DFB-Einzelkritik: Starker Tasci, frecher Marin - DER SPIEGEL
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DFB-Einzelkritik Starker Tasci, frecher Marin

Die deutsche Abwehr hatte im Freundschaftsspiel gegen die meist harmlosen Belgier kaum Probleme, besonders Serdar Tasci zeigte eine starke Partie. Im Mittelfeld fehlten gelegentlich Ordnung und Ideen. Offensiv gefiel vor allem Marko Marin, Torschütze des 2:0.
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Tor

Robert Enke (Hannover 96): Man hätte ihm bei seinem zweiten Länderspiel mehr Möglichkeiten zur Eigenwerbung gewünscht. Spielte auch wenn es vor ihm enger zuging gut mit. Eine Fähigkeit, die ihn von Tim Wiese unterscheidet - nicht unbedingt von Adler.

Abwehr

Clemens Fritz (Werder Bremen): Spielte fast ausnahmslos Sicherheitspässe. Dass er die fehlerlos herunterspulte, wird man ihm nicht als Empfehlung für einen Stammplatz auslegen können. Das Dilemma bleibt: Lahm kann auf beiden Außenseiten spielen - aber nicht gleichzeitig.

Serdar Tasci (VfB Stuttgart): Selten war der Spruch "Dabeisein ist alles" zutreffender: Seit Mittwochabend, 21.03 Uhr ist Tasci nicht mehr für die Türkei spielberechtigt. Sein gruseliger Fehlpass in der ersten Hälfte hätte allerdings fast zum Rückstand geführt. Ansonsten engagiert und mit Impulsen nach vorne.

Heiko Westermann (FC Schalke 04): Hatte defensiv wenig zu tun. Solide.

Philipp Lahm (FC Bayern München): Auch er hatte anfangs einige Leichtsinnsfehler in seinem Spiel, seine Qualität blitzte aber immer wieder auf. Wie so oft einer der Besten.

Marcell Jansen (FC Bayern München/ab 81.)

Mittelfeld

Simon Rolfes (Bayer Leverkusen): Steigerte sich im Lauf der Begegnung.

Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart): Sichtlich bemüht, die anfangs wirren Fäden im deutschen Spiel zusammen zu führen. Trotz einiger Stockfehler eine gute Partie.

Marko Marin (Borussia Mönchengladbach/ab 70.): Wer so kurz nach der Einwechslung ein solch freches Tor erzielt und kurz darauf versucht, gleich nachzulegen, kann keine Komplexe haben. Marin hätte auch keinen Grund dazu. So macht man auf sich aufmerksam.

Bastian Schweinsteiger (FC Bayern München): Nach einer missglückten Flanke gegen Ende der ersten Halbzeit zog er die ersten wütenden Pfiffe auf sich. Insofern ungerecht, weil er sich wenigstens hin und wieder etwas traute. Doch es gelang nicht viel. In der zweiten Hälfte selbstbewusster und folglich stärker.

Piotr Trochowski (Hamburger SV): War an den meisten der wenigen erwähnenswerten deutschen Chancen beteiligt. Standards und Flanken aus dem Halbfeld beherrscht er, das bestätigte sich auch im Nationaltrikot. Insgesamt eine ansprechende, aber keine zwingende Partie.

Patrick Helmes (Bayer Leverkusen/ab 80.)

Sturm

Miroslav Klose (FC Bayern München): Durfte nicht zuletzt aus pädagogischen Gründen von Beginn an auflaufen. Tore gegen einen vermeintlich schwachen Gegner sollten die Verunsicherung lindern. Doch die blieb Kloses steter Begleiter.

Kevin Kuranyi (FC Schalke 04/ab 46.): Kam in die Partie, als nach dem Wiederanpfiff etwas mehr Adrenalin im deutschen Spiel war - eine dankbare Ausgangslage.

Lukas Podolski (FC Bayern München): Es war in der ersten Hälfte wirklich kein Spiel, bei dem Stürmer glänzen können. Er versuchte bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung, das Beste daraus zu machen.

Mario Gomez (VfB Stuttgart/ab 46.): Zwei, drei Schlampigkeiten im Spiel, deutete ansonsten an, dass temporeiches Kombinationsspiel nicht an ihm scheitert. Holte den Elfmeter heraus.