DFB-Geheimplan: Hitzfeld soll Völler ablösen - DER SPIEGEL
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DFB-Geheimplan Hitzfeld soll Völler ablösen

Die Task Force des DFB hat offensichtlich einen Plan ausgeheckt, wie eine Lösung für Rudi Völler und Bayer Leverkusen gefunden werden kann. Dabei soll der augenblickliche Trainer von Bayern München die Hauptrolle spielen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Die langfristige Besetzung der Position des Cheftrainers der deutschen Fußball-Nationalmannschaft liegt offenbar in den Händen von Bayer Leverkusen und Bayern München. Gerüchten zufolge existiert ein Geheimplan beim DFB, wonach Rudi Völler bis zum Ende der WM 2002 in Japan und Südkorea als Teamchef fungieren soll. Danach könnte Bayern-Meistermacher Ottmar Hitzfeld die DFB-Auswahl auf die WM 2006 im eigenen Land vorbereiten.

Voraussetzung für ein Zustandekommen dieses Kompromisses wäre jedoch ein Entgegenkommen von beiden Spitzenclubs. Bayer Leverkusen, das nach dem Rücktritt von Christoph Daum vom derzeit in Personalunion tätigen DFB-Teamchef Völler betreut wird, müsste den 40-Jährigen noch ein Jahr länger als bisher geplant an den DFB ausleihen. Auch Rekordmeister Bayern müsste Hitzfeld, der noch bis 2003 vertraglich an das Renommierteam gebunden ist, eine Saison früher als vorgesehen freigeben.

Bayern-Vize-Präsident Karl-Heinz Rummenigge sagte zu dem Kompromissvorschlag: "Man kann sich nicht einmal drei Monate vorher Gedanken über irgendwelche Personalien machen. Wir reden gar nicht über das Thema. Wir haben ein wunderbares Verhältnis zu Ottmar Hitzfeld. Der FC Bayern und Ottmar Hitzfeld - das ist wie eine wunschlos glückliche Ehe. Er bringt uns die Kontinuität, die wir in der Vergangenheit vermisst haben."

Karl-Heinz Wildmoser, Präsident des Bayern-Rivalen 1860 München, hat die "Roten" in einem "tz"-Gespräch indes unter Druck gesetzt: "Wenn Bayern Charakter hat, dann müsste es Ottmar Hitzfeld machen."

Der geschäftsführende DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder äußerte sich vorsichtig zu den Gerüchten: "Die aktuellen Vorfälle zeigen doch, dass es im Profifußball von heute müßig ist, Planungen über einen längeren Zeitraum anzustellen." Auf der Task-Force-Sitzung am Dienstag wurde vorerst Völler in einer Doppelfunktion bis auf weiteres abgesegnet. "Ich habe das Gefühl, dass wir das Problem gelöst haben. Wir sind kurz davor, eine vernünftige Lösung zu präsentieren", erklärte Bayern-Manager Uli Hoeneß. Meint er damit den angesprochenen Kompromiss?

Aber Vizemeister Leverkusen ist nicht gewillt, länger als bis zum 31. Mai 2001 auf die Dienste von Völler zu verzichten, der als Sportdirektor noch einen Vertrag bis 2003 beim Werks-Club besitzt. Die Wunschvorstellung der Rheinländer ist, dass Völler zusammen mit dem jetzigen DFB-Trainer Michael Skibbe ein Gespann bei Bayer bildet.

Der Weltmeister von 1990 selbst ist hin- und hergerissen. "Ich habe einen Vertrag, es war für mich selbstverständlich zu helfen. Ich fühle mich wohl und unter Freunden hier in Leverkusen. Aber ich mache keinen Hehl daraus, dass mir die Aufgabe mit der Nationalmannschaft nach den drei Siegen zusammen mit Michael Skibbe Spaß macht und ich mir das auch gut vorstellen kann", äußerte der Volksheld aus Hessen, der am Mittwoch gegen Spartak Moskau seine Feuertaufe in der Champions League erlebt.

Die turbulenten Ereignisse der vergangenen Tage mit der positiven Haaranalyse von Daum haben natürlich Bayer schwer getroffen. Deshalb beharrt Manager Reiner Calmund im Augenblick auch auf einer weiteren Zusammenarbeit mit Völler über den 31. Mai 2001 hinaus. "Ich wäre persönlich aus dem Anzug gesprungen, wenn wir hier keine Hilfe von der Gruppe bekommen hätten, der wir geholfen haben", bewertete der temperamentvolle Manager den Beschluss von Frankfurt mit Erleichterung.

Gegen eine Lösung Völler als Teamchef bis einschließlich der WM 2002 und Hitzfeld als Bundestrainer bis zur WM 2006 spräche allerdings die Unwägbarkeit des sportlichen Erfolges. Es ist schwer vorstellbar, dass Völler seinen Posten preisgibt, würde er beim WM-Endrundenturnier in Japan und Südkorea in zwei Jahren erfolgreich sein.

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