DFB-Länderspiel: Dortmunder Defensive - DER SPIEGEL
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DFB-Länderspiel Dortmunder Defensive

Für das DFB-Team soll es eine Wiedergutmachung der Blamage gegen Italien werden. Doch je näher die Partie gegen die USA rückt, desto mehr Spieler fallen aus. Auch Verteidiger Robert Huth muss nun passen - ein Dortmunder könnte davon profitieren.
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Düsseldorf - Huth bekam von seinem Verein FC Chelsea keine Freigabe für das Spiel gegen die USA am Mittwoch (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Dortmund. Der 21-Jährige wird stattdessen im FA-Cup-Viertelfinale gegen Chelseas Premier-League-Rivalen Newcastle United gebraucht, Teamkollege William Gallas ist rotgesperrt.

England-Profi Huth ist bereits der vierte Nationalspieler, der für die Partie gegen den Weltranglisten-Fünften passen muss. Vor ihm hatten Stürmer Mike Hanke (Wolfsburg) und der Bremer Torsten Frings wegen Prellungen abgesagt, Sebastian Deisler vom FC Bayern München fällt nach einer schweren Knieverletzung sogar für die WM aus. Bundestrainer Jürgen Klinsmann, der keinen Ersatz für Huth nachnominierte, wird die Defensive nun zum Experimentierfeld nutzen - für zwei Dortmunder die Chance, sich für den WM-Kader zu empfehlen.

Sebastian Kehl bekommt die Gelegenheit eher unverhofft. Seit der Europameisterschaft 2004 hat der BVB-Profi nicht mehr das DFB-Trikot getragen, nun soll er Frings im Mittelfeld ersetzen. "Wir sind froh, dass wir ihn dabei haben", erklärte Klinsmann heute. Kehl betonte, er habe die Hoffnung auf eine Nominierung für die Nationalmannschaft nie aufgegeben, auch wenn er zwischendurch "einige Male" enttäuscht gewesen sei, nicht dabei zu sein. "Ich habe in der Zwischenzeit hart an mir gearbeitet und im Training viele Extraschichten eingelegt", so der 26-Jährige, der in der laufenden Saison 23 Bundesligaspiele für Dortmund über 90 Minuten absolviert hat.

Klinsmann lässt sich nicht unter Druck setzen

Nur 14 über die volle Spielzeit stehen in der Bilanz seines Teamkollegen Christoph Metzelder, der Abwehrspieler ist hinter dem bei Klinsmann ausgebooteten Christian Wörns nur Ersatz in der BVB-Verteidigung. Die Absage Huths macht es nun wahrscheinlich, dass der Bundesliga-Bankdrücker Metzelder gegen die USA von Anfang an auflaufen und sich für weitere Nominierungen empfehlen kann. Die Variante mit Neuling Manuel Friedrich (Mainz) neben dem gesetzten Per Mertesacker gilt als nahezu ausgeschlossen.

Gute Nachrichten gab es stattdessen aus der Offensive. Wie Klinsmann heute berichtete, ist der grippekranke Bastian Schweinsteiger vom FC Bayern München wieder fit. Der 21-jährige habe seine Erkältung überstanden und sei einsatzfähig. Ob der Mittelfeldspieler gegen die Amerikaner von Beginn an auf dem Platz stehen wird, hält der Bundestrainer jedoch ebenso geheim wie den genauen Zeitpunkt, wann die Entscheidung über die Nummer 1 unter den deutschen Torhütern fallen wird.

Man werde das Datum nicht öffentlich machen und nicht näher präzisieren, so Klinsmann, der sich bei der Entscheidung zwischen Oliver Kahn und Jens Lehmann weiterhin "nicht von außen unter Druck setzen lassen" will. Am Mittwoch steht Kahn im Tor. Sein Rivale hatte zuvor in Italien die Aussetzer der Abwehr ausbaden müssen und vier Treffer kassiert. Nicht nur Kahn wird hoffen, dass sich das gegen die USA ändert.

goe/sid/dpa