DFB-Elf Klinsmann soll Cheftrainer werden, Bierhoff Manager
New York - Klinsmann habe bereits seine Zusage gegeben, meldet die "Süddeutsche Zeitung". Co-Trainer soll der Franz-Beckenbauer-Spezi Holger Osieck werden, der bereits in gleicher Funktion 1990 Weltmeister wurde. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es am gestrigen Abend noch nicht.
DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und Generalsekretär Horst Schmidt haben sich heute in New York mit dem 39-Jährigen getroffen. "Um mit ihm Gespräche in Zusammenhang mit der weiteren Personalplanung für die deutsche Nationalmannschaft zu führen", hieß es von Seiten des DFB.
"Ich habe mich gefreut, dass der DFB mein Angebot angenommen hat, der deutschen Nationalmannschaft zu helfen", teilte Klinsmann in einer schriftlichen Stellungnahme mit, "es ist eine Selbstverständlichkeit, dass ich dem DFB helfe, unabhängig von der Funktion." Man habe vereinbart, die Gespräche fortzusetzen. "Ich habe der Nationalmannschaft und dem DFB viel zu verdanken. Die Nationalmannschaft war für mich immer wie eine zweite Familie, vor allem in der Zeit, in der ich im Ausland gespielt habe", fügte Klinsmann hinzu. Der ehemalige Stürmer spielte unter anderem für Inter Mailand, AS Monaco, Tottenham Hotspur und Sampdoria Genua.
Nach der dritten Sitzung der Trainerfindungskommission (TFK) in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main mit WM-OK-Chef Beckenbauer, Gerhard Mayer-Vorfelder, Schmidt und Liga-Präsident Werner Hackmann hätten alle Mitglieder "ihren Willen zum Ausdruck gebracht, die Verhandlungen über einen Nachfolger für Rudi Völler und Michael Skibbe zu einem zügigen Abschluss zu bringen". Beckenbauer hatte bereits am Montag angekündigt, dass noch in dieser Woche eine Entscheidung fallen soll.
Manager oder Trainer?
Der 108-fache Nationalspieler Klinsmann, der für die Bundesligisten VfB Stuttgart und Bayern München aktiv war, lebt derzeit in Kalifornien und betreibt dort eine Sportmarketing-Firma. Zuletzt hatte Klinsmann, der einen Trainerschein besitzt, heftige Kritik am DFB geübt ("Das Bild ist jämmerlich") und neue Strukturen im Verband gefordert. Gleichzeitig hatte er betont, dass er bereit sei, sich "für diese Sache zu engagieren". Klinsmann hatte seine aktive Laufbahn nach der WM 1998 in Frankreich beendet.
Klinsmann war in den letzten Tagen ebenso wie Oliver Bierhoff als Nationalmannschafts-Manager gehandelt worden. Für ein Engagement Klinsmanns spricht auch, dass er als Adidas-Repräsentant tätig ist. Der Sportartikel-Hersteller aus Herzogenaurach ist seit Jahrzehnten erster Sponsor der Nationalmannschaft. Zuletzt war sogar über eine Rückkehr von Teamchef Rudi Völler als Teammanager spekuliert worden.
Endgültig aus dem Rennen zu sein scheint Lothar Matthäus. Der Nationaltrainer Ungarns, der sich jüngst immer wieder selbst als Kandidat ins Spiel gebracht hatte, gratulierte Klinsmann und Bierhoff bereits und wünschte der potenziell neuen Nationalmannschaftsführung im "Kicker" "viel Erfolg und eine gute WM". Das Thema Nationalelf habe ihn zudem "seit geraumer Zeit nicht mehr interessiert", fügte der Rekordnationalspieler hinzu. Matthäus gilt seit seiner aktiven Zeit als Intimfeind Klinsmanns.