibt ein Rätsel, wie man in so einem Zustand der phasenweisen Apathie dieses letzte Gruppenspiel hingenommen hat."

Trost kam von Tennisspielerin Julia Görges:

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Auch andere Prominente aus der Welt des Sports äußerten sich zum Aus in der Vorrunde. Basketballprofi Moritz Wagner, der zukünftig für die Los Angeles Lakers spielen wird, bat darum, ihn nicht auf die Pleite anzusprechen: "Schreibt mir nicht. Ruft mich nicht an. Lasst mich in Ruhe."

Der ehemalige DFB-Kapitän Michael Ballack äußerte deutliche Kritik. "Mit einer schlechten Mannschaft kann man immer früh ausscheiden, aber nicht mit einer Mannschaft wie dieser", schrieb er auf Twitter. Ballack forderte eine "ehrliche Bewertung" und fragte: "Führung? Persönlichkeit? Mentalität?"

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Auch in England wurde das überraschende Ausscheiden der deutschen Mannschaft kommentiert. "Ich habe sie letzten Sommer hier mit einem jungen Team beim Confed Cup gesehen, sie hatten zudem Erfolge mit der U21. Aber in diesem Turnier haben sie in den drei Spielen zusammengenommen nur etwa eineinhalb Minuten geführt", sagte Englands Nationaltrainer Gareth Southgate. "Es war ungewohnt zu sehen, dass sie so große Probleme haben."

Der ehemalige englische Fußballspieler Gary Lineker wandelte sein berühmtes Zitat ab: "Fußball ist ein einfaches Spiel. 22 Spieler rennen 90 Minuten lang einem Ball hinterher und am Ende gewinnen die Deutschen nicht mehr. Die vorherige Version ist nun Geschichte."

Deutlichere Worten kam von Imke Duplitzer. Die Degenfechterin sagte: "Für so 'ne Leistung hätte mein Trainer mich früher nach Hause laufen lassen - aus Budapest!"

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Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich traurig über das WM-Aus. Die Nachricht von der 0:2-Niederlage gegen Südkorea bekam die CDU-Politikerin am Mittwochabend, als sie sich mit einem humanoiden Roboter namens Sophia bei der Konferenz "Morals & Machines" der "Wirtschaftswoche" unterhielt. Der Roboter zählte zum Trost die vielen Titel der deutschen Mannschaft bei Fußball-Turnieren auf. "Ja, Sophia, das stimmt, wenn man auf der langen Zeitachse guckt, aber ehrlich gesagt, heute sind wir alle sehr traurig", antwortete Merkel darauf.

wit/aev

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