DFB-Einzelkritik Kleiner Mann, ganz groß
Tor:
Lehmann (FC Arsenal):
Antizipierte gleich in der zweiten Minute einen langen Ball der Österreicher. Man hatte bei den Diskussionen in den vergangenen Monaten fast vergessen, dass das seine größte Stärke ist. Keine einzige Unsicherheit.
Lahm (r.) gegen Österreichs Torhüter Macho: "Pushen, Druck machen"
Foto: DDPAbwehr:
Lahm (Bayern München):
Pushen, Druck machen, Flanken, selbst mit dem Ball am Fuß in die Räume stoßen? Aber bitte. Lahm auf links weckte Erinnerungen an 2006, auch wenn er dort nicht gern spielt. Kleiner Mann, ganz groß!
Metzelder (Real Madrid):
Hoffer enteilte einmal in seinem Rücken, aber weil Hoffer den Ball nicht stoppte und Lehmann unten war, blieb es eine kleine Unachtsamkeit. Hoffer und Metzelder kamen sich noch einmal näher, als der Österreicher in den Deutschen hineinfiel. Klärte in der zweiten Hälfte einen gefährlichen Flankenball.
Mertesacker (Werder Bremen):
Siehe Metzelder, nur dass ihm Hoffer zu Beginn der zweiten Hälfte beim Näherkommen den Ball abnahm. Klärte dafür im Strafraum gegen Säumel.
Friedrich (Hertha BSC)
Das Spiel begann für ihn mit einem Tunnel von Korkmaz. Friedrich entschied sich danach, lieber selbst in die Offensive zu gehen. Das sah oft gut aus, wenn sich der Berliner den Raum eroberte. Nur die Flanken fehlten. Wahrte aber seinen Ruf, jeden ausschalten zu können.
Mittelfeld:
Podolski (Bayern München):
Defensiv motiviert, offensiv konzentriert - mit einem guten Schuss gegen Macho aus 23 Metern in der ersten, und mit einem weniger platzierten in der zweiten Hälfte. Nach der Gomez-Auswechslung zweite Spitze. Baute ab.
Ballack (FC Chelsea):
Diesmal viel offensiver als gegen Kroatien, weil es der Gegner zuließ (oder nicht verhindern konnte). Flankte gefährlich auf Klose, lief und organisierte viel. Auch wenn mal ein Fehlpass dabei war und sich Ballack später zurückhielt: Was ist das alles gegen DIESEN Freistoß?
Frings (Werder Bremen):
Sicherte Ballack ab, trat Ecken. Offensiv wenig auffällig, aber das war auch nicht seine Aufgabe. Ein Fehlpass in der eigenen Hälfte, einer in der gegnerischen. Dafür eine gute Ablage auf Klose und ein Schuss in Richtung Tor.
Fritz (Werder Bremen):
Hatte es nicht einfach, weil er sich auf seiner Seite um Korkmaz kümmern musste. Ging weite Wege, weshalb die Schultern immer tiefer hingen. Ordentlich. Aber bitte Diagonalpässe üben!
Hitzlsperger (VfB Stuttgart, ab 64. Min. für Gomez):
Fiel nicht negativ auf und einmal positiv: Pass auf Frings, dessen Ablage Klose nicht verwandeln konnte.
Borowski (Werder Bremen, ab 90.+2 für Fritz):
Kein Ballkontakt, keine Bewertung.
Sturm:
Klose (Bayern München):
Verzichtete diesmal darauf, nach dem Fallenlassen den Ball abtropfen zu lassen. Legte ihn stattdessen um den Gegner herum und sorgte so für Freistöße statt Ballverluste. Gewann im gegnerischen Strafraum viele Kopfballduelle, aber es blieb bei einer eigenen Chance.
Gomez (VfB Stuttgart):
Hatte auch nach den schwachen Auftritten gegen Polen und Kroatien noch den Mythos des begnadeten Stürmers. Vergab in der 2. Minute gegen Österreich eine Chance, die so unfassbar groß war, dass selbst die auf der Tribüne sitzende Angela Merkel den Ball wohl verwandelt hätte. Ja, der Ball versprang, aber einen begnadeten Stürmer beeinflusst das nicht. Einen mit zu vielen Angeboten schon.
Neuville (M'gladbach, ab 80. für Podolski):
Endlich mal wieder eine Nummer zehn im deutschen Team. Und auch wenn die Zehn in der allerletzten Minute frei vorm Tor vergab: Neuville ist immer eine Belebung.