DFB-Krise: Ballack verteidigt Klinsmanns Stil - DER SPIEGEL
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DFB-Krise Ballack verteidigt Klinsmanns Stil

Der Kapitän spricht ein Machtwort: Nationalspieler Michael Ballack hat sich demonstrativ hinter Bundestrainer Jürgen Klinsmann gestellt. Der war nach dürftigen Leistungen in den vergangenen beiden Testspielen von mehreren Seiten attackiert worden.
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München - "Man kann es als Nationaltrainer nicht allen recht machen. Jürgen Klinsmann zieht sein Ding durch: Das, was er vertritt, wofür er steht, auch jetzt, wenn es mal nicht so gut läuft. Das finde ich eigentlich toll, dass er sich da nicht verbiegen lässt", sagte Ballack im DSF. Die DFB-Auswahl hatte in Testspielen in der Türkei (1:2) und gegen China (1:0) jeweils enttäuschende Leistungen gezeigt.

Klinsmann war zuletzt von mehreren Bundesliga-Trainern kritisiert worden. So warf ihm beispielsweise Schalke-Coach Ralf Rangnick vor, sich nicht an Absprachen zu halten. Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf sowie Hertha-Coach Falko Götz monierten den Zeitpunkt der Fitness-Tests, die Jürgen Klinsmann vor dem Länderspiel in der Türkei absolvieren ließ. Das Team hatte in den beiden Testspielen ausgelaugt gewirkt.

Auch Herthas Manager Dieter Hoeneß forderte Klinsmann auf, endlich Klarheit über vier grundlegende Gesichtspunkte zu schaffen: "Die überflüssige Diskussion um die Nummer eins, seine Präsenz in Deutschland, einen Stamm von Spielern um Sicherheit reinzubringen." Der vierte Kritikpunkt betrifft das Fitnessprogramm. "Es geht eben darum, dass man andere darüber ausreichend informiert und sich gegebenenfalls mit den Clubtrainern abstimmt", so Hoeneß in der "Süddeutschen Zeitung".

Hoeneß verwies einmal mehr auf die unbefriedigende Wohnsitzsituation des Bundestrainers, der mit seiner Familie in Kalifornien lebt. "Es geht doch darum, dass der Bundestrainer in Deutschland präsent ist, dass er aktuell auf Entwicklungen reagieren kann." Klinsmann könne nicht von allen ständig Opfer verlangen, "ohne dass man selber Opfer bringt".

Ballack sieht das offenbar anders: "Ich denke, er hält dem Druck von außen stand und er hat ja auch immer wieder signalisiert, dass er gesprächsbereit ist. Es macht allen nach wie vor unheimlich viel Spaß, auch wenn es das Ergebnis nach außen hin im Moment vielleicht anders darstellt", so Ballack. Der Spielmacher hatte beide Partien wegen eines grippalen Infektes verpasst.

Als Grund für die schwachen Auftritte der Auswahl führte Ballack mangelndes Selbstvertrauen an. "Der Mannschaft fehlt ein bisschen das Selbstvertrauen. Der eine oder andere schleppt da einen Rucksack mit sich herum und spielt nicht so befreit auf, wie vielleicht im ersten Jahr unter Jürgen Klinsmann, wo die Unbekümmertheit der jungen Spieler noch da war", so der 29-jährige Ballack.