DFB-Einzelkritik Von Göttlichen und Irdischen
Lehmann (FC Arsenal):
Boxte den Ball gleich in der ersten Minute hinaus und mit ihm Mertesacker. Das war gut fürs Selbstbewusstsein und schlecht für den Kollegen. Bekam keine Flatterbälle zu halten, nur flache - und die landeten sicher in Lehmanns Händen.
Jansen (Bayern München):
Zunächst göttliche Zweikämpfe, bis auf eine Ausnahme in der 36. Minute, als Lobodzinski an ihm vorbei kam und flankte. Jansens Flanken waren diesmal irdisch, sein Einsatz stimmte. Nicht so effektiv wie noch gegen Serbien.
Metzelder (Real Madrid):
Jeweils eine Unachtsamkeit in beiden Halbzeiten. Einmal gegen Zurawski, einmal beim Pass auf Guerreiro. Aber ansonsten sicher - und schneller als Smolarek. Fit ist der Mann schon mal. Der Rest wird wohl folgen.
Mertesacker (Werder Bremen):
Ein sicheres Kettenmitglied.
Lahm (Bayern München):
Musste immer wieder nach draußen, um die Befehle von Löw zu empfangen. Den Rest der Zeit brachte er damit zu, seine Zweikämpfe auf der rechten Außenbahn zu gewinnen und Flankenläufe nach vorn zu machen. Das klappte beides sehr gut.
Fritz (Werder Bremen):
Gute Flanken, vor allem in der 38. Minute auf Gomez. Über seine Seite verzweifelte Krzynowek zunächst, als er entweder vergeblich um Bälle bat oder sie an Fritz beziehungsweise Lahm verlor. Insgesamt aber offensiv besser als defensiv.
Ballack (FC Chelsea):
Schöner Pass auf Klose in der 5. Minute. Glänzte danach als Ballverteiler, gab eine präzise Flanke in der zweiten Hälfte. Fiel dort aber vor allem durch seine Körpersprache und lautstarke Anweisungen auf. Ausnahme: Seine großartige Direktabnahme nach Lahm-Flanke. Wenn man die Erwartungen zugrunde legt, eine unauffällige Leistung.
Frings (Werder Bremen):
Keine Fehler, aber wenige Offensivaktionen. Stark seine Antizipation der gegnerischen Laufwege. Wenn man die Erwartungen zugrunde legt, eine gute Leistung.
Podolski (Bayern München):
Der überragende Deutsche - und das als Mittelfeldspieler. Beide Tore geschossen, unbezahlbar aber auch seine Dynamik, mit der er die rechte Abwehrseite der Polen vor Probleme stellte. Tauchte kurz unter in der zweiten Hälfte, aber wer tat das nicht beim DFB-Team?
Klose (Bayern München):
Passte zunächst auf Gomez, anstatt zu schießen. Passte danach auf Podolski, anstatt zu schießen. Ein Tor sprang dabei heraus, eine gute Quote. Auch am zweiten Treffer war Klose beteiligt, wenn auch unabsichtlich. Trabte, lief, sprintete ohne Unterlass - der Spielmacher im Sturm.
Gomez (VfB Stuttgart):
Erst die Großchance in der 5. Minute vergeben, dann mit einem Pass auf Klose das 1:0 mit vorbereitet. In der 38. Minute noch eine Chance vergeben - insgesamt keine gute Quote. Kompensierte seine Abschlussschwäche mit viel Laufarbeit, deshalb durfte er auch noch in der zweiten Hälfte weitermachen.
Schweinsteiger (Bayern München, ab 55. Min. für Fritz):
Startete seine Bewährung als Einwechselspieler mit einer Gelben Karte nach zehn Minuten und legte eine ungenaue Flanke nach. Ein miserabler Einstand. Aber für Schweinsteiger hatte das Spiel 35 Minuten - und in denen bereitete er die Entscheidung vor, gewann zwei offensive Zweikämpfe und wirkte am Ende zufrieden. Wir auch.
Hitzlsperger (VfB Stuttgart, ab 75. Min. für Gomez): Konnte nicht mehr viel zeigen.
Kuranyi (Schalke 04, ab 90. Min. +1 für Klose):
Konnte gar nichts mehr zeigen.